Wer verhütet wie und warum

Die meisten Verhütungsmethoden dienen dem Schutz vor ungewollten Schwangerschaften. Aber zu Beginn einer neuen Partnerschaft oder beim schnellen Spaß mit der Thekenbekanntschaft steht neben der ungewollten Nachkommenverbreitung auch der Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten im Vordergrund. Daher sollten Frauen und Männer mit wechselnden Partnern bei der Wahl der Verhütungsmethode ein besonderes Augenmerk auf den zusätzlichen Schutz vor Infektionen legen. In festen Partnerschaften ohne Kinderwunsch können dagegen Verhütungsmethoden angewendet werden, die keinen zusätzlichen Schutz vor übertragbaren Krankheiten bieten.

Pearl Index

Der Pearl Index ist ein Maß für die Sicherheit eines Verhütungsmittels. Der Index ist eigentlich eine Formel, welche die Wahrscheinlichkeit eine Schwangerschaft berechnet. Er gibt an, wie viele Frauen von 100, die ein Jahr lang die gleiche Verhütungsmethode anwenden, innerhalb dieses Jahres schwanger werden. Ein Index von 7 würde zum Beispiel bedeuten, dass 7 Frauen von 100 mit der gleichen Verhütungsvariante innerhalb von 12 Monaten schwanger werden. Je kleiner dieser Index, umso sicherer ist die Verhütungsmethode. Der Pearl Index ist jedoch lediglich ein Anhaltspunkt, da er keinen absoluten Wert darstellt. Während manche Hersteller mögliche Anwendungsfehler in die Berechnung einbeziehen, setzen andere eine fehlerfreie Anwendung voraus.

Pille

Die Pille hat einen Pearl Index von 0,1 - 2 und stellt eine sehr sichere Methode zur Schwangerschaftsverhütung dar. Voraussetzung ist die regelmäßige Einnahme. Einen Schutz vor der Übertragung möglicher Krankheiten bietet die Pille nicht. Der Empfängnisschutz basiert auf der hormonellen Wirkung der Pille. Diese greift in den Hormonhaushalt der Frau ein und verhindern den Eisprung. Die Kosten der Pille werden bis zum vollendeten 20. Lebensjahr von der Krankenkasse übernommen. Danach kostet die Pille je nach Hersteller und Präparat zwischen 5 und 25 Euro pro Monat.

Kondom

Das Kondom hat einen Pearl Index von 2 - 12. Richtig angewendet bietet es sowohl Schutz vor ungewollten Schwangerschaften als auch vor übertragbaren Krankheiten. Der dünne Gummiüberzug stellt eine undurchdringbare Barriere für das männliche Sperma dar. Es wird aufgefangen und gelangt nicht in die Scheide der Frau und damit auch nicht zu möglicherweise befruchtungsfähigen Eizellen. Die Kosten für ein Kondom betragen ca. 50 ct.

Hormonspirale

Die Hormonspirale hat einen Pearl Index von 0,16 und stellt damit ein sehr sicheres Verhütungsmittel dar. Einen Schutz vor übertragbaren Krankheiten bietet sie allerdings nicht. Die Hormonspirale kann bis zu 5 Jahren verwendet werden. In dieser Zeit gibt sie geringe Hormonmengen (Gestagen) in die Gebärmutter ab, wodurch sich der Gebärmutterschleim verändert und der Aufbau der Schleimhaut verhindert wird. Der veränderte Schleim verhindert ein Vordringen der Spermien zur Eizelle. Sollte doch eine Eizelle befruchtet werden, ist eine Einnistung durch die nicht aufgebaute Gebärmutterschleimhaut unmöglich. Die Kosten für die Hormonspirale liegen zwischen 250 und 400 Euro. Zusätzlich können Kosten für die Kontrolle per Ultraschall entstehen.

Kupferspirale

Die Kupferspirale hat einen Pearl Index von 0,3 - 0,8 und stellt damit ein ebenfalls sehr sicheres Verhütungsmittel dar. Einen Schutz vor Infektionen bietet sie aber nicht. Eine Kupferspirale um die 5 Jahre, manche sogar bis zu 10 Jahren, getragen werden. Es werden kontinuierlich kleine Kupfermengen abgegeben, welche die Spermien hemmen. Auch die Kupferspirale verhindert den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Die Kosten für eine Kupferspirale betragen zwischen 120 und 200 Euro.

Vaginalring

Der NuvaRing hat einen Pearl Index von etwa 0,5. Er wird in die Scheide eingesetzt und verbleibt dort 21 Tage. Wie die Pille wirkt er auf hormoneller Basis. Die Kosten liegen um die 50 Euro für 3 Monate. Der Vaginalring dient lediglich dem Schutz vor ungewollten Schwangerschaften, nicht vor Infektionen.

Hormonstäbchen

Das Hormonimplantat hat einen Pearl Index von 0 - 0,08 und gehört zu den sichersten Verhütungsmethoden. Das Stäbchen wird im Oberarm unter die Haut eingesetztz und gibt über 3 Jahre kontinuierlich kleine Mengen an Gestagen ab. Die Menge an Hormon ist zu Beginn der Anwendung höher, als am Ende. Das abgegebene Gestagen führt zur Bildung eines Schleimpfropfs vor dem Muttermund und verhindert gleichzeitig den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Dadurch wird eine Schwangerschaft nahezu unmöglich. Einen Schutz vor Infektionen bietet das Hormonstäbchen allerdings nicht. Die Kosten für das Implantat betragen zwischen 250 und 350 Euro. Die ärztliche Entfernung des Stäbchens kann mit weiteren Kosten verbunden sein.

Autor seit 6 Jahren
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