Was ist Vitamin D?

Streng genommen handelt es sich bei den D-Vitaminen (D1 - D5 - Calciferole) gar nicht um Vitamine, sondern um Hormonvorstufen. Vitamin D3 (Cholecalciferol) wird im Körper mit Hilfe von Sonnenlicht (UVB) aus Cholesterol selbst hergestellt. Man unterscheidet das Speicherhormon (25-OH-VitD3 - Calcidiol) und das aktiv wirksame Hormon (1,25-Dihydroxy-Vitamin-D3 - Calcitriol), welches wiederum aus der Speicherform gebildet wird. Um seinen Vitamin D3 Wert herauszufinden ist es sinnvoll, das Speicherhormon im Blut bestimmen zu lassen.

Wozu wird Vitamin D benötigt?

Lange Zeit wurde Vitamin vor allem als wichtig im Knochenstoffwechsel (vor allem Calcium und Phosphor) angesehen. Je mehr geforscht wird, um so mehr sieht man allerdings, dass Vitamin D im gesamten Organismus ein wichtiger Faktor ist. Ohne Vitamin D läuft im Körper gar nichts. Vitamin D Rezeptoren finden sich überall im Gewebe und in den Zellen. So ist anzunehmen, dass Vitamin D bei allen Körperfunktionen eine wichtige Rolle spielt. Immer mehr neue Daten zeigen, dass Vitamin D neben dem Mineralstoffwechsel auch auf das Immunsystem, das Herz-Kreislauf-System, auf Nerven und Gehirn, auf die Zellen selbst und auch die DNA Einfluss hat. Viele, vor allem chronische Krankheiten, gehen mit einem Vitamin D Mangel einher. Auch mit Krebs sind Zusammenhänge zu sehen.

Wie und wann wird es gebildet?

Wie schon erwähnt, wird Vitamin D3 mit Hilfe von UVB-Strahlen selbst hergestellt. Und hier liegt auch das Problem. War man (sehr viel früher) den ganzen Tag draußen, z.B. auf dem Feld beschäftigt, gab es sicher kein Vitamin D Problem. Heute jedoch, wo jeder im Prinzip den ganzen Tag drinnen arbeitet oder viel im Auto unterwegs ist, hat der Körper nicht mehr genügend Sonneneinstrahlung, um sein Vitamin D zu bilden. Sonnencreme und die Angst vor Hautkrebs tun ihr übriges. (Lesen Sie auch: Verursachen Sonnenschutzmittel Krebs?)Viele sind der Meinung, 10 Minuten kurz in die Sonne reicht aus, um vernünftige Vitamin D Spiegel zu bilden. Nach den heutigen Erkenntnissen sind die Menschen jedoch heute schon so im Mangel, dass die Speicher nie mehr richtig gefüllt werden. Es gibt sogar Menschen, die täglich im freien Arbeiten, und trotzdem einen Vitamin D Mangel haben.

Vitamin D kann in allen Ländern, die nördlich des 40. Breitengrades liegen, (also ca. nördlich von Rom), überhaupt nur von April bis September gebildet werden, und das auch nur in den Zeiten zwischen 10 und 16.00 Uhr, da die Synthese auch noch vom Einstrahlungswinkel der Sonne abhängig ist und natürlich nicht voll bekleidet und ohne Sonnencreme. Diese blockiert die UVB Strahlen und die Vitamin D Synthese wird unmöglich. Das heißt, im Sommer müssen die Speicher gefüllt werden, damit der Körper auch im Winter genügend aktives Vitamin D bilden kann. Ein Aufenthalt im Freien im Winter bringt also hinsichtlich der Vitamin D Bildung überhaupt nichts, wird heute aber oft immer noch so lapidar empfohlen.

Vitaminmangelsymptome

Die Vitamin D Mangelsymptome sind äußerst vielfältig und gehen von Leistungsschwäche, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Osteoporose, Immunschwäche, Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislaufprobleme, Muskelschwäche, -krämpfe und -schmerzen über Nervenprobleme und -schmerzen, Multiple Sklerose, Depressionen und Demenz. Sicherlich gibt es noch viel mehr Zusammenhänge, die jetzt noch gar nicht bekannt sind.

Wie stellt man einen Vitamin D3 Mangel fest?

Hat man die Vermutung, dass der Vitamin D Spiegel vielleicht zu niedrig ist, ist ein Labortest das Mittel der Wahl. Wie schon oben erwähnt ist es sinnvoll, den Speicherwert, also das 25-OH-VitD3 zu messen. Im besten Fall ist der Arzt gut informiert und motiviert, dann kann er aufgrund der Symptome die Notwendigkeit des Tests begründen und dieser kann über die Krankenkasse abgerechnet werden.

Mein Tipp: Bei chronischen Krankheiten weiß man, dass man einen erhöhten Vitamin D Bedarf und Verbrauch hat, z.B. bei der vermehrt auftretenden Hashimoto Schilddrüsenentzündung. Hier ist es sinnvoll, den Wert als sog. Nebenbaustelle beim Endokrinologen testen zu lassen!

Wird er nicht von der Kasse übernommen, kann man den Vitamin D3 Wert als IGEL Leistung selbst bezahlen. Sollte der Wert dann im Mangel sein, kann eventuell hinterher das Geld von der Kasse wiederbekommen werden. Hält der Arzt absolut nichts davon und weigert sich, den Wert zu bestimmen, bleibt noch die Möglichkeit, einen Test im Internet zu bestellen, sein Blut über einen Fingerpieks abzunehmen und zur Untersuchung hinzuschicken. Das Ergebnis bekommen sie dann nach Hause geschickt.

Ab wann besteht ein Mangel?

Hier wird es jetzt interessant und die Meinungen gehen stark auseinander. Laut der meisten Labore und Ärzte beginnt ein Mangel erst ab einem Wert unter 20 ng/ml bzw. 50 nmol/L. Alles was hier drüber liegt, wird oft schulmedizinisch als nicht behandlungsbedürftig gesehen bzw. liegt im grünen Bereich des Labors. In einschlägigen Internetgruppen, spezialisierten Informationsseiten oder Fachbücher zum Thema, sollte der Wert deutlich höher, mindestens ab 50 ng/ml, liegen. Zwischen 80 und 100 ng/ml gilt als optimale Dosis, in der der Körper nicht nur ausreichend versorgt ist, sondern auch noch optimal arbeiten und auch entgiften kann.

Vitamin D3 Mangel auffüllen, aber wie?

Hat man jetzt glücklicherweise seinen Vitamin D Wert, empfehle ich spätestens jetzt, der Facebook Gruppe "Vitamin D - das *Sonnenvitamin* beizutreten. Hier gibt es nicht nur wirklich gute Leute, die mit Rat und Tat zur Seite stehen, sondern auch einiges an Dateien, die weiter ins Thema reinführen. Hier erhält man neben Produktempfehlungen auch noch kompetente Hilfe zu den eigenen D Werten, wenn man seine Blutergebnisse dort einstellt. Hier wird auch der Melzer Rechner empfohlen, um die notwendige Auffülldosis und die spätere Erhaltungsdosis zu berechnen. Hier gibt man seinen aktuellen Vitamin D-Wert in ng/ml, den Zielwert, den man gerne haben möchte, das Körpergewicht, die Verlustrate (voreingestellt bei 0,83, sollte auf 1,5 erhöht werden, wenn man chronisch krank ist) und die Anzahl der Tage ein, die man auffüllen möchte. Empfohlen werden zwischen 10 und 30 Tage.

Nun bekommt man einen Wert ausgespuckt, der wahrscheinlich sehr deutlich von den Empfehlungen des Arztes abweicht. Beispielsweise wäre bei einem Ausgangswert von 30 ng/ml, bei einer chronischen Vorerkrankung und 30 Tagen Zeit, eine Auffülldosis von 525.000 I.E. notwendig. Das heißt, man muss 30 Tage lang eine Dosis von 26.300 I.E. zu sich nehmen und danach täglich eine Dosis von 12.600 I.E. zuführen, um diesen Wert auf Dauer halten zu können, da sich Vitamin D täglich verbraucht.

Wenn sie das Ihrem Arzt erzählen, wird er sie wahrscheinlich bestürzt ansehen und ihnen raten, eine täglich Dosis von 1000 I.E. nicht zu überschreiten, da sie sonst bald dem Tode geweiht sind. Aber keine Angst, die ca. 26.000 Mitglieder der Facebook Gruppe leben noch alle und auch ich würde schwerlich diesen Artikel schreiben können, wenn ich schon an einer Vitamin D Intoxikation gestorben wäre. Allerdings gibt es bei der Einnahme doch noch einige sehr wichtige Dinge zu Beachten:

Niemals Vitamin D ohne Vitamin K2 und Magnesium auffüllen!!

Bevor ich die Facebook Gruppe zufällig fand, habe ich sehr sporadisch Vitamin D eingenommen, bzw. hatte ich schon mal eine Schnellauffüllung nach dem Prinzip des Buches: Gesund in 7 Tagen gemacht. (Auch das habe ich überlebt!) Allerdings hatte ich danach, und dieser Zusammenhang wurde mir erst später bewusst, massiv Probleme mit Muskelzuckungen und Krämpfen. Was war passiert? Ich habe hochdosiert Vitamin D eingenommen, ohne gleichzeitig Magnesium einzunehmen. Vitamin D Bildung benötigt und ist nicht nur von Calcium, sondern auch von Magnesium abhängig. Beim Auffüllen wird vermehrt Magnesium verbraucht. Da die orale Aufnahme meist begrenzt ist, die man vom Magnesium aufnehmen kann (Durchfall!), wird empfohlen, Magnesium auch noch transdermal, also über die Haut zuzuführen. Das kann über Magnesiumfußbäder oder Einsprühungen mit sog. Magnesium Öl geschehen. Um ein Öl herzustellen, nimmt man z.B. 300 mg Magnesiumchlorid und löst es in 1 L Wasser auf. In eine Sprühflasche gefüllt kann man sich täglich großflächig einsprühen. Aber vorsicht, anfangs kann das auf der Haut ziemlich brennen, bis sich diese sich daran gewöhnt hat. Ich persönlich finde Magnesium als Fußbad ganz angenehm. Der Verbrauch an Magnesium ist jedoch relativ hoch, sodass es bei der Bestellung schon gleich etwas mehr sein darf. Eine Bestellung z.B. im 4 kg Eimer ist da nicht übertrieben. Da Magnesium und Calcium auch immer in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen, sollte auch immer genügend Calcium über die Nahrung zugeführt werden. Auch hierzu gibt es in der Gruppe genügend Tipps.

Desweiteren wurde ich auch erst in der Gruppe darauf aufmerksam, dass bei Vitamin D3 Substitution immer! Vitamin K2 eingenommen werden muss. Auch hiervon wird Ihnen Ihr Arzt nichts erzählt haben, was für mich echt erschreckend ist. Warum erfährt man solch essentielle Infos nur über Selbstrecherche im Internet? In letzter Zeit hatte ich immer das Gefühl, nach der Vitamin D Einnahme, aber auch Zyklusabhängig, vermehrt Nierenschmerzen zu bekommen. Da ich schon einmal einen Nierenstau hatte, war ich da äusserst sensibilisiert und versuchte die Zusammenhänge zu finden. Dadurch bin ich auf das K2 gestoßen, welches die Aufgabe hat, Calcium in die Knochen einzulagern, da wo es hingehört. Fehlt K2, kann es passieren, dass das Calcium sich irgendwo in den Organen, z.B. den Nieren! einlagert. Aha, da wundern mich meine Nierenschmerzen so überhaupt nicht mehr. Vitamin K2 ist im Moment weitesgehend umbekannt, sollte aber eigentlich kontinuierlich substituiert werden. Mehr zu K2/D3, empfohlene Dosis und Produkten, lesen sie bitte auf folgender Seite nach: http://www.vitamind.net/vitamin-k/

Fazit

An einen Vitamin D Mangel wird heute immer noch zu wenig gedacht. Eigentlich sollte der Hype noch größer sein und der Test bei jedem Blutbild automatisch dabei sein. Als Vitamin mit Hormonwirkung macht sich ein Mangel im gesamten Organismus bemerkbar und führt zu einem Ungleichgewicht im Hormonsysthem. Es sollten sich noch viel mehr Menschen mit dem Thema auseinanderzusetzen und seinen Arzt darauf anzusprechen. Ich hoffe, ich konnte einige in die richtige Richtung anstupfen. Mehr Informationen hierzu in meiner Linkliste.

susivital, vor 20 Tagen
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