Deutschlands "Qualifizierung"

Nachdem Deutschland die Play-Off Spiele gegen Polen zweimal knapp verlor, war der deutsche Handball am Boden. Nicht mal die Qualifikation für die Weltmeisterschaft klappt. Die Talfahrt schien Ihren absoluten Tiefpunkt erreicht zu haben.
Doch der internationale Handballverband verwehrte den australischen Handballern, die sich durch ein ein Play-Off-Sieg gegen Neuseeland für die WM qualifiziert hatten, den Start in Katar. Es gibt mehrere mögliche Gründe für diesen Ausschluss.

1. In Ozeanien gibt es nur zwei Länder, die um ein WM-Ticket spielen. Neuseeland und eben Australien. Der Weg zur WM ist kurz. Vielleicht für die IHF zu kurz?

2. Deutschland ist eine der stärksten Handballnationen und bringt einige Sponsoren mit zu diesem Event. Vielleicht fürchteten Funktionäre, dass wichtige Einnahmen wegbrechen könnten.

Offiziell gab die IHF zu Protokoll, dass der Handball in Ozeanien keine Fortschritte machen und entzog dem Verband die Anerkennung.

Fakt ist, dass Australien bei den letzten fünf Weltmeisterschaften jeweils Letzter wurde.
Ob das aber der wirklich Grund für den Ausschluss war, wissen nur die Funktionäre der IHF. 

Sensationelle Auftritte des deutschen Teams

Wer hätte das der deutschen Mannschaft wohl zu getraut? Ohne eine Niederlage ging es aus der Vorrunde ins Achtelfinale. Dort wurden die Ägypter von der Platte gefegt. Und nun warten die Kataris im Viertelfinale. Heute um 16:30 (live auf Sky ) ist Anwurf. 

Die Deutschen zeichnet bei diesem Turnier ein unglaublicher Wille aus. Jeder Spieler will. Das ist in jeder Situation zu sehen. Besonders muss man auch die Torwartleistung hervorheben. 37 % hielten die beiden Torhüter Lichtlein und Heinevetter bis jetzt im Turnier - Weltklasse. Ersterer machte besonders im Achtelfinale gegen Ägypten auf sich aufmerksam. Die deutschen Zeitungen titelten: 
,,Deutschland geht ein Lichtlein auf" Auch wenn sich über die Qualität des Wortspiels streiten lässt, über die Leistung Lichtleins nicht.

Jetzt trifft man auf Katar. Die Österreicher, die im Achtelfinale am Gastgeber scheiterten, warnen vor Wettbewerbsverzerrung zu Gunsten des Gastgebers und hadern über die Schiedsrichterleistung. Zum Team von Katar lässt sich nicht vieles sagen. Nur fünf Akteure sind im Emirat geboren, die anderen wurden eingebürgert. So passiert es, dass der Torhüter der Kataris Goran Stojanovic schon für das vierte Land spielt. Für Deutschland heißt es den Gegner genau zu analysieren und die Konzentration hoch zu halten. Denn wenn die deutsche Mannschaft weiterhin mit soviel Herzblut dabei ist, könnte es ein Wintermärchen in der Wüste werden.

Kaum Zuschauer in den Hallen Katars und an den Fernsehern in Deutschland

In Katar ist kaum Interesse an der Weltmeisterschaft vorhanden und in Deutschland wird das Interesse nicht bedient.
Obwohl die Ticketpreise niedrig sind (Vorrundenkarten ab umgerechnet 5€) und die Einwohner Katars nicht gerade die Ärmsten, sind die Hallen selten gut gefüllt. Damit haben die Veranstalter aber schon vor dem Start der WM gerechnet und so luden sie Fans aus handballbegeisterten Ländern ein. Sie bezahlen Flug, Unterkunft und Verpflegung und als Gegenleistung wird in den Hallen Stimmung gemacht. Beim Gedanken, dass in diesem Land 2022 die Fußballweltmeisterschaft ausgetragen werden soll, mal abgesehen von unwürdigen Arbeitsbedingungen auf Baustellen, wird mir ganz flau im Magen.
In Deutschland schauen alle ohne Abo des Bezahlsenders Sky buchstäblich in die Röhre. Kein Spiel der Weltmeisterschaft gibt es im Free-TV. Verhandlungen von ARD und ZDF mit dem Rechtehalter Al Jazeera scheiterten, weil ARD und ZDF ihr Signal nicht verschlüsseln wollten.
Immerhin bietet Sky die Spiele ohne deutsche Beteiligung umsonst im Stream an.

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