Capybara oder Hydrochoerus, das Wasserschwein

Das Wasserschwein oder Capybara (Hydrochoerus hydrochaeris) ist ein Bewohner Südamerikas. 

Ein Ausflug in die Systematik

Ordnung: Nagetiere Rodentia; dazu zählen die verschiedenen Hörnchen, Biber, Ratten, Mäuse, Kaninchen und Hasen, aber auch Stachelschwein und Meerschwein.

Familie: Meerschweinchen Caviidae.

Capybara, die indigene Bezeichnung für das Wasserschwein, heißt eigentlich wörtlich übersetzt "Herr des Grases", was eindeutig eher stimmt als die Bezeichnung "Schwein". Aber so wie auch Meerschweinchen oder Stachelschwein keine Schweine sind, Flusspferde keine Pferde oder auch Fledermäuse keine fliegenden Mäuse sind, so muss das Wasserschwein wohl oder übel mit diesem irrigen Namen auskommen. An ein Schwein erinnert am ehesten der füllige und mit Borsten versehene Körper. Ansonsten sieht das Wasserschwein einem zu groß geratenen Meerschweinchen wirklich sehr ähnlich.

Lesetipp: Wer ist da wirklich ein Schwein?

(Bild: falco / Pixabay)

Ein Wasserschwein kommt selten allein.

Das Wasserschwein lebt, wie der Name schon vermuten lässt, in der Nähe von Gewässern. Wälder mit dichtem Unterholz und ausgedehnte versumpfte Grasfluren sind seine bevorzugte Heimat. Von Panama bis etwa Nordostargentinien findet man es. Sie leben in Familien oder sogar kleinen Herden bis zu 30 Tieren. Das Wasserschwein gehört zu den Großnagern und mit einer Länge bis zu 130 cm, einer Schulterhöhe bis 50 cm und einem Gewicht von 35 bis 50 Kilo ist es das größte Nagetier der Erde.

Die Weibchen werden etwas größer als die Männchen. Das Wasserschwein, das an den Pfoten kurze Schwimmhäute hat, ist ein ausgezeichneter Schwimmer und Taucher. Ähnlich wie das Flusspferd, sieht man dann von ihm nur Augen, Ohren und Nase über Wasser. Das Wasserschwein ist tagaktiv, nur in den Gebieten, wo es vom Menschen gestört und bedroht wird, ist es zum Nachttier geworden.

Capybara und die indigene Mythologie

Auch in die Mythologie der indigenen Völker hat das Wasserschwein Eingang gefunden. Nach dem traditionellen Glauben der Yanomamis gibt es für jeden neugeborenen Menschen einen Doppelgänger in Form eines Capybaras oder eines Tapirs, der dessen Lebenskraft teilt: Wird das Tier getötet, stirbt auch der betreffende Mensch. Was aber weder die Indios, noch die heutige Bevölkerung daran hindert, sie dennoch zu jagen. Bei uns kann man das Wasserschwein gemeinsam mit Ameisenbär, Waldstorch, Viscachas, Hutiacongas, Seriemas oder Tapiren auf den Südamerika-Anlagen der diversen Zoos, etwa in Wien-Tiergarten Schönbrunn, bestaunen.

Südamerika-Anlage in Schönbrunn

Von der Lebensweise der Wasserschweine

Wie alle Nagetiere ist das Capybara ein Pflanzenfresser. Es weidet Wasserpflanzen ab, steht dabei bis zum Bauch im Wasser. Auch die Rinde von jungen Bäumen wird nicht verschmäht, manchmal fällt es auch über Mais, Reis oder Zuckerrohr her, was es bei den betroffenen Bauern nicht besonders beliebt macht. Wie viele andere Nagetiere, frisst das Capybara oft seinen eigenen Kot nochmals, um die zellulosehaltige Nahrung bestmöglich zu verwerten. Mahlzeit!
Aber bitte, auch Schmetterlinge laben sich der Mineralien wegen am Kot von anderen Tieren und wir schreien auch nicht gleich: "Pfui!"

 

Capybara (Bild: leguan001 / Flickr)

Familienverband wird groß geschrieben

Eine Gruppe, vorwiegend bestehend aus Weibchen und deren Jungen, wird meistens von einem Männchen angeführt. Da Wasserschweine allerdings sehr friedfertig sind, kommt es selten zu Revierkämpfen. Zur Paarungszeit bildet sich bei den Männchen auf dem Nasenrücken eine große Talgdrüse, die einen moschusartigen Duft verströmt. Die Männchen paaren sich mit mehreren Weibchen. Tragzeit ist etwa 15 bis 18 Wochen. Einmal im Jahr gebären die Weibchen 2 - 8 Junge. Die Jungen sind nach der Geburt bereits voll entwickelt (Nestflüchter) und wiegen circa 1 kg. Sie verbleiben etwa 3 Monate bei der Mutter. Zwischen 12 und 18 Monaten sind sie geschlechtsreif.

Die Lebenserwartung eines Wasserschweins liegt bei etwa 8 - 10 Jahren. Das Wasserschwein ist jedoch in seinem angestammten Lebensraum immer noch gut vertreten und nicht gefährdet.

Wer sind die Feinde vom Wasserschwein?

Gefährdet sind vor allem Jungtiere, die von Wildhunden oder Füchsen gejagt werden. Erwachsene Tiere werden öfter Beute von Alligator oder Jaguar. Es wird allerdings auch berichtet, dass Anakondas fähig sind ein ausgewachsenes Wasserschwein zu fangen und zu erdrücken und es anschließend im Ganzen verschlingen. Was bis zu mehreren Tagen dauern kann. Der schlimmste Feind ist, wie so oft, jedoch der Mensch.

 

 

... und wer bitte, ist nun das kleinste Nagetier der Erde?

Adele_Sansone, am 20.07.2015
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Bildquelle:
https://pagewizz.com/users/Adele_Sansone (Warum haben Rosen keine Dornen?)
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