Die Macht der Feuersbrunst

Ästhetik einer Katastrophe? (Bild: Udo Lenze)

Die 10 Gebote bei Feuer

  1. Grundstücke kurz mähen, es darf kein hohes Gras geben. Nachbar dazu ebenfalls anhalten.
  2. Breite Brandschneisen pflügen, das gilt vor allem auf dem Land. Am besten 25 Meter breit. Weniger Meter haben fast keinen Sinn, denn der Funkenflug bei Wind-Böen überwindet leider oft auch die 25 Meter. Pferdebesitzer sollten die Weiden abäpfeln, auch wenn es mühsam ist. Denn trockene Pferdeäpfel sorgen für meterhohe Stichflammen, die dann weiter Unheil anrichten.
  3. Gartenabfälle (siehe Foto rechts) nicht verbrennen, lieber in die Biotonne damit oder zu entsprechenden Sammelstellen fahren. Gartenabfälle verbrennen
  4. Rund ums Haus Pflanzen gut bewässern, das Feuer macht bei weniger Wind einen richtigen Bogen um grüne Pflanzeninseln.
  5. Wasseranschlüsse mit Schläuchen griffbereit am Haus haben. Als Vorbeugung auch die Hausmauern abspritzen.
  6. Swimmingpool gefüllt halten, wenn möglich, und gut zugänglich für Hubschrauber, die Wasser aufnehmen wollen: Also keine hohen Bäume rundherum pflanzen.

LöschflugzeugLinks: Die Piloten von Löschflugzeugen und Hubschraubern sind zu bewundern

 

Persönliche Vorsorge

7. Rauchmasken für alle Familienmitglieder griffbereit haben, denn 96 Prozent der Todesfälle erfolgen durch eine Rauchvergiftung, nicht durch Verbrennung! Am besten wäre es, auch Rauchmelder in allen Wohnräumen installiert zu haben.
8. Einen Evakuierungsplan im Kopf haben beziehungsweise vorbereiten. Wichtige Unterlagen und Wertsachen lieber in einem Schließfach bei den Banken aufheben. Dann kann man bei Feuer gleich mit dem Auto weg starten. Außerdem: Brandversicherung auf dem neuesten Stand haben.

9. Brandwachen mit Nachbarn absprechen, damit Siedlungen nicht unbewacht sind in der Sommersaison. Das gilt besonders auch für nicht oder nur spärlich bewohnte Feriensiedlungen.
10. Brände in der Nähe sofort der Feuerwehr melden unter 112. Auch, wenn das mehrere tun: Lieber einmal zu viel als zu wenig melden, als sich auf andere verlassen.

Von Leichtsinn und Behinderungen

Schaulustige bei Flächenbrand (Bild: Susan Scheiber)

Absolute No-goes

  • Im Sommer Zigaretten aus dem Fenster werfen.
  • Grillen ohne Wasserschlauch oder Wassereimer in der Nähe oder gar Spiritus ins offene Feuer schütten! Man glaubt gar nicht, wie viele unwissende Leute es gibt, die letzteres immer noch nicht beachten und damit ihr Holzkohlenfeuer schneller anheizen wollen. Tat einer meiner Nachbarn und nicht nur, dass er sich zu 60 Prozent seiner Körperfläche verbrannte, sondern auch noch eine Feuersbrunst im ganzen Tal verursachte. Ebenso dumm: Mit einem Föhn arbeiten und Funkenflug verursachen.
  • Glasflaschen in der Gegend liegen lassen: Jede Scherbe kann bei Sommerhitze zum Brennglas werden und Feuer entfachen.
  • Wenn Sie aufgefordert werden zur Evakuierung, dann dem unbedingt nachkommen und nicht noch versuchen, irgendwelches Hab und Gut retten zu wollen oder heimlich wieder zurück zu kehren zur Wohnung oder zum Haus: hat letztes Jahr einem englischen Touristenpaar an der Costa del Sol das Leben gekostet. Lieber vorbereitet sein wie oben in Punkt 8 beschrieben.
  •  Die unsägliche Selfiesucht und Neugier am Straßenrand, die die Löscharbeiten behindern.
Arlequina, am 30.06.2015
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Bildquelle:
G.Hefele (Facebook macht depressiv und Smartphone einsam? Konträres zu Social...)
Reinhard Hefele (Überlebenstipps für Weihnachten)

Autor seit 5 Jahren
206 Seiten
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