EU-Behörde warnt vor "Diclofenac" (Voltaren)

Das Schmerzmittel und Entzündungshemmer Voltaren (Diclofenac) gehört zu den meist gebrauchten Medikamenten dieser Welt. In Deutschen Apotheken gibt es das Mittel teilweise ohne Rezept. Jetzt weist die EU-Medikamentenbehörde auf Nebenwirkungen hin. Es existiert ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko und eine Neigung zu Schlaganfällen..

Das Arzneimittelsicherheitskomitee der Ema begründet seine Warnung damit, Diclofenac sei hinsichtlich der Risiken für Herz und Kreislauf vergleichbar mit den sog. Cox-2-Inhibitoren. Der bekannteste Vertreter dieser Gruppe ist Rofecoxib, bekannt unter dem Namen Vioxx. Der Hersteller MSD Sharp & Dohme musste es 2004 wegen seiner Nebenwirkungen vom Markt nehmen. Dass, nachdem in einer Studie vom erhöhten Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle gewarnt wurde. Beachtenswert, denn selbst die Bild-Zeitung veröffendlichte diese Warnung.

(Quelle: http://www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/RHB/20130715.pdf vom Juli des Jahres 2013)

Magen- und Darmblutung durch Diclofenac

Durch die aktuelle Veröffentlichung der europäischen Arzneimittelbehörde besteht die Gefahr, dass frühere Warnungen in Vergessenheit geraten könnten. Bereits vor Jahren wurde wegen der Gefahr von Magen- und Darmblutungen nach der Einnahme von Diclofenac gewarnt. Auch diese lebensgefährlichen Blutungen können ohne symptomatische Vorwarnung auftreten.

Konsumiert wird der Entzündungshemmer oftmals ohne eingehene Abklärung der Hintergründe. Das Medikament wird häufig bei vermuteten Entzündungen verordnet. Dann u.a. als Dauermedikanentation bei entzündlichen Zuständen, wie sie beispielsweise bei Wirbelsäulenleiden auftreten. In der Beipackinformation wird deshalb auch vor lebensbedrohlichen Komplikation durch Magen- und Darmblutungen gewarnt. Tatsächlich sieht es jedoch so aus, dass es bei Eintritt dieser Schwieigkeit bereits zu spät sein kann. Der Patient landet mit seinen Blutungen im Krankenhaus, ohne, dass er den Übergang zwischen leicht grauem Stuhl zu schwarzem Stuhl richtig bemerkt hat. Dazu kommt, dass derartige Blutungen gelegentlich keine spezifischen Symptome auslösen. Sofern derartige Blutungen auftreten, entwickeln sie sich teilweise so schnell, dass gesundheitliche Schädigungen nicht verhindert werden können. In solchen Fällen verbleibt oftmals nur eine sofortige Operation. 

Auch Diclofenac-Gel hat seine Folgen

Häufig wird von Verbrauchern angenommen, dass Diclofenac in Form von Einreibungen frei von Nebenwirkungen sei oder weniger davon hat. Das ist jedoch nicht der Fall, denn die Wirkstoffe des Medikaments durchdringen die Haut ebenso mühelos, wie das geschluckte Medikament. Damit ändert sich an den Nebenwirkungen praktisch nichts. Neben den bereits erwähnten Risiken zum Herzinfarkt und Schlaganfall besteht auch hier die erhöhte Gefahr von Magen- und Darmblutungen.

Haustiere und Diclofenac

Da Menschen glauben teilweise mit dem Wirkstoff des Diclofenac gute Erfahrungen gemacht zu haben, wird versucht diese gelegentlich auch auf Haustiere zu übertragen. Leider sind diese Versuche nicht selten tötlich, denn Tiere vertragen die Wirkstoffe meistens nicht. In diesen Fällen empfiehlt es sich einen Tierarzt oder Apotheker zu befragen und gegebenenfalls ein homöopatisches Medikament zu wählen.

Klaus_Radloff, am 30.11.2013
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