Seit wann gibt es eigentlich den Muttertag?

Eigentlich reicht der Muttertag bis ins 17. Jahrhundert zurück, wo in England die Mägde und Knechte am vierten Sonntag in der Fastenzeit frei bekamen, um ihre Eltern zu besuchen. In seiner heutigen Form liegen die Wurzeln des Muttertags allerdings in den USA, wo Ann Maria Reeves Jarvis im 19. Jahrhundert während des amerikanischen Bürgerkriegs verletzte Soldaten pflegte und sich für die Witwen der im Schlachtfeld verbliebenen Männer einsetzte. Sie war Gründerin des Mother's Day Work Club. Diese Initiative wurde von der Publizistin, Frauenrechtlerin und Kriegsgegnerin Julia Ward Howe aufgegriffen, die im Jahr 1872 einen Mother's Day of Peace forderte. Zusammen mit der Tochter von Ann Maria Reves Jarvis, die den gleichen Vornamen wie ihre Mutter trug, gedachte sie am Todestag der Friedensstifterin, dem 8. Mai, ihrem Lebenswerk und dem  Einsatz für die vom Krieg gebeutelten Menschen.

Ann Maria Reeves Jarvis erfand den Tag für Mütter
Ann Maria Reeves Jarvis, die ...

Ann Maria Reeves Jarvis, die Urheberin des Muttertags (Bild: Wikipedia)

Den Gedenktag, den sie zu Ehren aller Mütter in der Heimatkirche der Wohltäterin in Virigina zelebrierten, nannten sie Memorial Mother's Day Meeting. Mit ihren Aktivitäten zogen die beiden Frauen das öffentliche Interesse auf sich und machten die Muttertagsbewegung so populär, dass seit dem Jahr 1910 dieser Tag im ganzen Bundesland Virginia gefeiert wird.

Ein Gedenktag für den Frieden wird kommerzialisiert - Der Muttertag sorgt für Umsatz im Blumen- und Geschenkehandel

Ann Jarvis junior gründete eine Vereinigung, um den Muttertag auch in den übrigen Vereinigten Staaten einzuführen und wirkte zunächst auf die Präsidenten Roosevelt und Taft, anschließend auf deren Nachfolger Woodrow Wilson ein, um dies zu realisieren. Zunächst erntete sie Widerstand, aber unter den Vorzeichen des dräuenden 1. Weltkriegs ließ sich Wilson erweichen und erklärte den 8. Mai 1914 zum gesetzlichen Feiertag. Angesichts des später wachsenden Wohlstandes verlor der Muttertag allerdings seine ursprüngliche Bedeutung als ein Gedenktag für  den Frieden und wurde verkommerzialisiert. In Deutschland wurde der Muttertag 1923 auf Initiative des Verbandes der deutschen Blumengeschäftsinhaber eingeführt. Noch weniger ruhmreich war der Muttertag als gesetzlicher Feiertag im Nationalsozialismus, da Mütter nur deshalb gefördert wurden, weil Kinderreichtum die Basis für die Verankerung nationalsozialistischen Gedankenguts war.

Alles Liebe zum Muttertag

Alles Liebe zum Muttertag (Bild: FotoDB.de / Flickr)

Was kann man der Mutter außer Blumen noch schenken?

Ein Blumenstrauß zum Muttertag ist ein nettes Geschenk, vor allem, wenn man die Blumen selbst
gepflückt hat. Da der Tag zu Ehren der Mütter immer am zweiten Sonntag im Mai stattfindet, bietet sich ein Strauß mit duftenden Maiglöckchen an. Üppige Blüten und zarter Duft sind nicht das allein Seligmachende, zumal der Begriff der Nachhaltigkeit damit nicht erfüllt ist. Nach einigen Tagen lassen die Blüten ihre Köpfe hängen und die Pracht ist schnell dahin.

Wenn die Mutter einen so genannten "grünen Daumen" hat, bietet es sich an, eine Topf- oder Gartenpflanze zu schenken.

Wie wäre es beispielsweise mit einem weiteren Muttertagsgeschenk, das sich von Blumen und Pralinen abhebt. So könnte man Eintrittskarten zu einem Konzert oder Theaterstück besorgen, wovon die Mutter schon seit Wochen schwärmt.

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Grüße zum Muttertag, die von Herzen kommen - Authentische Sätze und Sinnreiches statt in Wothülsen gefasstes Blabla

Wer am Muttertag nicht persönlich anwesend sein kann, der sollte zumindest einen lieben Gruß senden. Ein Telefonanruf zusätzlich toppt das Ganze noch, aber ein persönlicher Gruß auf einer schönen Karte, die mit Liebe ausgesucht oder selbst gestaltet wurde, ist eine besondere Wertschätzung, die auch die angestrebte Wirkung erzielt. Die Authentizität eines Muttertagsgrußes wird dann erreicht, wenn es sich wirklich um persönliche Worte handelt und nicht um abgeschriebene Sätze mit süßlichem Tenor. Dabei darf es sich aber durchaus um ein Gedicht handeln, das man mit eigenen Worten interpretiert:

An meine Mutter

von Johann Wolfgang von Goethe

Obgleich kein Gruß, obgleich kein Brief von mir
So lang dir kömmt, lass keinen Zweifel doch
Ins Herz, als wär' die Zärtlichkeit des Sohns,
Die ich dir schuldig bin, aus meiner Brust
Entwichen. Nein, so wenig als der Fels,
Der tief im Fluss vor ew'gem Anker liegt,
Aus seiner Stätte weicht, obgleich die Flut
Mit stürm'schen Wellen bald, mit sanften bald
Darüber fließt und ihn dem Aug' entreißt,
So wenig weicht die Zärtlichkeit für dich
Aus meiner Brust, obgleich des Lebens Strom
Vom Schmerz gepeitscht bald stürmend drüber fließt,
Und von der Freude bald gestreichelt still
Sie deckt und sie verhindert, dass sie nicht
Ihr Haupt der Sonne zeigt und ringsumher
Zurückgeworfne Strahlen trägt und dir
Bei jedem Blicke zeigt, wie dich dein Sohn verehrt.

Dieses Gedicht können durchaus auch Töchter auswählen, denn sie können ja mit diesen oder ähnlichen Worten erklären: "Zwar bin ich eine Tochter und kein Sohn wie der Geheimrat, aber so wenig weicht die Zärtlichkeit für dich aus meiner Brust wie die Verehrung, die auch Johann Wolfgang von Goethe für seine Mutter hatte."

Für die Mutter

von Karl Enslin

Was soll ich Dir denn sagen,
O gute Mutter, heut?
Was soll ich dir denn wünschen,
Das Dich und mich erfreut?

Ja, könnt' ich Dir's nur sagen,
Wie's um das Herz mir ist!
Du weißt es ja doch besser,
Wie teuer Du mir bist.

Dass Du mich immer liebest
Und ich lieb' immer Dich -
Nichts Schöneres kann ich wünschen,
Nichts Besseres für Dich und mich.

Dieses Gedicht von Karl Enslin ist deutlich schlichter als das von Goethe, aber in seiner Einfachheit oder gerade deswegen sehr berührend. Es trifft die innige Beziehung zwischen Mutter und Kind und bedarf eigentlich keiner weiteren Erläuterung. Bei einem gespannten Verhältnis zu seiner Mutter sollte man allerdings auf Pathos verzichten und auf dem Boden der Realität bleiben. Dennoch schadet es bestimmt nicht, eine gewisse Wertschätzung zum Ausdruck zu bringen, auch wenn das Mutter-Kind-Verhältnis nicht immer Friede-Freude-Eierkuchen ist. 

Krimifreundin, am 29.04.2013
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Bildquelle:
Heimo Cörlin (Frohes Fest: Texte für Weihnachtskarten)

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