Noch vor wenigen Jahren bekam man Heilerde fast ausschließlich in der Apotheke oder in Reformhäusern. Heute gibt es schon ein breites Angebot im Bio-Laden, Drogeriemarkt oder Online-Shops. (Eine kleine Auswahl - siehe weiter unten ...). Doch gerade beim Online-Shopping ist es wichtig, sich genau klar zu machen, was man von dem Produkt erwartet und wofür man Heilerde verwenden möchte.

Was ist Heilerde überhaupt? - Heilerde wird aus Lössablagerungen gewonnen und dann für die verschiedenen Anwendungen pulverisiert oder zu Granulat verarbeitet. Die Ablagerungen stammen noch aus der Eiszeit. Im Grunde genommen besteht Heilerde aus Silikaten und verschiedenen Mineralien. Je nach Abbaugebiet enthält sie Kalk, Feldspat und verschiedene wertvolle Spurenelemente wie Silizium, Kalium, Magnesium, Zink, Selen und Calcium. In der Naturheilkunde gelten die positiven Wirkungen von Heilerde bei Gelenkschmerzen, Magen-Darmbeschwerden und diversen Hauterkrankungen als traditionell verbürgt. Aufwändige und teure Doppelblindstudien wie bei pharmazeutischen Produkten gibt es allerdings kaum. 

 

Pickel- und Cellulite-Killer

Bei äußerlichen Anwendungen verlassen sich die meisten ohnehin auf Tradition und Tipps aus dem Bekannten-Kreis - und im Zeitalter von Internet - auch auf youtube. Eine kurze Suchanfrage spuckt gleich eine ganze Reihe privat gedrehter Videos aus, die Heilerde in den höchsten Tönen loben. Da Heilerde austrocknend wirkt, wird sie gerne als Maske bei fettiger, unreiner Haut - und sogar bei Akne – verwendet. (Bei echter Akne, bitte nicht wahllos selbst "herum-doktorn" sondern fachlichen Rat beim Arzt oder Heilpraktiker einholen.). - Rechts: Das Rezept für eine einfache Gesichtsmaske

Basis-Rezept

  • ca. 3 Esslöffel Heilerde
  • 1 Esslöffel Wasser
  • cremige Paste rühren
  • gleichmäßig auf die Haut auftragen (Augen und Lippen aussparen)
  • Nach gut 20 Minuten ist die Maske meist eingetrocknet und man kann sie einfach mit lauwarmen Wasser abnehmen.

Die Heilerde nimmt überschüssiges Fett und Schadstoffe auf. Manchmal verspürt man deshalb ein starkes Ziehen auf der Haut. Sollten Sie dieses Spannungsgefühl als unangenehm empfinden, so rühren Sie vorab ein wenig gut verträgliches Jojoba-Öl hinzu. Jojoba-Öl ähnelt sehr stark den natürlichen Eigenschaften der Haut und wird deshalb auch für empfindliche Hauttypen gerne von Profis empfohlen. Wer sich die "Patzerei" des Anrühren ersparen möchte, kann auch auf fertige Heilerdemasken zurückgreifen. Die gibt es bereits mit Hautölzusatz.

Wer einen zusätzlichen Peelingeffekt erzielen möchte, rührt einfach etwas Kristallzucker unter die Mischung. Übrigens: Heilerde wird auch als Geheimtipp gegen Cellulite gehandelt! Auch bei Schuppenflechte und Neurodermitis wird sie von Heilpraktikern empfohlen. Grundsätzlich zählt auch jede andere Ton-Erde zu Heilerden. Sieht man sich ein wenig in einschlägigen Foren um, so wird inzwischen auch grüne Tonerde oft empfohlen und hat auch auf Amazon gute Bewertungen. 

Hat man generell fettige Haut, so lohnen sich die großen Packungen, da eine Anwendung einmal pro Woche durchaus üblich ist. Wer nur ab und zu eine reinigende Maske möchte, fährt mit den Einzelpackungen oder Fertigmasken in kleinen Tuben wahrscheinlich günstiger. 

Ganz wichtig: Im Handel werden meist unterschiedliche Produkte für die äußerliche und innerliche Anwendung angeboten. Daran sollte man sich als Verbraucher unbedingt halten und nur entsprechend gekennzeichnete Produkte für die beabsichtigte Anwendung wählen. Konsistenz und Zusammensetzung, aber auch Testverfahren könnten unterschiedlich sein. - Heilerde erhält man in Apotheken, Bio-Läden und Reformhäusern. Inzwischen kann man aber auch bequem Qualitäts-Produkte online kaufen. - Das ist meiner Meinung nach häufiger sogar praktischer als im Laden, da die Auswahl online inzwischen sehr groß ist und man so leicht das passende Produkt findet. - Den Hersteller sollte man aber dennoch genau unter die Lupe nehmen. Gerade bei innerlichen Anwendungen, will man schließlich nicht einfach alles schlucken! - Seriöse Produkte haben meist auch ausführliche, informative Websites oder Produktbeschreibungen, die man auf jeden Fall kurz checken sollte. 

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Hilfreich bei Sodbrennen - Vorsicht bei Nierenproblemen

Für die innerliche Anwendung wird die Heilerde traditionell mit Wasser verrührt und getrunken. Für Menschen dieses "Gebräu" abscheulich finden, sind inzwischen auch Kapseln auf dem Markt, die sich leichter schlucken lassen. Viele Menschen schwören auf die hilfreiche Wirkung bei Sodbrennen, Blähungen und Magendruck. Auch bei Reizdarm wird Heilerde empfohlen. Achtung! Bei bestehenden Nierenproblemen wird von Heilerdezubereitungen abgeraten. 

Eine Absprache mit dem behandelnden Arzt ist außerdem wichtig, wenn Sie Medikamente einnehmen müssen. Die Heilerde kann Wirkstoffe eines Medikaments binden und eine Behandlung mit Pharmazeutika unwirksam machen.

Oft wird Heilerde auch bei Durchfall empfohlen. In der Fachliteratur wird das auch teilweise bestätigt. Es kommt aber offensichtlich auf Ursache und Art der Infektion an. Bei Durchfällen, die länger als drei Tage dauern, muss ohnehin der Arzt aufgesucht werden. (Kleinkinder und ältere Menschen sollten übrigens umgehend zu Medizinern gebracht werden, da der Elektrolyt- und Flüssigkeitsverlust für Sie lebensbedrohlich sein kann!). Sollten Sie Medikamente verschrieben bekommen, dann besser keine Heilerde und ergänzend auf die bewährte Karottensuppe nach Dr. Moro zurückgreifen.

Bei schwächeren oder abklingenden Darmbeschwerden, erweist sich Heilerde aber oft als sehr hilfreich. Auch zur Darmsanierung wird sie von Naturheilkundlern gerne empfohlen. Die vielen Mineralstoffe und Spurenelemente in Kombination mit den Schadstoff bindenden Eigenschaften bringen einen geschwächten Menschen rasch wider auf die Beine. - Bei innerlicher Anwendung sollte man Heilerde generell eher kurmäßig anwenden und dann wieder pausieren.

 

Adolf Just: Der "Heilerde-Papst"

Dass bestimmte "Erden" sehr wertvoll sind, war übrigens bereits lange Zeit vor Christi Geburt bekannt. Priester verwendeten Lössmischungen in vielen alten Kulturen etwa zum Einbalsamieren von Toten. In Deutschland erlebte die Heilerde mit Adolf Just (1859 bis 1936) eine Renaissance. Just war gelernter Buchhändler, litt allerdings unter einer Nervenerkrankung und wandte sich deshalb der Naturheilkunde zu.

Er plädierte für eine ganzheitliche Lebensweise, zog in den Harz und führte ein äußerst einfaches Leben. Licht, Luft, pflanzliche Ernährung – viel Bewegung. Dafür trat er ebenso leidenschaftlich ein, wie für Lehmerde-Behandlungen. Allerdings kam er mit seinen Ansichten auch ab und an mit der damals etablierten Medizin in Konflikt. Schließlich gründete er die Heilerde-Gesellschaft, die heute noch Löss nach seinen Ideen produziert: "Adolf Justs Luvos" bietet eine breite Palette an Heilerde-Produkten, die ich persönlich auch sehr gerne verwende. Es gibt aber auch andere Marken, die von Apothekern empfohlen und auch sehr gut auf Amazon bewertet werden. - Da mag sich jeder eine eigene Meinung bilden. Günstig sind die meisten Heilerde-Produkte sofern man sie als Pulver kauft. Man kommt auch in der Regel lange aus damit. 

 

Autor seit 5 Jahren
61 Seiten
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