Gewürznelken

Gewürznelken sind die getrockneten Knospen des Gewürznelkenbaumes. Sie sind fein vermahlen von jeher ein wichtiger Bestandteil des allseits beliebten Glühweins oder Früchtepunsches. Auch in Lebkuchen sind sie mit ihrem süsslich-würzigem Geschmack ein unverzichtbarer Bestandteil der Leckereien. Die ganzen Nelkenknospen werden gerne im Rotkohl oder Festtagsbraten mitgekocht und später wieder entfernt, da sie durch ihre krampflösenden und verdauungsfödernden Eigenschaften das Essen bekömmlicher machen.

Medizinische Wirkungen der Gewürznelken

Der Wirksame Bestandteil in der Gewürznelke sind die ätherischen Öle, und hier vor allem das Eugenol. Es wirkt nachweislich desinfizierend, betäubend und krampflösend. Bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum tötet es Bakterien, Pilze und Viren. Zusätzlich hemmen die ätherischen Öle die Herstellung von Prostaglandinen, die bei Entzündungen übermäßig gebildet werden. Für Spülungen im Mundraum kann man 10 Tropfen Öl auf ein Glas Wasser geben und mehrmals täglich spülen.

Auch bei Zahnschmerzen und Zahnfleischproblemen leistet die Gewürznelke gute Dienste. Der Wirkstoffe hemmt die Weitergabe der Schmerzreize in den Schmerzkanälen ans Gehirn. Bei Zahnschmerzen kann es also hilfreich sein, eine Nelke zu lutschen. Die Anwendung von Nelkenöl bei einer trockenen Alveole nach Zahnextraktion habe ich hier schon mal beschrieben.

Wann ist Vorsicht geboten?

Nelkenöl bitte nie unverdünnt anwenden, da es dann gewebsreizend wirkt. Ätherische Öle nicht in der Schwangerschaft anwenden.

Gewürznelken

Gewürznelken (Bild: Pixabay.com)

Anis und Sternanis

Im Geschmack zwar ähnlich, sind die beiden Früchte doch völlig unterschiedlicher Herkunft.

Anis ist etwas milder, aromatischer und süßlicher als sein Nichtverwandter Sternanis und stammt aus der Familie der Doldenblütler. Er wird in der Weihnachtsbäckerei in Leb- und Pfefferkuchen verwendet. Natürlich ist er unverzichtbarer Bestandteil der bekannten Anisplätzchen. Anis wird gerne als Geschmacksträger verwendet und ist z.B. Bestandteil des griechische Anisschnaps Ouzo oder des französischen Anislikör Pernod. Aus Kostengründen wird mittlerweile auch gerne Sternanisöl verwendet. 

Sternanis ist mit seinem würzigem, brennenden Geschmack deutlich intensiver. Er ist die Frucht eines Magnolienbaumes und ist Bestandteil von Glühwein, Gebäck und Teemischungen. Aufgrund seines tollen Aussehens wird der Sternanis sehr gerne als Deko mit weihnachtlichem Duft verwendet.

Die Inhaltsstoffe der beiden, hauptsächlich ätherische Öle, sind ähnlich zusammengesetzt und so haben sowohl Anis als auch Sternanis ähnliche Wirkungen.

Sternanis (Bild: Sabine07 / Pixabay)

Medizinische Wirkungen von Anis und Sternanis:

Anis wirkt antibakteriell, entspannend, krampflösend und schleimlösend. Er wird sehr gerne bei Verdauungsproblemen und vor allem bei Husten eingesetzt. Eine Inhalation von 10 Tropfen Anisöl in heißem Wasser lindert Erkältungssymptome. Als Stilltee regt er zusammen mit Kümmel und Fenchel die Milchbildung an und beugt über die Muttermilch auch Blähungen beim Säugling vor.

Auch hier gilt, reine ätherische Öle nicht in der Schwangerschaft und bei Säuglingen anwenden.

Übrigens, die Nebenwirkungen nach reichlichem Genuss von Ouzo kommen nicht vom darin enthaltenen Anis ;-)

Zimt

Echter Zimt ist die getrocknete Rinde des Zimtbaumes, welcher ursprünglich aus Ceylon, Sri Lanka stammt. Mittlerweile ist er auch in anderen tropischen Ländern beheimatet. Zimt wird im ganzen als Zimtstange, oder gemahlen als Pulver verwendet. Verwendet wird das Gewürz sehr gerne in Milchreis, Apfelstrudel, Bratäpfeln, Lebkuchen, Glühwein und Zimtsternen. Ceylon Zimt hat einen feinen süßlichen Geschmack und Duft. Das Gewürz ist sehr teuer, darum wird im Handel und in industriellen Produkten hauptsächlich der sog. Cassia Zimt verwendet. Dieser ist herber, schärfer und etwas bitter. Unterscheiden lassen sie sich an der Form der Zimtstangen: echter Ceylon-Zimt besteht aus bis zu 10 dünnen Schichten, Cassia Zimt besteht aus einer dickeren Rindenschicht und hat im inneren einen Hohlraum. Wichtig wird die Unterscheidung der beiden Sorten, wenn es um die Gesundheit geht.

Medizinische Wirkungen von Ceylon und Cassia Zimt:

Zimt regt die Verdauung und den Appetit an, macht Speisen bekömmlicher und kann Blähungen und Völlegefühl verhindern. Er wirkt wärmend und stoffwechselanregend. Es gibt Hinweise, dass Zimt den Blutzuckerspiegel und den Blutdruck senken kann. Als Zimtöl äußerlich aufgetragen fördert er die Durchblutung und kann Schmerzen lindern.

Bei der Anwendung von Zimt ist zu beachten, dass der günstige Cassia Zimt im Gegensatz zum Ceylon Zimt wesentlich mehr Cumarin enthält. Cumarin ist ein aromatischer, sekundärer Pflanzenstoff, welcher z.B. dem Waldmeister seinem charakteristischen Geruch gibt. In größeren Mengen führt Cumarin zu Schwindel, Kopfschmerzen und Erbrechen, auf Dauer eingenommen ist es Leber- und Nierentoxisch. Immer wieder kommt es vor, dass z. B. im Weihnachtsgebäck die Grenzwerte von Cumarin überschritten werden, und so vor allem Kinder einer Gesundheitsgefahr ausgesetzt werden. Als Empfehlung gilt, dass Kleinkinder nicht mehr als 6 kleine Zimtsterne oder 100 g Lebkuchen essen sollten. 

Tipp! Verwenden Sie für zu Hause nur den echten Ceylon Zimt, der in Apotheken, Reformhäusern oder auch auf Amazon zu beziehen ist, dann steht genüsslichem Schlemmen nichts im Weg. Während der Schwangerschaft verzichten Sie bitte auch auf größere Mengen Zimt. Dieser wirkt wehenfördernd.

Vanille

Vanille wird gewonnen aus den fermentierten Schoten der Gewürzvanille, eine Orchideenart, welche ursprünglich aus Mexiko und Mittelamerika stammt. Heute wird die sog. Bourbon-Vanille hauptsächlich in Madagaskar angebaut. Der Aromaträger der Vanille ist das Vanillin. Aufgrund des hohen Bedarfs an Vanille, wird Vanillin in großen Mengen synthetisch hergestellt, da die Produktion der echten Vanille nicht ausreichend ist. Nur sehr hochwertige Produkte enthalten auch echte Bourbon Vanille. Vanille wird auch oft als Vanilleextrakt verwendet. Dabei handelt es sich aus einem flüssigen Auszug aus echten Schoten unterschiedlicher Vanillensorten, welcher lange haltbar ist. Vor allem im Vanilleeis wird dieser gerne verwendet. Der Einsatz von Vanille und Vanillin ist nicht nur zur Weihnachtszeit z.B. als Vanillekipferl sehr beliebt, sondern reicht über Süßspeisen aller Art bis zu Kosmetik und Parfümen. 

Medizinische Wirkung der Vanille:

Vanille betört vor allem durch seinen angenehm lieblichen Duft, welcher eine unbestrittene aphrodisierende Wirkung hat. Vor allem in Parfüms macht man sich die chemische Verwandschaft zu den Sexuallockstoffen zunutze. Desweiteren wirkt Vanilleduft als Aromatherapie stimmungsaufhellend und angstlösend. Er beruhigt die Nerven und hilft bei Schlafstörungen.

In der Naturheilkunde wird echte Vanille auch gerne bei Hauterkrankungen eingesetzt, da ihr eine pilz- und bakterientötende, sowie entzündungshemmende Wirkung nachgesagt wird.

Muskat

Muskatnuss ist der Samen des Muskatnussbaumes, der vor allem in tropischen Ländern kultiviert wird. Sowohl salzige Gerichte, z.B. Kartoffelpüree oder Rotkohl, als auch süsse Gericht provitieren von einer Prise Muskatnuss, um den Geschmack aufzupeppen. So finden wir Muskat gerne in Weihnachtsgebäcken oder Apfeldesserts. Auch Glühwein oder Rotweinpunsch wird mit Muskat verfeinert.

Medizinische Wirkung der Muskatnuss:

Muskat wirkt unter anderem antibakteriell, beruhigend und krampflösend. Traditionell wird die Muskatnuss bei Verdauungsproblemen eingesetzt. Günstig soll sie sich auch auf die geistige Leistungsfähigkeit auswirken und die Nerven beruhigen. Äusserlich kann sie bei entzündlichen Hauterkrankungen Linderung verschaffen. 

Bei der Muskatnuss ist weniger auf jeden Fall mehr. Das Aroma von Muskat ist sehr intensiv und kann ein Gericht auch schnell ruinieren.

Muskatnuss wirkt in sehr hohen Dosen (ab 4 Gramm) berauschend und ist toxisch. Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit und Halluzinationen sind die Folgen. Bei Kleinkindern können lebensbedrohliche Zustände die Folge sein.

Bitte auch hier während der Schwangerschaft vorsichtig sein. 

susivital, am 24.10.2015
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Bildquelle:
Heimo Cörlin (Frohes Fest: Texte für Weihnachtskarten)

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