Liegt der Dresdner Striezelmarkt im Fokus für einen Terroranschlag?

Jahrzehntelang galt der Dresdner Striezelmarkt als Inbegriff für Vorfreude auf Weihnachten. Davon zeugten die leuchtenden Augen der lieben Kleinen, die freudig ihre Runden in nostalgischen Karussells drehten, mit roten Pausbäckchen genüsslich ihre Zuckerwatte schleckten oder andächtig den Weihnachtsmärchen auf der großen Bühne des Striezelmarkts lauschten. So jedenfalls das verklärte Bild in den Hochglanzgazetten und Onlinemedien.

Die Realität sieht längst anders aus: Betonbarrieren (so genannte Nizza-Sperren) sorgen dafür, dass kein Fahrzeug auf den berühmten Dresdner Weihnachtsmarkt einfahren kann, um Menschen zu vernichten. Besinnlichkeit hinter Mauern? Das gab es in dieser Form nicht einmal zu DDR-Zeiten. Und es ist erschreckend. Aber ist der Striezelmarkt trotz der teuren Sicherheitsvorkehrungen tatsächlich sicher?

Nach der Schießerei auf einem Weihnachtsmarkt in Straßburg, jüngst geschehen, kehrt die Angst zurück, die seit dem Terroranschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt nicht gänzlich verschwunden war. Kann so etwas auch auf Dresdens schönsten Weihnachtsmärkten passieren?

Dresdner Striezelmarkt 2018 - Nostalgie war gestern
So sieht der Striezelmarkt in ...

So sieht der Striezelmarkt in Dresden wirklich aus! (Bild: Kerstin Schuster)

Sicherheitssperren am Altmarkt für ...

Sicherheitssperren am Altmarkt für den Striezelmarkt (Bild: Kerstin Schuster)

Straße am Dresdner Altmarkt während ...

Straße am Dresdner Altmarkt während des Striezelmarkts für Autos gesperrt (Bild: Kerstin Schuster)

Zahlreiche Christkindelmarktbesucher zeigen sich unbeeindruckt angesichts der Terrorabwehrmaßnahmen und glauben auch nicht daran, dass so etwas wie in Berlin und Straßburg hier passieren könnte. Voller Glückseligkeit genießen sie den Weihnachtszauber zwischen Glühweinbuden und Rostbratwurstständen. Sowohl auf dem Striezelmarkt als auch auf den restlichen Adventsmärkten in Europas schönster Weihnachtsstadt.

Die Stadt Dresden hat viel Geld für die Sicherung der bekanntesten Christmärkte ausgegeben, teure Technik ran gekarrt und das Sicherheitspersonal aufgestockt. Reine Vorsichtsmaßnahmen oder ein mögliches Anzeichen dafür, das befürchtet wird, Deutschlands ältester Weihnachtsmarkt steht aufgrund seiner Beliebtheit tatsächlich im Fokus von Terroristen?

Viele Menschen sehen es "gelassen", halten diese Maßnahmen für maßlos übertrieben. Es ist schließlich Weihnachtszeit, da kehrt überall Ruhe und Frieden ein. Andere hingegen sind dankbar dafür, dass so viel für die Sicherheit auf Dresdens Weihnachtsmärkten getan wird.

Teure Schrankenanlagen, mobile Fahrzeugbarrieren, große Poller vor den Zufahrten, Straßensperrungen, ein großes Aufgebot an Polizei und Sicherheitskräften: Weihnachten in Dresden ist gesichert! So bleibt der schöne Schein gewahrt und die Zeit der Besinnlichkeit ist gerettet.

Fahrzeugbarrieren am Weihnachtsmarkt an der Frauenkirche (Bild: Kerstin Schuster)

Betonpoller am Dresdner Neumarkt (Bild: Kerstin Schuster)

Der Striezelmarkt ist trotz des erschreckenden Anblicks drum herum auch in diesem Jahr sehr gut besucht. Wer den Trubel nicht mag, könnte alternativ Advent auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche genießen. Dort sieht es noch ein wenig idyllischer aus und geht gemächlicher zu, die Sicherheitsabsperrungen fallen weniger auf und trüben die Vorfreude nicht. Empfehlenswert ist ebenso der schnucklige Mittelalter-Weihnachtsmarkt im historischen Stallhof Dresden. Auf beiden Märkten werden zudem besondere Dinge angeboten, die sich auch als Weihnachtsgeschenke gut eignen. Wer die Dresdner City zur Weihnachtszeit meiden will, weil er sich trotz hoher Sicherheitsmaßnahmen unsicher fühlt, dem lege ich den Elbhangfest-Weihnachtsmarkt in Loschwitz am Körnerplatz ans Herz. Aber Achtung: Am Wochenende herrscht selbst dort Hochbetrieb und es wird richtig eng.

Sind die Sicherheitsmaßnahmen auf Dresdens schönsten Weihnachtsmärkten übertrieben oder notwendig?
KreativeSchreibfee, am 16.12.2018
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Bildquelle:
Kerstin Schuster (Tatort Weihnachtsmarkt - die fiesen Tricks der Kleinkriminellen)
Kerstin Schuster (Weihnachten Dresden besinnlich - Die schoenste Weihnachtsstadt Europas)
Kerstin Schuster (Die neuen Tricks der Taschendiebe auf dem Weihnachtsmarkt)

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