Kein Coaching ohne Auftrag

Ja, ich bin Coach - in unterschiedlichsten Richtungen ausgebildet - aber ich arbeite nicht mehr als solche. Lange Jahre war ich bei unterschiedlichen Institutionen und Organisationen als Coach tätig, aber seit ich jetzt in Pension bin, sind mir andere Dinge wichtiger.

Und vor allem auch eins - nicht alles, was sich Coaching nennt - ist das auch wirklich.

Heutzutage ist die großspurige Bezeichnung - Coach - meist nur ein MarketingTrick, um sich wichtig zu machen. Die meisten wissen nicht mal, dass sie für das Anbieten von Coaching in Österreich zwingend einen von 2 Gewerbescheinen bräuchten:

  • Lebens- und SozialberaterIn
  • UnternehmensberaterIn

In Deutschland scheint das ja überhaupt nicht geregelt zu sein, da nennt sich Jede/r schnell mal so.

Der wichtigste Grundsatz im Coaching - man coacht nur, wenn man gefragt wird. Das, was diese selbst ernannten ÜberDrüberGuruCoaches tun, ist kein Coaching, sondern einfach nur Online Marketing der fortgeschrittenen Art.

Coaches begleiten Menschen - sie drängen sich nicht auf - sie machen andere nicht zu Opfern, damit sie sie dann retten können. Coaches wecken keinen Bedarf in anderen - das tun nur Vertriebler und Keiler, die eben ihre Produkte an den Mann - oder die Frau - bringen wollen.

Die meisten der heutigen "Coaches" sind alles andere, als Menschen die andere begleiten können und wollen. Für mich sind die meisten nur Marktschreier, die sich hochpreisig, um nicht zu sagen, nachhaltig überteuert, verkaufen wollen.

Hast du schon mal an einem "Coaching" teilgenommen?

A & B & C Ziele

In vielen dieser Coachings geht es um MindSet und darum, dass du dir entsprechend große Ziele setzen musst, um diese dann auch wirklich erreichen zu können.

Wenn du deine Ziele bisher nie erreicht hast, hast du dir zu kleine Ziele gesetzt - ist oftmals die Aussage in solchen hochpreisigen Coachings, welche immer im 4-stelligen oder 5-stelligen Bereich angeboten werden.

Ok - so weit mal die Theorie - kommen wir zur Praxis - und vorweg zu den Begrifflichkeiten beim Ziele definieren:

A Ziele sind solche, wo du etwas Vergleichbares schon mal gemacht hast und weißt, dass du das neue Ziel erreichen kannst.

B Ziele sind welche, wo du - aufgrund deiner bisherigen Erfahrungen - weißt, dass es möglich sein könnte, obwohl du es bisher noch nicht gemacht hast.

C Ziele sind dann jene, die du dir nicht vorstellen kannst, sie jemals zu erreichen - aber sie reizen dich - sie spornen dich an.

Ich hatte letztens mal wieder meine Ziele definiert mit:

A-Ziele:
2 - 3 neue Bücher - in 2020

B-Ziele:
Pension netto verdoppelt bis Mitte 3. Quartal 2020
1 - 3 digitale Produkte - in 2020

C-Ziel - bis Mitte 2021
zusätzlich zur Pension 5-stellig netto
Salon und Ländereien sind fertig und die herumliegenden Grundstücke gehören mir

In einem begleitenden ZoomCall kam dann - das ist kein C Ziel, weil das ist ein einfaches Rechenbeispiel - wenn du einen deiner Kurse um 5.000 Euro verkaufst, brauchst du 2 KundInnen im Monat, um 5-stellig zu sein.

Ja - stimmt - aber ich will und werde keine Kurse um 5.000 Euro verkaufen - weil ich das einfach als in den meisten Fällen nicht angemessen erachte - und es daher meine moralischen und ethischen Vorstellungen nicht zulassen, derart gegen meine Werte zu verstoßen.

Ich weiß, dass viele meiner Inhalte - sowohl in den Büchern, als auch in den zukünftigen Online Kursen = digitalen Produkten - mehr wert sein werden, als ich verlange - aber ich muss trotzdem nicht mutwillig die Preise hoch treiben.

Auch ich hatte schon Ausbildungen gemacht, die im 4-stelligen Bereich angesiedelt waren - auch ich habe schon viel Geld für meine laufenden Weiterbildungen bezahlt - aber ich habe mir die Menschen, die dabei unterrichtet haben, auch vorweg immer sehr genau angeschaut.

Deshalb kann ich es auch nicht verstehen, wenn jemand locker mal eben 5.000 oder sogar 15.000 Euro für etwas ausgibt, was sie/er auch in einem Buch um 10 oder auch mal 50 Euro haben könnte ;-)

Hohe Preise motivieren mehr zum mitmachen

Sorry, wenn ich das einfach so sage, aber in meiner Welt ist das reiner Bullshit. Wenn etwas so gar nicht "meins" ist, dann motiviert mich auch ein hoher Preis nicht, mehr und intensiver mit zu tun, als ich dazu bereit wäre, wenn es wenig bis nichts kostet.

Ich habe mir in den letzten Jahren einige der Coaches im Internet genauer angeschaut - ihre Programme und ihre Preise - und bei wenigen wäre ich bereit gewesen, mehr als 500 Euro aus zu geben.

Ganz im Gegenteil - wobei ich auch zugebe, dass ich da sowieso etwas "komisch" bin - ich habe mir oftmals von kostenlosen "Challenges" mehr raus nehmen können als von bezahlten Programmen.

Weil - und das ist auch dir Krux an der Geschichte - oftmals sind die kostenpflichtigen Versionen nur eine künstlich aufgeblähte Form der kostenlosen. Und wenn mir die kostenlose Version etwas gebracht hat, weil ich es schon dort verstanden hatte - dann ist mir die aufgeblähte Version meist einfach zu mühsam.

Keine Ahnung, wie es dir mit diesen Thematiken geht, freu mich auf Rückmeldungen.

Autor seit 8 Jahren
17 Seiten
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