Selbstverständlich lassen wir hungrigen Vögeln gerne etwas übrig, damit sie gut durch den Winter kommen, wenn sie ansonsten kein Futter mehr finden und sich einen Fettvorrat für die kalte Jahreszeit anfressen wollen und müssen.

Leider neigen sie dazu, die Früchte nicht aufzufressen (das würde sich ja noch lohnen), sondern nur anzupicken. Wie wollen aber die angepickten Kirschen auch nicht mehr essen, außerdem sind Früchte weniger gut haltbar, wenn sie nicht mehr unversehrt sind. Zudem reifen diese und andere betroffene Obstsorten dann, wenn die Vögel außen herum noch genügend anderes Futter finden. Wir werden ihnen etwas am Baum lassen (die obersten Früchte sind für sie am leichtesten erreichbar und wir kommen sowieso kaum mehr hin), aber zuerst wollen wir selber ernten.

Daher sind in unseren Gärten oft ganze Heerscharen flatternder Gestalten zu sehen, die allesamt die Aufgabe haben, die verfressenen Gesellen zu vertreiben. Eine Vogelscheuche ist schnell und einfach selber gemacht, denn sie muss keinerlei bestimmte Vorgaben erfüllen und kann je nach eigenem Geschmack hergerichtet werden. Selbstverständlich darf sie dekorativ sein und zum Garten passen - eine rustikale Scheuche aus Stroh für naturnahe Bauerngärten etwa oder flatternde und grazile Bänder für den edleren Eindruck.

Material

Das Material für eine selber gebastelte Vogelscheuche ist entweder sowieso in jedem Haushalt oder Gartenschuppen zu finden oder günstig zu bekommen. Auch Sachen, die man eigentlich schon längst wegwerfen wollte, kann man vielleicht noch dafür verwenden.

Zwei Latten (eine mit einem Meter Länge, eine mit zwei Metern Länge) werden als Kreuz übereinander genagelt und mit Kokosstrick oder ähnlichem zusätzlich fixiert. Das bildet den "Körper", das Grundgerüst der Vogelscheuche. Die längere Latte ist dann der Körper, die kürzere Latte bildet die Arme ab, daher wird das kurze Stück auch oberhalb der Mitte der langen Latte befestigt (Proportionen).

Das eine Ende der längeren Latte kann man gleich an der Seite anspitzen, mit der es später in den Boden gebracht werden soll, das geht dann leichter von der Hand.

Als nächstes wird Stroh benötigt. Mit diesem formt man den Kopf. Dazu wird das Stroh lagenweise bzw. büschelweise aufgebracht und mit einem Strick oder Bindfaden fixiert. Am Schluss einen Sack aus Leinen darüber ziehen und unten zusammenschnüren.

Nun geht es daran, die Vogelscheuche anzuziehen. Kokosstricke können als Hosenträger dienen, alte ausrangierte Kleidung wird der Scheuche angezogen. Je weiter die Kleidungsstücke geschnitten sind, umso einfacher geht das. Das ist der Grund, warum viele Vogelscheuchen geknöpfte Hemden und derlei Dinge anhaben. Als Gürtel nimmt man auch wieder einen derben Strick.

Auch die Hände bestehen aus Stroh. Sie werden geformt, nachdem die Vogelscheuche ihr Oberteil anhat. Die Strohbüschel werden mit Bindfaden fixiert und beginnen im Ärmel.

Die Ausgestaltung am Schluss ist für Detailverliebte. Setzen Sie der Vogelscheuche noch einen alten Strohhut auf, stecken Sie ihr eine Blume an oder kleben Sie ihr aus Stoffresten ein Gesicht.

Klar, dass sich so eine derbe Vogelscheuche auch eher für den rustikalen Garten oder für ein Feld eignet. Wer es etwas unauffälliger mag, bastelt sich drehende Alu-Spiralen oder andere sich im Wind bewegende Dinge aus spiegelnden Materialien.

Sonja, am 12.03.2018
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