Der Aufstieg der "Reinickendorfer Füchse"

Der heutige Topverein entstand aus der Handballabteilung der "Reinickendorfer Füchse", einem Berliner Sportclub. Ein durchschnittlicher Provinzverein, getragen vom Enthusiasmus für den Handballsport. Der Aufstieg begann mit einem Einstieg. Im Juli 2005 wurde der erfahrene Handballtrainer- und Funktionär Bob Hanning Geschäftsführer bei den Füchsen. Schon 2007 stiegen die Berliner in die erste Bundesliga auf und qualifizierten sich 2011 das erste Mal für die EHF Champions League. Hanning formte geduldig und konsequent ein Topteam und setzte dabei besonders auf den eigenen Nachwuchs. Junge Spieler wurden schon früh erfolgreich in die erste Mannschaft integriert. Hanning, der Macher-Typ, holte erfahrene Trainer, auch aus Island, nach Berlin. Höhepunkt der Erfolgsstory war der Gewinn der Klub-WM, den Hanning wie einst Kaiser Beckenbauer als Teamchef still und in Gedanken verloren genoß.

Die Füchse besiegten die Top-Teams aus Barcelona und Veszprem. In den vergangenen Jahren gewannen sie bereits den deutschen Pokal und den EHF-Cup. Sie sind in der deutschen und europäischen Spitze angekommen und eine ernsthafte Konkurrenz für die bisherigen Platzhirsche. Und mit Bob Hanning werden sie von einem exzellenten Handball-Experten gemanagt.

Kein Trikotsponsor -- kein Geld?

Natürlich haben die Füchse Sponsoren, nur eben keinen Trikotsponsor. Damit fehlen ihnen Einnahmen gegenüber den Konkurrenten wie THW Kiel oder den Rhein-Neckar Löwen. Doch die Füchse sind eben listig. Sie gewinnen mal eben sensationell die Klub-WM und sacken die für den Handballsport hohe Summe von 355.000 Euro ein. Davon bleiben nach Presseberichten real etwa die Hälfte in der Vereinskasse.

Doch auf Dauer ist auch das zu wenig. Warum sich bisher kein Trikotsponsor fand, darüber wird auch in der Berliner Lokalpresse spekuliert. Die Gründe kennen nur die Verantwortlichen. Diese halten sich aus gutem Grund bedeckt. Nach Aussage von Manager Hanning werde es die Füchse jedoch nicht zum Schnäppchenpreis geben. "Wir werden und nicht nicht prostituieren". Doch 3 wichtige Geldgeber, die am Ende der letzten Saison austiegen, kann auch der wirtschaftlich gesunde Verein Füchse Berlin auf Dauer nicht kompensieren. Etwa 500.000 Euro fehlen den Berlinern. So viel möchte der Manager sehen. Diese Summe sollte einem Sponsor der beste Handballverein der Welt als Werbeträger auch wert sein. Wie schrieb der "Berliner Kurier" treffend: " Komische Welt, in der die allerletzte trashige TV-Show einen Sponsor findet. Aber die spektakuläre Arbeit der Füchse ... keinem Werbeträger 500.000 Euro wert sein soll"

Als Club-Weltmeister haben die Füchse nun jedoch noch bessere Karten in möglichen Vertragsverhandlungen. So wie Werder Bremen 2001/2002, als die Norddeutschen eine komplette Saison ohne Trikotsponsor aufliefen, müssen die Füchse nicht enden.

Und mal ehrlich, können Sie sich den FC Bayern ohne das berühmte "T" auf der Brust vorstellen?

Fotos by: pixabay.com

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