Alles Kürbis - Vielfalt

Riesenkürbis Giant (Bild: a.sansone)

Wo kommt der Kürbis her? Ein Ausflug in die Botanik

Die Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)

Neueste Forschungsergebnisse sprechen bei der Gattung der Kürbisgewächse von einem Alter von mehr als 65 Millionen Jahren. Das heißt sogar die Dinosaurier könnten bereits Kürbisse verspeist haben. Vielleicht als Digestif, nachdem er so schön bitter war? Von Asien dürfte der Kürbis nach Afrika weitergewandert sein und schwimmend gelangte er vor etwa 30 Millionen Jahren nach Südamerika.

In seiner Wildform ist der Kürbis ungenießbar (sehr bitter), erst die Zuchtformen der südamerikanischen Indianer machten ihn so bekömmlich. Daher stammen alle Speisekürbisse von diesen südamerikanischen Wurzeln ab. Archäologische Funde von essbaren Kürbissen stammen aus der Zeit um 6.200 v. Chr. (Nanchoc-Tal; Peru). Somit ist der Kürbis eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt.

Die Samen der Wildformen wurden jedoch bereits früher als ölhaltige Knabberei verzehrt.

Zu den Kürbisgewächsen zählen neben den beliebten Sommerkürbissen, den Zucchini (Cucurbita pepo), noch die aus Indien stammenden Gurken Cucumis sativus und die aus Afrika stammenden Melonen (Citrullus).

Übrigens: Botanisch gesehen ist der Kürbis eine Beerenfrucht; der Fruchtknoten (Perikarp) wird als Gesamtes fleischig-saftig. Ist die Fruchthülle so hart wie beim Kürbis, spricht man dann von einer Panzerbeere.

Im Guiness-Buch der Rekorde ist ein Riesenkürbis mit 449 kg angeführt.

Ein Mann in Heidenheim starb im August 2015, nachdem er einen Auflauf mit selbst gezogenen Zucchini gegessen hatte. Grund dafür ist ein giftiger Bitterstoff Cucurbitacin.

Wie es dazu kommen kann, erklärt der nächste Absatz.

 

Kürbis - eigene Samen aus dem Garten ernten? Vorsicht!

So sehr ich selbst eine Freundin der selbstgezogenen Samen bin, beim Kürbis, aber auch bei Zucchini, ist Vorsicht angezeigt.

Sind Zierkürbisse im eigenen oder benachbarten Garten, dann können sich diese Zierkürbis-Arten mit einigen Kürbis-Sorten oder Zucchini-Sorten gegenseitig befruchten. Eine Kreuzung daraus ergibt einen Kürbis oder Zucchino, der das giftige Cucurbitacin enthält.

Deshalb gilt die begründete Empfehlung, von Pflanzen

  • der Art Cucurbita pepo (Zucchini, Patisson, Rondini, Spaghettikürbis, Ölkürbis, Halloween-Kürbis) keine eigenen Samen zu ernten. Auch bei wild aufgegangenen Pflanzen ist Skepsis am Platz.

Wenn der Kürbis bitter schmeckt: Nicht essen!

 

Cucurbita, Kürbis - der Namensherkunft auf den Fersen

Wie immer gibt es verschiedene Interpretationen, wo der Name wirklich herstammt. Was sagt das "Etymologische Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen" dazu?
"Als Cucurbita wurden im 16. und 17. Jh. die Arten Citrullus, also die Melonen, die in Südeuropa bereits beheimatet waren und Lagenaria, die Flaschenkürbisse bezeichnet. Die erst um 1500 eingewanderten Speisekürbisse waren unter dem Namen Pepo bekannt. Z.B.: Pepo major rotunda."

Pepon gr. bedeutet nichts anderes als reif, mürbe, weich.

Das im Deutschen verwendete Wort Kürbis (kurbiz nhd.) könnte von corbis, dem Korb, Gefäß (Verwendung der Flaschenkürbisse) abgeleitet sein. Allerdings kommt auch die aus Indien stammende Gurke (carbhatah) in Frage.

 

"Cucurbita" diente im alten Rom als Schimpfwort: "aufgeblasener, einfältiger Dummkopf; Einfaltspinsel." Später blieb dieses Bild auch beim Schröpfkopf, der Cucurbita medicinalis, hängen.

Der Kürbis und seine Kulturgeschichte

Auf den Fresken der Villa Farnesina in Rom aus den Jahren 1515 bis 1518 sind die ersten Abbildungen dieses Fruchtimports aus der Neuen Welt in Europa zu bewundern; Cucurbita maxima, Riesenkürbis aus Südamerika. Kolumbus, wer denn sonst, brachte diese von der indigenen Bevölkerung bereits durch Jahrtausende kultivierten Pflanzen von seiner zweiten Reise mit. Seither hat der Speisekürbis mit vielen Neuzüchtungen Einzug in die internationalen Küchen gehalten.

(Bild: PublicDomainPictures / Pixabay)

Halloween, Jack O'Lantern und die Kürbisfratze

Halloween geht auf eine irische Legende zurück. Der Hufschmied Jack O'Lantern überlistet dreimal den Teufel, dem er seine Seele versprochen hat. Allerdings darf er auch nicht in den Himmel und geistert nun zwischen Himmel und Hölle hin und her. Damit er in der Dunkelheit seinen Weg findet, spendet ihm der großzügige Höllenfürst sogar ein Stückchen glühende Kohle, damit der ungeliebte Gast abhaut. In der irischen Urform der Legende steckt er diese Kohle in eine ausgehöhlte Rübe. Wie viel hübscher ist allerdings die Idee der irischen Einwanderer dafür den amerikanischen Kürbis zu verwenden und ihm ein teuflisches Grinsen zu schnitzen.

Gefeiert wird Halloween in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November. Zurück geht das Ganze sicherlich auf das keltische Samhain-Fest. Bei den Kelten war dies der Übergang vom alten zum neuen Jahr.

Was man aus so einem Kürbis alles basteln kann, finden Sie hier.

Quellen

  • Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen, Genaust; Nikol Verlag, 2012 Hamburg
  • Der Bio Garten, Kreuter; BLV, 1991 München
  • Die Weltgeschichte der Pflanzen, Seidel; Eichborn, 2012 Köln
  • Heil-, Gewürz-, Nutz- und Giftpflanzen im Botanischen Garten der Universität Innsbruck, Bortenschlager/Vergörer, 2004 Innsbruck

Und wie ist es nun mit dem Kochen mit Kürbis?

Wer Lust auf verschiedene Kürbis-Rezepte hat,

  • Kürb Kürbiscremesuppe
  • Risotto mit Kürbis
  • Süßes mit Kürbis
  • Gnocchi mit Kürbis
  • Kürbisgemüse aus dem Rohr

der findet hier alles Nötige dazu...Gutes Gelingen und guten Appetit!

Adele_Sansone, am 20.09.2013
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Bildquelle:
https://pagewizz.com/users/Adele_Sansone (Wie kocht man mit Kürbis? 5 einfache Rezepte)
Silvia Harnisch (Hokkaido-Kürbis - abwandelbare Rezepte für gefüllten Hokkaido)

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