Blut - was ist das überhaupt?

Je nach Körpergröße hat ein Erwachsener vier bis sechs Liter Blut (zwischen sechs und acht Prozent seines Körpergewichts), das in seinem Kreislauf zirkuliert. Hauptbestandteil der Körperflüssigkeit ist Wasser, in dem die Nährstoffe und Vitamine gelöst sind. Es ist das farblose Blutplasma. Weiterhin sind im Blut wichtige Eiweiße, so genannte Proteine, enthalten sowie die festen Bestandteile, die sich aus Blutkörperchen (rot: Erythrozyten und weiß: Leukozyten) sowie Blutplättchen (Thrombozyten) zusammensetzen. Die Erytrhozyten und ihre Zusammensetzung sind maßgeblich für die Farbe des Blutes verantwortlich.

Die Bestandteile des Blutes

Der rote Blutfarbstoff

Die roten Blutkörperchen, die Erythrozyten, sorgen für den Transport und Austausch von Sauerstoff (O2) und Kohlendioxid (CO2). Sie werden im roten Knochenmark unter starkem Einfluss von Hormonen gebildet. Ihre rote Färbung erhalten sie vom Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff. In der Laboranalyse wird der Wert mit "Hb" abgekürzt. Ist sein Anteil reduziert, wird dies umgangssprachlich "Blutarmut" genannt, in der Fachsprache als Anämie bezeichnet. Die Menschen, die daran leiden, sehen blass und im wahrsten Sinne schlecht durchblutet aus. Insbesondere die blassen Schleimhäute, wie die Augenbindehaut, deuten auf eine Anämie hin, die auch auf einen Eisenmangel hindeuten kann. Für die Bildung des Hämoglobins müssen ausreichend Nährstoffe wie Vitamin B12, Eisen, Vitamin und Folsäure vorhanden sein. Hämoglobin ist ein sehr wichtiger Bestandteil der Erythrozyten. Über den roten Blutfarbstoff wird Sauerstoff an die Eisenmoleküle angedockt und über das Blut zum Gewebe und den Organen transportiert.

Ohne Blut nix gut

Zu wenig roter Blutfarbstoff führt zur Anämie mit deutlicher Blässe und reduzierter Leistungsfähigkeit. (Bild: https://pixabay.com/de/port...)

Weshalb es helleres und dunkleres Blut gibt

Der an die Eisenmoleküle angedockte Sauerstoff kann durch die lose Bindung unkompliziert an die richtigen Stellen abgegeben werden. Das Hämoglobin in den Erythrozyten ist verantwortlich, dass das Blut rot gefärbt ist. Das venöse Blut ist durch den geringen Anteil an Sauerstoff eher dunkelrot, während das sauerstoffreiche arterielle Blut heller rot gefärbt ist. die Erythrozyten zirkulieren etwa 120 Tage lang durch den Blutkreislauf, bevor sie durch neue rote Blutkörperchen ersetzt werden. 

In der Milz werden die gealterten roten Blutkörperchen dann aussortiert und abgebaut. Wie bei einem Vogel, der sich ein neues Federkleid zulegt, wird dies "Blutmauserung" genannt. Dabei werden Stoffe frei, die der Körper entweder weiter abbaut, beziehungsweise ausscheidet (z.B. Bilirubin) oder auch wiederverwertet (z.B. Eisen). Um eine Anämie, also einen Mangel am roten Blutfarbstoff, zu diagnostizieren, wird Blut abgenommen und im Labor untersucht. Ein so genanntes kleines Blutbild gibt oft schon Aufschluss über die Ursache. Hier werden folgende Werte in ihren Anteilen erfasst:

  • Erythrozyten und ihre Vorstufe (Retikulozyten), 
  • Leukozyten, Blutplättchen, der rote Blutfarbstoff Hämoglobin
  • und der so genannte Hämatokritwert, bei dem der Anteil der Blutzellen im Gesamtblut ermittelt wird.

Die Gefährlichkeit von Kohlenmonoxid für den roten Blutfarbstoff

Das Einatmen von Kohlenmonoxid (CO) führt gerade deshalb zu einer Vergiftung, weil der Sauerstoff nur lose an die Eisenmoleküle angekoppelt ist. Kohlenmonoxid ist ein farbloses Gas, das quasi den Sauerstoff verdrängt und dessen Stelle beim Andocken an das Eisen übernimmt. Selbst wenn es ausreichend Sauerstoff in der Luft gibt, können ihn die Blutzellen durch das bereits angedockte CO nicht mehr aufnehmen, so dass die Organe keinen Sauerstoff mehr erhalten. Ein Kohlenmonoxid-Vergiftung ist deshalb lebensbedrohlich.

Krimifreundin, am 09.02.2016
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Bildquelle:
canStockphoto (Neues über Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa)

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