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niedlicher Sauhaufen - Turopolje Ferkel im Alpenzoo (Bild: a.sansone)

Die Familie der Schweine (Sus, Suidae)

Die Familie der Schweine (Suidae) gehört zu den Huftieren, nämlich zu den Paarhufern (Artiodactyla). Schweine sind außerdem Zehenspitzengänger.

Ihre Heimat liegt sowohl in Afrika, Asien und Europa. Schweine sind Allesfresser, was sie auch zu einem genügsamen Haustier machte. Bereits aus China 4.900 v. Chr. gibt es Hinweise auf die Haltung von Schweinen. Allen bestens bekannt ist das rosig gefärbte Hausschwein (Sus scrofa domestica) mit einer ganzen Reihe von verschiedenen Rassen.

 

Die Ahnen vom Hausschwein

Das Hausschwein wurde aus dem Wildschwein (Sus scrofa) herausgezüchtet. Typisch für die Familie der Schweine (Suidae) ist die vorstehende Schnauze mit den markanten Nasenlöchern; der Steckdose. Sie liegen in einer Knorpelplatte, der Rüsselscheibe. Je nach Art haben Schweine hervorstehende Eckzähne.

Wer gehört zur Familie der Echten Schweine/Suidae?

In diese Familie gehören

  • Buschschwein (Potamochoerus larvatus),
  • Warzenschwein (Phacochoerus africanus),
  • Wildschwein (Sus scrofa) Illustration
  • und auch der
  • Hirscheber (Babyrousa babyrussa) mit den geweihmäigen (Hirsch) Stoßzähnen.

Berühmt berüchtigt seit seiner tollen Schauspielkarriere beim König der Löwen ist auf jedenFall das Warzenschwein Pumbaa. Pumbaa gibt es sogar als Swarovski-Kristallfigur.

Aber in echt sind sie noch entzückender. Beweis? Hier! Visayan-Warzenschwein.

Das Hausschwein

Die Familienmitglieder vom Hausschwein heißen Sau (Weibchen) und das Männchen ist der Eber. Jungtiere nennt man Ferkel. Spanferkel sind Ferkel, die noch am Span, der Zitze saugen (spänen).

Dass Schweine sich gerne in Schlamm, Pfützen oder Staub wälzen, ist kein Zeichen von Verrohung, sondern dient der Körperpflege. Der staubige oder schlammige Überzug schließt beim Trocknen Parasiten mit ein und blättert dann mit der trockenen Kruste von der Haut ab.

Dass Schweine eine natürliche Haltung mit Ausgang ins Freie, gehörigen Schlammpfützen und Licht und Luft mehr lieben, als die widernatürliche Masttierhaltung in Ställen, hat sich leider noch nicht weit genug herumgesprochen.
Ich jedenfalls liebe jene Tiroler Almen, wo die Schweine ungeniert zwischen angelehnten verschwitzen Mountainbikes und schwitzenden, artmäßig ähnlich duftenden Bergwanderern, herumstromern dürfen. Das nenne ich ein herrliches saumäßiges Leben.

Wo es Schweinen gut gefallen würde: Niedermoor, Sumpfwiesen

Nabelschweine oder Pekaris (Tayasuridae)

Immer noch nahe verwandt mit unserem bekannten Schwein sind die Nabelschweine oder Pekaris (Unterordnung Suina). Sie haben längere schlankere Beine, einen komplexeren Magen und eine Duftdrüse am Hintern. Wie die Echten Schweine (Suidae) leben sie gesellig in kleinen Herden.

Es gibt drei Arten:

  • Halsbandpekari (Pekari tajacu),
  • Weißbartpekari (Tayassu pecari) und das
  • Chacopekari (Calgonus wagneri).

Ihre Heimat reicht vom Südwesten der USA bis Argentinien.

Wildschweine

Wildschwein im Alpenzoo (Bild: a.sansone)

Das Erdferkel ( Orycteropus afer) - ein Ferkel, ohne ein Schwein zu sein

Hasenartige Ohren, schweineartiger Rüssel und ein Rattenschwanz, so sieht ein Erdferkel aus. Das Erdferkel hat aber dennoch nichts mit den Schweinen zu schaffen, denn es gehört zu den Röhrenzahnartigen (Tubulidentata). Es hat nur etwa 20 Zähne.

Den Namen erhielt es wegen seiner rein äußerlichen Ähnlichkeit zu einem Ferkel. Der schweineartige Rüssel, die nahezu nackte Haut und der Umstand, dass dieses Tier in Erdlöchern lebt, veranlasste die Buren in Afrika dazu, es als Erdferkel zu bezeichnen. Das nachtaktive einzelgängerische Tier, Heimat Afrika südlich der Sahara, ernährt sich hauptsächlich von Termiten. Mit den kräftigen Krallen reißt es die Termitenhügel auf, ähnlich wie der Ameisenbär.

Meer-, Stachelschwein, Wasserschwein und Co, die Meerschweinchenartigen

Zu den Rodentia, den Nagetieren, gehört eine kleine Ansammlung von Pseudo-Schweinchen. Das Meerschweinchen ist der wohl bekannteste Vertreter dieser Ordnung. Das Größte hingegen das Wasserschwein. Das Wehrhafteste allerdings ist das Stachelschwein. Doch mit dem echten Schwein haben alle nichts zu tun. Woher also die Namensgebung? Forschen wir weiter.

Das Meerschweinchen (Cavia aperea porcellus)

Meerschweinchen sind äußerst beliebte Haustiere, beliebt für Kinder jeden Alters. Wie kommen aber diese kleinen Nager nur zu der unsäglichen Namensbildung "Meer und Schwein"?

Der deutsche Name "Meerschweinchen" der Tiere entstand vermutlich, weil Seefahrer die Tiere übers Meer nach Europa brachten, und zudem ihre Lautsprache (Quiekgeräusche) an die der Hausschweine erinnert. Im englischen Namen "guinea pig" ist ebenfalls das Wort Schwein enthalten. Die Seeleute, die damals diese Tiere von ihren Überseefahrten mitbrachten, verkauften angeblich die Tiere für eine Guinee.

Buchtipp für das Halten von Kleinsäugern: Kleinsäuger im Terrarium

 

Das Wasserschwein Capybara (Hydrochaerus hydrochaeris)

Eigentlich ist das Capybara das größte der Nagetiere, ein Riesenmeerschweinchen sozusagen. Als die Capybaras entdeckt wurden, gab man ihnen den Namen "Hydrochaerus hydrochaeris". Das bedeutet: Schwein, das im Wasser lebt.

Nachdem sie es lieben sich im Schlamm zu wälzen, wie unsere Hausschweine, wurde dieser erste Eindruck verfestigt. Sie tun dies um ihre empfindliche Haut zu schützen, da erwachsene Tiere fast keine Haare auf dem Körper haben. Dies führt schnell zu einem Sonnenbrand (wie auch beim Hausschwein). Des Weiteren schützt der Schlamm vor Parasiten aller Art. Damals wusste man noch nicht, dass das Capybara zu den Nagetieren gehört. Später blieb der Name Wasserschwein einfach an ihm hängen.

 

Lesetipp: Mehr zum Capybara, dem Wasserschwein

 

Das Stachelschwein (Hystrix)

Die Familie der Stachelschweine (Hystricidae) gehört ebenfalls zur Ordnung der Nagetiere (Rodentia). Allerdings ist es nicht so kuschelig, wie das Meerschweinchen, aber auch nicht so riesig, wie das Wasserschwein. Man unterscheidet in Altwelt- (vorwiegend Afrika) und Neuweltstachelschweine oder Baumstachler (Amerika).

Stachelschweine erzeugen bei Gefahr ein rasselndes Geräusch mit ihren Schwanzstacheln. Bei Gefahr laufen sie mit hoch aufgestelltem buschigen Schwanzstacheln im Rückwärtsgang drohend auf ihren Feind zu. Wenn der hinlangt, bleibt so mancher lange Stachel in der Pfote oder Schnauze stecken. So mancher Puma kann ein Lied davon jammern. Daher stammt sicherlich auch das Gerücht, Stachelschweine könnten ihre Stacheln auf den Feind abschießen.

Der PinselstachlerTrichys fasciculata, heimisch in Südostasien, kann sogar, ähnlich den Eidechsen, den ganzen Schwanz abwerfen.

Stachelschweine sind ausgezeichnete Kletterer und ernähren sich von Wurzeln, Samen und Früchten. Eingeborene nutzten ausgefallene Stacheln als Pfeile! Der irreführende Name "Schwein" stammt vermutlich von den Grunzgeräuschen, das ein umher wanderndes Stachelschwein von sich gibt.

Stachelschwein (Bild: Karamellzucker / Flickr)

Der Schweinswal (Phocoena phocoena)

Hier ist es besonders kurios, der Namensgebung nachzuforschen.

Der Schweinswal oder kleine Tümmler gehört zu den Delfinen. Er gehört zu den Wassersäugetieren aus der Ordnung der Zahnwale (Cetacea). Er ist sehr rundlich gebaut, wird etwa 1,9 m lang und bis 65 kg schwer. Lebt in den gemäßigt kalten Meeresteilen der Nordhalbkugel.

Doch der Name Schweinswal stammt woher?

"Eine einzige Antwort auf diese Frage gibt es - wie bei Vulgärnamen so oft - leider nicht", teilt der Kieler Robbenexperte Thomas Orthmann mit: " Im Dänischen und Schwedischen wird der Meeressäuger als "marsvin", also Meerschwein bezeichnet; im Altenglischen gar als "porkfish" - Schweinefisch - verunglimpft. Isländer bezeichnen ihn als wie wir als "svinehval". Vermutlich wurde der merkwürdige Tiername historisch gesehen schon früh geprägt. Den Römern soll porcus piscus, der Schweinsfisch, als gängiger Fleischlieferant gedient haben. "In älteren Schriften", so Thomas Orthmann, "heißt es sogar, dass einfach nur die Zunge des Schweinswals der eines Schweins ähnelt und dass Wale Schweinsaugen haben und deswegen so heißen."

Alles klar? Na eben.

Fehlt nur noch der elegante Switch zum Hund, der ein Schwein ist, besagter famose, ominöse, viel zitierte Schweinehund. Der innere Schweinehund (Gibt es eigentlich auch einen äußeren?) allerdings hat den Schwanz eingezogen und verkrümelte sich zu den hündischen Gesellen.

Saumäßiges aus dem Pflanzenreich

Eigentlich könnte man annehmen, dass herabmindernde Bezeichnungen für so manche Pflanzen "saumäßig" besetzt seien. In der Botanik hat sich allerdings mehr noch der "Hund" als Abwertung durchgesetzt. Woran das allerdings sprachgeschichtlich gelegen ist, liegt im Dunkel.

So einige Pflanzen mit schweinischer Bezeichnung lassen sich mit etwas Mühe allerdings doch noch finden:

  • Schweinssalat, Hyoseris radiata; beliebtes Schweinefutter, dem Löwenzahn oder Pippau ähnlich. Schweinssalat
  • Saubohne, Vicia faba; auch als "dicke Bohnen" bekannt.
  • Kahles Ferkelkraut, Hypochoeris glabra: gr. choiros=Ferkel, junges Schwein
  • Gewöhnliches Ferkelkraut, Hypochaeris radicata; beide Pflanzen sind behaart "wie ein junges Ferkel".
  • weiße Trüffel, Choiromyces glabra: gr. mykes=Pilz; Geruch erinnert an den von Schweinen.
  • Sauborsten/Borstgras, Nardus stricta: Name von den borstigen Grannen
  • Ferkelnuss, Carya glabra; mit Hickorynuss und Pekanuss verwandt.
  • Schweinsohr, Calla palustris: eine Sumpfcalla. Eine Schönheit, die einem auf Madeira an den Levadas oft genug begegnet.

Calla palustris, das pflanzliche Schweinsohr

Schweinsohr; tierisch echt

 

 

 

 

 

 

Quellen: u.a.

  • www.uni-bielefeld.de/biologie/;
  • International Knowledge: Säugetiere, Contmedia Verlag 2008 Burg;
  • e.encyclopedia animal, Dorling Kindersley 2005 London
Adele_Sansone, am 02.03.2014
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Bildquelle:
Thomas Maaßen (Süße Tierbabys - Wie ziehen Tiere ihre Kinder auf?)

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