Das „French Paradox“ löst sich in Wohlgefallen auf

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Anhand von Studien aus den 70er Jahren bemerkten Wissenschaftler, dass Franzosen, die in Süd- und Südwestfrankreich leben und sich ebenso kalorien- und fettreich ernährten wie die übrige Bevölkerung in Industrieländern, trotzdem seltener Herzinfarkte bekamen.

Anfang der 90er Jahre wurde dieser "French Paradox" vom französischen Arzt Serge Renaud aufgeklärt. Die Weinliebhaber, weltweit, freuten sich, weil sich nun der Genuss von französischen Rotwein nicht nur als unschädlich, sondern, moderat genossen, als der Gesundheit förderlich herausstellte.

Wer oder was im Wein sorgt für einen Schutz der Gefäße und des Herzens

Es ist das Phytoalexin Resveratrol im Rotwein, das, bei moderaten Weintrinkern, die Gefahr einer koronaren Herzerkrankung verringern kann. Diese Stoffe sorgen im Körper für eine vermehrte Freisetzung des gefäßerweiternden Stickstoffmonoxid (NO).

Dem Wissenschaftler Professor Förstermann zu Folge, haben französische Weine einen deutlich höheren Anteil an diesen günstigen Flavonoiden, Polyphenolen oder Phytoalexinen und können die Gefäße besser als Rotwein aus anderen Ländern, vor Arteriosklerose schützen. Das Phytoalexin Resveratrol befindet sich vor allem in der Schale und den Kernen von Weintrauben. Da für die Herstellung von Weißwein nur Traubensaft verwendet wird, liegt klar auf der Hand, warum Rotwein mehr Antioxidantien, die für den gesundheitsfördernden Effekt verantwortlich sein sollen, hat.

Schützt Rotwein vor Herzinfarkt?

Wer Rotwein mäßig trinkt, senkt seine Blutfettwerte, hebt das gefäßschützende HDL-Cholesterin an und senkt gleichzeitig das schädliche LDL-Cholesterin. Zugleich wird die Gerinnungsfähigkeit des Blutes gesenkt und damit das Risiko eines Gefäßverschlusses gemildert. Wer nach dem Motto: "Viel hilft viel", handelt, ist aber schlecht beraten, weil große Alkoholmengen der Funktion des Herzens schaden.

Warum sind französische Rotweine wirkungsvoller?

Förstermann berichtet, dass diese herzschützenden Pflanzeninhaltsstoffe im Wein, im Experiment unterschiedlich auf Wein oder reinen Alkohol reagierten. Es wurde festgestellt, dass Französische Rotweine in der Lage waren, die Stickstoffmondoxid-Freisetzung in manchen Fällen zu vervierfachen. Im Unterschied dazu zeigte sich bei deutschen Weinen nur ein geringer und beim Alkohol gar kein Effekt. Weinkenner waren von den Untersuchungsergebnissen etwas enttäuscht, weil die Wissenschaftler beim Experiment feststellten, das die französischen Rotweine, unabhängig ob sie französische Barrique-Weine waren, oder in herkömmlichen Stahltanks gelagert wurden, den gleichen medizinischen Wirkungsgrad hatten.

Es ist zu berücksichtigen, dass die Werte je nach Rebsorte, Jahreszeit oder Herstellungsprozess recht stark schwanken. Aus diesem Grund können keine Empfehlungen für Weinsorten, die eine bestimmte Antioxidantien-Konzentration garantiert enthalten, gegeben werden.

Kritiker hinterfragen die Mythen von Rotwein

Heute, im Jahr 2012, sieht es fast so aus, wirke der französische Rotwein gegen Herzinfarkt und gegen Morbus Alzheimer. Es wird bei dem Verzehr von französischem Rotwein verhindert, so wurde bei Zellkulturen beobachtet, dass sich bestimmte Eiweiße bilden, die Plaques-Ablagerungen im Gehirn von Alzheimer-Patienten verursachen. Laut J Biol Chem, 2005, online, reicht zur Vorbeugung gegen Alzheimer aber das abendliche Gläschen Wein nicht aus. Es wird eine größere Mengen an Resveratrol benötigt.

Der Ernährungswissenschaftler Helmut Erbersdobler, aus Kiel, warnt deshalb vor zu frühen Lobeshymnen auf einen bestimmten Wein. Er mahnt, dass die Studien oft auf Versuche an Zellkulturen basieren und die Ergebnisse nur Hinweise auf eventuelle Schutzwirkungen geben können. Erbersdobler, weist darauf hin, dass Alkohol generell in den oberen Verdauungswegen (Mundhöhle, Rachen, Kehlkopf, Speiseröhre) das Krebsrisiko erhöhen kann. Entwarnung gibt er, wenn sich der Wein trinkende mit einem kleinen Glas Wein begnügt.

Ist Biowein besser als Wein aus dem konventionellen Anbau?

Helmut Erbersdobler erklärt, dass biologisch angebauter Wein nicht automatisch besser sei. Wer aber allergisch, schon auf kleinste Mengen von Schwefel reagiere, sei mit biologischem Wein besser beraten.

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