Fernwanderwege

Der RheinBurgenWeg verbindet auf einer Strecke von 200 Kilometern linksrheinisch die Orte Bingen mit Rolandseck. Er führt zu den Burgen, die malerisch auf den Höhen über Rheinlandschaft thronen. In 2012 wurde er vom Wandermagazin zum zweitschönsten Wanderweg Deutschlands gekürt. Die 8. Etappe im Oberrheintal führt über 15,5 Kilometern in ca. 5 Stunden von Rhens über Boppard nach Bad Salzig. Highlights sind hier der Blick auf die Marksburg, die einzige unzerstörte Burg am Rhein, vom Vierseenblick und dem Gedeonseck, sowie auf die Feindlichen Brüder (die Burgen Sterrenberg und Liebenstein). An- und Abfahrt zu den Orten kann mit der Bundesbahn erfolgen.

Etwas tiefer durch den Wald führt der Rheinhöhenweg von Bonn bis Alsheim. Ab dem Deutschen Eck in Koblenz führt die 5. Etappe zu den Hunsrückdörfern Waldesch und Hünenfeld und von da durch den Wald zum Vierseenblick und nach Boppard. Es werden 22,5 Kilometer in ca. 6 Stunden bewältigt. Die 6. Etappe führt dann ab Boppard auf 31,5 Kilometer mit einem weiten Fernblick auf den Rhein von der Fleckertshöhe in 9 Stunden bis Oberwesel. Entlang der Rheinstrecke kann die Bahn für An- und Abreise genutzt werden.

Der Hunsrückhöhenweg beginnt in Boppard und endet nach über 166 Kilometern in Bernkastel-Kues an der Mosel. Der erste Teil des Weges steigt steil über das Sabelsköpfchen auf den Hunsrück, vorbei an Buchholz zur Hierermühle bis nach Pfalzfeld (15 Kilometer). Man genießt die Weite der Landschaft auf dem Bergrücken. Eine mögliche Fahrt mit der Hunsrückbahn von Boppard nach Buchholz kürzt die Strecke ab. Falls nicht auf dem Hunsrück übernachtet werden soll, fahren Busse ab Gondershausen zum Bahnhof in Emmelshausen und von dort kann die Rückreise mit der Bahn erfolgen.

Weitere Informationen zu den Fernwanderwegen findet man unter Fernwege.

Gleitschirmflieger über dem Gedeonseck

Vierseenblick

Traumschleifen wandern um Boppard

Die Stadt Boppard kann sich rühmen über sechs Traumschleifen zu verfügen - eine tolle Auswahl für den Wanderer. Bei den Traumschleifen handelt es sich um zertifizierte Premiumrundwanderwege, die naturnahe Wege mit besonderen Aussichtspunkten und Naturschönheiten verbinden. Das Fahrzeug kann so gut wieder erreicht werden. Sie sind zwischen 6 und 20 Kilometer lang. Für jeden Schwierigkeitsgrad ist etwas dabei. Die Traumschleifen lauten:

Wegnummer Länge der Strecke Anforderungsprofil Zeit

Hasenkammer 10,3 Kilometer mittelschwer 4 Stunden

Ehrbachklamm 15,6 Kilometer schwer 6 Stunden

Mittelrheinklettersteig 5,1 Kilometer schwer 1-3 Stunden

Elfenlay 10,4 Kilometer mittelschwer 4 Stunden

Fünfseenblick 10,4 Kilometer mittelschwer 4 Stunden

Rheingold 10,7 Kilometer mittelschwer 4 Stunden

DieTouristinformaton Boppard hält eine Broschüre über die Traumschleifen bereit.

Wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen – die Traumschleife Hasenkammer führt über die Wald- und Wiesenlandschaft des Hunsrücks. Wer früh in den Morgenstunden oder kurz vor der Dämmerung wandert, kann durchaus Wild wie z.B. Rehe oder Hasen entdecken, die auf dem freien Feld nach Nahrung suchen. In der Region wird seit Jahrhunderten traditionell Obst angebaut. Die Strecke startet und endet in Herschwiesen. Sehenswert ist die barocke Pfarrkirche St. Pankratius mit einem Altar im Stil Balthasar Neumanns. Die Schwarze Madonna in der Kapelle im nahen Windhausen zieht Wallfahrer an.

Der rauschende Ehrbach in der Ehrbachklamm

Ein wild plätschernder Bach schuf die Ehrbachklamm zwischen Buchholz und Brodenbach an der Mosel. Die wildromantische Klamm war für die Hunsrücker schon immer ein schneller Verbindungsweg zur Mosel, zahlreiche Mühlen nutzten das Wasser. Die Traumschleife Ehrbachklamm zieht ab Oppenhausen vorbei an saftigen Wiesen, Getreidefeldern und durch dichten Wald. Die Teilabschnitte der Klamm zwingen manchmal zum Klettern. Gutes, nicht rutschiges Schuhwerk wird dringend empfohlen! Man wird belohnt durch eine dramatische Landschaft mit dunklen Felsen und einem Wasserfall. In der Ferne sind die Rauschenburg und das in Privatbesitz befindliche Schloss Schöneck zu bewundern. Für eine gemütliche Rast bietet sich z.B. die Daubisberger Mühle mit dem noch betriebenen Mühlrad an. Sie ist bekannt für ihre leckeren gebratenen Forellen.

Die Ehrbachklamm hat mich schon in meiner Kindheit begeistert, eine dramatische urwüchsige Flußlandschaft. Die Traumschleife wurde am 25.03.12 von der Ministerin Eveline Lemke offiziell eröffnet. Sie erhielt vom Deutschen Wanderinstitut 77 Erlebnispunkte.

Kurz aber oho! Wer sich weit nördlich der Alpen im Klettern üben möchte, ist beim Mittelrheinklettersteig richtig. Dicht an der steilen Schieferwand geht es über Leitern und in den Fels eingehauene Tritte entlang. An einem Stahlseil kann man sich absichern. Man sollte trittsicher und schwindelfrei sein. Wer hier zögert, kann auch einen Umgehungsweg nutzen. Der Weg führt weiter durch den Wald über Vierseenblick und Gedeonseck. Eine Rast sollte man hier einplanen, allein schon um die schöne Aussicht zu genießen. Über die Hohe Ripp wandert man wieder ins Rheintal zurück. Wer nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, kann auf dem Remigiusparkplatz am Ortseingang parken.

Aufstieg zur Elfenlay Boppard

Die Traumschleife Elfenlay wurde vom offiziellen Wanderführer der Stadt Boppard, Herrn Manuel Andrack, am 30.03.14 offiziell eröffnet. Der in der Harald-Schmidt-Show bekannt gewordene Andrack ist Autor einiger Wanderbücher uns selbst passionierter Wanderer. Die Traumschleife wurde vom Deutschen Wanderinstitut mit 81 Erlebnispunkten bewertet. Sie gehört zu den 20 schönsten Premiumwanderwegen, ein Grund mehr sie auf Schusters Rappen zu erobern.

Zum Felsen der Elfen startet die Traumschleife Elfenlay am Remigius-Parkplatz im Mühltal. Sie führt steil den Berg hinauf zu den Aussichtspunkten Elfenlay und Kurt-Alich-Blick, das Städtchen Boppard an der größten Rheinschleife zu Füßen. Weiter geht es durch den schattigen Wald, zwischen dem immer wieder die Hunsrückbahn herausblitzt. Besonders eindrucksvoll ist der Blick auf die Hubertusschlucht mit dem 50 Meter hohen Viadukt. In der Liesenfeldshütte kann man rasten und picknicken. Über das Sabelsköpfchen geht es wieder hinab in das Rheintal. Einkehrmöglichkeiten gibt es in Boppard z.B. im Mühltal. Bitte auch hier an gute Wanderschuhe denken, der Aufstieg kann rutschig sein!

Für die Traumschleife Fünfseenblick ist ein weiterer Höhepunkt geplant. Die Stadt Boppard hat mit Unterstützung aus EU-Fördergeldern den 27,4 Meter hohen Fünfseenblickturm gebaut, der eine Rundumsicht über den Rhein, den Hunsrück, den Taunus und den Westerwald bietet. Von seiner Aussichtsplattform bietet sich die Illusion einer Fünfseenlandschaft mit dem Bopparder See über der Kirchturmspitze von St. Severus, dem Bad Salziger See", dem Weilerer See, dem Fellener See über dem Ehrenthaler Werth und dem St. Goarshausener See. Ab dem Parkplatz am Kurpark Bad Salzig wandert man hinauf zum Taunusblick und genießt die Sicht auf die Burgen der Feindlichen Brüder über Kamp-Bornhofen. Ein Stück den Weiler Bach entlang geht es zu Hochleiblick und Fünfseenblick, von dem aus man ein weites Panorama über den Rhein erhält. Die Traumschleife Fünfseenblick wurde am Sonntag, den 04.05.14 feierlich eröffnet. Sie wurde vom Deutschen Wanderinstitut mit 78 Erlebnispunkten als Premiumweg zertifiziert

Eröffnung der Traumschleife Fünfseenblick Boppard - Bad Salzig

Auf die Spuren der Fernsehserie Heimat I, Folge 2 Die Mitte der Welt begibt man sich bei der Traumschleife Rheingold. Die Route führt ab dem Wanderparkplatz am Paddelsbach an der K 115, Nähe Rheinbay zu einer Vielzahl von Aussichtspunkten über dem Rhein. Machen Sie es wie die Filmhelden Eduard Simon und Lucie aus Heimat I und picknicken Sie am Panoramablick. (Die Szene als sie aus Berlin nach Schabbach reisen). Und wie sagte Lucie in der Szene: "Det Rheinland ist det schönste Land, det ick kenne." Auch dem Filmregisseur Edgar-Reitz ist ein eigener Aussichtspunkt gewidmet.

Am 30.03.14 war die offizielle Eröffnung der Traumschleife Rheingold durch den Buchautor Manuel Andrack sowie Bürgermeister Dr. Walter Bersch. Schirmherr der Veranstaltung war Herr Otto Prochnow, Laienschauspieler aus der Filmtrilogie "Heimat". Der Aussichtspunkt der Filmszene hat den Namen "Edgar Reitz Eck" erhalten. Das Deutsche Wanderinstitut bewertet die Traumschleife mit 80 Erlebnispunkten. Sie gehört zu Deutschlands 20 schönsten Premium-Rundwanderwegen. Wir als Bopparder freuen uns sehr über die Auszeichnung!

Wandern auf der Traumschleife Rheingold (Video)

Weitere Wanderwege in Boppard

Ein sehr entspannter Weg ist der Hunsrückbahn-Wanderweg, denn zuerst erfolgt eine gemütliche Fahrt mit der Hunsrückbahn (Rhenus Veniro) von Boppard nach Buchholz. Fahrkarten gibt es im Automat am Bahnhof, in der Post oder bei der Touristinformation. Durch den Wald geht es über das Mörderbachtal in 2 Stunden (6,5 km, Anforderung leicht) hinab nach Boppard. Auch hier genießt der Wanderer den Ausblick über die dramatische Hubertusschlucht und von der Elfenlay.

Etwas länger ist der Einsiedlerweg (12,3 km, Anforderung mittel, Dauer 4,5 Stunden) ab dem Parkdeck Marienberg unterhalb dem ehemaligen Ursulinenkloster Marienberg. Durch den Schowes führt ein Weg in den Marienberger Park, der in früheren Zeiten ein Kurpark der Bopparder war. Im Park wird jährlich das traditionelle Orgelbornsfest gefeiert. Über die Quelle des Orgelborns geht es in das Bruder-Michels-Tal. Das Tal mit der Eremitage des gleichnamigen Mönches war Namensgeber für den Weg. Steil geht es über den Kasslinger Berg durch den ruhigen Stadtwald zum Eisenbolz, mit Blick auf die Feindlichen Brüder und über Buchenau zurück nach Boppard. Wer nur das Plateau des Eisenbolzes genießen will, parkt am Bopparder Friedhof und wandert von hier hinauf. Ein gemütlicher Rundweg führt über den Eisenbolz zurück zum Parkplatz.

Auf die Spuren der Hexen und Kelten macht man sich auf dem Hexenweg (12,3 km, Anforderung anspruchsvoll, 4 – 5 Stunden). Ab dem Mühltal wandert man über den Kronprinzenpfad an den Fischteichen vorbei zum Horstkopf (463 m hoch) bei Pfaffenheck mit Blick auf die Dörfer ringsum. Auf dem Hexentanzplatz sollen sich an Walpurgisnacht die Hexen zum Tanz eingefunden haben. Der Bruder-Tönnes-Hügel stammt, wie die umliegenden Grabhügel, aus der Zeit der Kelten (7. bis 6. Jahrhundert vor Christus). In diesen großen Hügeln wurden Fürsten bestattet. Über die Hedwigseiche geht es zurück ins Mühltal.

Im Bopparder Hamm wird auf 75 Hektar Wein angebaut. Durch die sonnige Südlage und die Schieferböden begünstigt, wächst hier ein hervorragender Riesling. Der Schiefer speichert die Wärme und gibt sie an die Reben ab. Der Weinlehrpfad Boppard Hamm informiert über die einzelnen Weinbergslagen wie Mandelstein oder Fässerley, Anpflanzung der Reben und die Arbeit des Winzers. Der Weg beginnt am großen Weinfass im Peternachertal und führt über den Bopparder Hamm mit einmaligem Blick über den Rhein und die benachbarten Taunushöhen. Im April findet hier der Bopparder Weinfrühling statt, bei dem die Winzer und Gastronomen ihre Stände aufbauen und zu Wein und kulinarischen Genüssen einladen. Peternach ist mit dem Bus ab Boppard erreichbar.

Eine Auflistung weiterer Wanderwege mit detaillierten Karten und GPS-Suche findet der Wanderer hier.

Hubertusschlucht Viadukt Boppard

Fazit: ein längerer Aufenthalt lohnt sich!

Boppard eignet sich aufgrund der vielen Wanderwege für einen längeren Aufenthalt am Rhein. Wer sich ein Hotel nimmt, kann gut und gerne 2 Wochen immer neue Wege entdecken. Am Abend entspannt man bei einem Glas Wein oder schlendert durch die Stadt und die Rheinanlagen.

Einen kostenlosen Reiseführer mit Tipps zu den Sehenswürdigkeiten wie z.B. Vierseenblick und Gedeonseck, Veranstaltungen wie Weinfrühling oder Weinfest, Essen und Trinken erhalten Sie hier als PDF-Download.

Die Touristinfomation am Marktplatz kann Tipps zu weiteren Wander- und Ausflugsmöglichkeiten geben. Eine Schiffstour zu den einzelnen Burgen sollte ebenso wenig fehlen, wie die Fahrt mit der Sesselbahn.

Bildquelle: Reisefieber

Umgebungskarte

Houses and Church of St. Severus, Boppard, Germany (Bild: Miva Stock / AllPosters)

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Reisefieber, am 16.07.2013
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Bildquelle:
Reisefieber /Ahrweiler (Ein Wochenende in Bad Neuenahr-Ahrweiler)

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