Die Wurzeln: Ein Reformpädagoge in Ostfriesland

Friedrich Wilhelm Gerdes (1891–1978) unterrichtete in der kleinen Landschule von Victorbur. Für ihn waren Pflanzen keine stummen Objekte, sondern lebendige Wesen.und genau so brachte er sie den Kindern nahe.

Sein Schulgarten verband Fächer, stärkte Gemeinschaft und gab Kindern Verantwortung. Die Idee war einfach: Lernen durch Tun – und sie wirkte.

Foto: Seitenschiff der Kirche in Victorbur, von Matthias Süßen – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0

Ein Lehrer, der die Tradition weiterträgt

Im Kreis Sigmaringen hielt Alfred Bauernfeind die Schulgartenidee über Jahrzehnte lebendig. Schon in den 1970er‑Jahren betreute er an der Liebfrauenschule Sigmaringen den Schulgarten – gemeinsam mit Kindern und Eltern. Später pflegte er den Kräutergarten der Klosteranlage Inzigkofen und kümmert sich heute ehrenamtlich um die Beete der Kneippanlage an der Donau. Sein Weg, im Rahmen des NABU Sigmaringen zeigt: Schulgärten leben durch Menschen, die Pflanzen wirklich lieben.

Foto: Führung im Kräutergarten Inzigkoven, Kloster Inzigkoven/NABU Sigmaringen

Warum Schulgärten wieder ins Blickfeld rücken

 

Um 2016 machten Ausstellungen in Ostfriesland und an der TU Chemnitz die historischen Wurzeln erneut sichtbar und stellten die pädagogische Bedeutung der frühen Schulgartenbewegung heraus.

Ein Garten, der Kinder sofort anzieht

Moderne Schulgärten sind offene Lernräume: Naschbeete, Hochbeete, kleine Wege, Beobachtungsflächen. Kinder dürfen entdecken, anfassen, ausprobieren.

Perfektion ist unwichtig – Zugänglichkeit zählt.

Lernen mit allen Sinnen

Im Schulgarten riechen Kinder Minze, fühlen Erde, hören Bienen und schmecken selbst geerntetes Gemüse. Diese Sinnlichkeit verankert Wissen tiefer als jedes Arbeitsblatt.

Bild: Blühende Zuccinipflanze, Monika Hermeling

Spiel und Freude als Lernmotor

Matschecken, Wasserspiele, kleine Bauprojekte und Sammelaktionen gehören dazu. Kinder lernen am besten, wenn sie Spaß haben – das wusste schon Gerdes.

Pragmatisch statt ideologisch

Moderne Schulgärten trennen nicht zwischen "bio" und "konventionell". Sie arbeiten mit dem, was sinnvoll ist: Kompost, Mulch, Blühinseln, gepflegte Bereiche. Es geht um Balance, nicht um Dogmen.

Ein Ort für die ganze Schulgemeinschaft

Eltern, Großeltern, Vereine und Nachbarn helfen mit. Patenschaften für Beete stärken Verantwortung und Zusammenhalt. Der Garten wird zu einem Treffpunkt, der die Schule öffnet.

Was Kinder im Schulgarten fürs Leben lernen

Geduld, Verantwortung, Kreisläufe, Wertschätzung und Selbstwirksamkeit.

Ein Schulgarten zeigt Kindern, dass sie etwas wachsen lassen können – und dass Natur kein abstrakter Begriff ist.

Bildungsprogramm Gemüse Ackerdemie, Schulgärten

Warum Schulgärten heute wichtiger sind denn je

In einer Zeit, in der Naturerfahrungen seltener werden, schaffen Schulgärten Orte, an denen Kinder die lebendige Welt mit eigenen Händen begreifen. Sie verbinden Generationen und schenken Hoffnung.

Autor seit 13 Jahren
359 Seiten
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