Kann man sich auf die Vorhersage verlassen?

Für die Bauern fällt die Ernte bei solchen Aussichten natürlich ebenfalls buchstäblich ins Wasser. Sie müssen schauen, dass sie die wenigen trockenen Tage zum Einbringen nutzen. Und genau aus diesem Grund, nämlich zur Bestimmung des optimalen Erntezeitpunktes sowie der Aussaat, hat der Abt Mauritius Knauer zwischen 1652 bis 1658 Beobachtungen des Wetters angestellt und diese für die Landwirtschaft des Klosters niedergeschrieben. Auch heutzutage wird der alte Wetterkalender noch zur Vorhersage von langfristigen Prognosen zitiert. Zwar treffen die Prognosen nicht immer haargenau zu, aber mal ganz ehrlich, kann man sich auf die Wettervorhersagen der Meteorologen, denen sogar modernste Technik zur Berechnung zur Verfügung stehen immer hundertprozentig verlassen?

Der Bauernkalender als Taschenbuch - Kurt Allgeier 1983 (Bild: eigen)

Und so wird das Wetter im August 2014 nach Mauritis Knauers Aufzeichnungen:

Der erste Tag des Monats beginnt gleich mit Regen, doch schon ab 2. August wird es aller Voraussicht nach herrlich schön. Die Nächte zeigen sich allerdings für die Jahreszeit recht kühl. Am 5. wird das schöne Wetter wieder durch Gewitter und heftigem Regen unterbrochen. Der darauf folgende Tag gönnt uns wieder eine kleine Verschnaufpause, die Sonne kann sich kurz durchsetzen. Aber dann, Sie werden es erahnen, folgt wieder Regen, der sich diesmal hartnäckig für einige Tage hält. Erst am 14. August besteht Hoffnung auf aufgelockertes und besseres Wetter. Am 17. des Monats müssen wir uns dann auf einen ungemütlichen Sommertag einstellen. Kräftige Gewitter mit Sturmböen und Platzregen sind gebietsweise möglich. Auch der Rest des August-Monats 2014 wird uns der Regen leider treu bleiben. Knauers vermerkte in seinen Aufzeichnungen, dass das Getreide auf den Feldern damals durch die ständige Nässe bereits auf dem Feld zu faulen begann und das Vieh mit wenig Stroh über den Winter kommen musste. Uns bleibt nur zu hoffen, dass sich die Natur uns wohlgesonnen zeigt.

Als Taschenbuch auch heute noch lesenswert

Den Hundertjährigen Kalender können Sie übrigens in einer Taschenbuch-Ausgabe (z. T. als Antiquariat) erwerben. Er erhält viel Wissenswertes zum Beispiel darüber, warum der alte Abt lediglich 7 Jahre für seine Aufzeichnungen heranzog und welchen Einfluss seiner Meinung nach die Planeten Sonne, Mond, Merkur, Mars, Saturn, Jupiter und Venus auf das Wetter haben. Er vermutete einen Zusammenhang mit der heiligen Zahl "sieben”, die bei der Schöpfungsgeschichte eine bedeutende Rolle spielt.

Text © Edelgard Kleefisch

 

Elli, am 28.12.2013
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