Das Wichtigste: Trinken, trinken, trinken ...

Wen es einmal erwischt hat, der braucht zumindest anfänglich starke Nerven. Ruhe bewahren und Tee trinken, raten deshalb auch altgediente Praktiker aus dem medizinischen Bereich. Häufig werden leicht gesüßte Tees empfohlen. Wichtig ist, dass man den Mineralstoffverlust ausgleicht. Hier empfehlen sich elektrolythaltiger Getränke - ganz banal reichen sogar "Zucker und Kochsalz". 

Grandios ist die "magische Karottensuppe" (<--- Link auf das Rezept). Vor über einem Jahrhundert fand ein österreichischer Arzt heraus, dass lang gekochte Möhren schädliche Keime binden. Er konnte damit die Säuglingssterblichkeit wesentlich reduzieren. - Erst in unseren Tagen wurde er wissenschaftlich bestätigt. (Ein Vorrat an vorgekochter Baby-Nahrung "Karotten" ist für alle Fälle empfehlenswert. - Die braucht man dann nicht stundenlang kochen, um die erwünschte Wirkung zu erzielen). 

 

"Zucker und Kochsalz" in der Not ...

Aber zurück zum Trinken. - Ein Tee-Aufguss aus Heidelbeerblättern und einigen getrockneten Heidelbeeren, soll schon Wunder gewirkt haben. Am häufigsten wird Kamillen-Tee verwendet.Ob Heidelbeere oder Kamille: Gebot der ersten Stunde ist der Ausgleich des Flüssigkeits- und Mineralstoffverlustes.

Die Welternährungsorganisation (WHO) hat eine exakte Formel für eine derartige Mischung herausgegeben. Sie besteht aus Speisesalz (Natriumchlorid) Speisesoda, und Traubenzucker und Kaliumchlorid. Die Mischung ist so "banal", dass ein Amazon-Kunde misstrauisch schrieb, dass es sich offensichtlich um "Zucker mit Kochsalz" handle. - Ich persönlich habe dennoch immer einen Vorrat der praktischen Elektrolytmischungen (man bekommt sie meist in Tütchen oder Tablettenform exakt dosiert!!) zu Hause. In meinem Reisegepäck fehlen sie auch nie!

 

Ruhe, ein Apfel und getrocknete Heidelbeeren

Tatsache ist: Bis auf Kaliumchlorid sind die Bestandteile tatsächlich in den meisten Haushalten vorhanden. Dennoch sind die in Apotheken frei käuflichen, exakt dosierten Mischungen einfach praktisch. Ein kleiner Vorrat schadet keiner Hausapotheke zumal sich Durchfall meist blitzschnell einstellt. Wer hat dann noch Lust, exakt dosierte Elektrolyt-Getränke zu mixen?

Wenn es etwas heftiger kommt, sollte man sich unbedingt Ruhe gönnen. Es ist natürlich verständlich, dass man sofort wieder auf die Beine kommen will. Aber so "ungustiös" es sich vielleicht anhören mag: Die auslösenden Schadstoffe, sollen raus. Von "stopfenden Hämmern" raten Heilkundige deshalb im Normalfall eher ab.

Mein persönlicher Tipp gegen Durchfall ist ein geriebener Apfel. Damit heilte mich schon meine Mutter. Die gute Wirkung ist dabei nicht bloße Einbildung. In Fachmedien werden geriebene Äpfel empfohlen zumal sie empfohlen, da sie Pektin enthalten. Dieser Ballaststoff quillt im Darm und nimmt Flüssigkeit auf. Die bereits oben erwähnten Heidelbeeren wirken aufgrund der enthaltenen Gerbstoffe. Aber Achtung! Verwenden Sie nur getrocknete Heidelbeeren! - Frische Heidelbeeren bewirken leider das Gegenteil. Sie sind eher verdauungsfördernd als stopfend.

Sehr empfehlenswert ist auch eine Suppe aus Möhren nach Dr. Moro. Hier das Rezept: Die magische Karottensuppe!

 

 

Wie wirken Kohletabletten, Cola & Schokolade?

Als Klassiker gelten Kohletabletten. Die Dabei handelt es sich um medizinische Aktivkohle, die zumeist aus pflanzlichen Materialien hergestellt wird. Die Tabletten haben ein hohes Bindungsvermögen, das giftige Stoffe, Bakterien oder Vieren aufnimmt. Auf Reisen in Länder mit niedrigen Hygienestandards nehme ich die kleinen schwarzen Helferchen immer mit. Allerdings sollte man sie bei Magen-Geschwüren oder ähnlichen Problemen nicht verwendet werden. 

Und wie sieht es nun mit den vielgepriesenen Cola und Salzstangen aus? Von Cola halten heute die meisten medizinisch bewanderten Menschen wenig. Es würde zuviel Zucker enthalten. Und die light-Versionen enthalten meist Süßstoffe, die selbst wieder leicht abführend sind. - Salzstangen haben immerhin einen Vorteil: Sie gleichen den Natrium-Verlust aus. Wer im Internet googelt, wird aber noch immer viele Fans der Cola-Salzstangen-Variante finden. Es scheint also doch etlichen Menschen zu helfen. Und Schokolade? Sie stopft, meint der Volksmund. Apotheker hingegen meinen durchwegs, sie sei einfach zu fett. Ich kann das gut nachvollziehen. Denn Fettes hat bei mir auch noch nie angeschlagen. Im Gegenteil: Meist wurde alles schlimmer. - Aber wer weiß es schon so genau. Jeder tickt auch physisch anders und hat so seine Geheimrezepte. Und vielleicht ist ja Schokolade in Durchfall-Zeiten einfach gut für die Seele.

 

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Meine persönlichen Favoriten

Wunderwaffe: Möhren beziehungsweise Karotten

Durchfall war um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert eine der häufigsten Todesursachen bei Kleinkindern. Dr. Ernst Moro (ein österreichischer Arzt, geboren 1874 in Laibach - 1951 in Heidelberg verstorben) fand nach langen Recherchen ein simples Mittel gegen Durchfall: Karotten-Suppe! - Er fand heraus, dass sehr, sehr lang gekochte Möhren als Suppe den Kindern verabreicht ausgezeichnet hilft. Die Kindersterblichkeit konnte dramatisch - im positiven Sinn - gesenkt werden. Eine jüngere Studie fand inzwischen auch heraus warum. Offenbar werden durch langes Kochen bestimmte Stoffe freigesetzt, die schädliche Keime (welche Durchfall auslösen) binden. - Ich persönlich habe deshalb immer einen kleinen Vorrat Baby-Karotten zu Hause. Diese sind bereits vorgekocht. Im Fall des "Durchfalls" nehme ich zwei Gläser und koche sie etwa fünfzehn Minuten bei kleiner Flamme. - Wer frische Möhren nimmt, muss sie länger kochen - über eine Stunde. Siehe Artikel: Die magische Karottensuppe.

Ärztlicher Rat gefragt

Übrigens kann der ansonsten gesunde Erwachsene durchaus zwei, drei Tage zuwarten, bevor er zum Arzt geht. Sollten die Symptome dann noch immer nicht besser sein, ist aber ein Konsultation eines Mediziners zur eigenen Sicherheit angeraten. Bei jüngeren Menschen insbesondere bei Kleinkindern sollten Sie sofort einen Arzt hinzuziehen. Auch ältere Menschen mit etwas schwächerer Konstitution sind gut beraten schnell ärztlichen Rat einzuholen.

 

Wenn immer wieder Darmprobleme auftauchen, sollten Sie unbedingt zum Arzt gehen. Es könnte eine ernsthafte Erkrankung, ja sogar Krebs (Krebs: Wunder sind möglich!) dahinter stecken. Probleme mit dem Darm sollten deshalb auf keinen Fall verschleppt werden!

 

Üblicherweise wird ab dem 55. Lebensjahr (in Deutschland, in Österreich ab dem 50. Lebensjahr) von den Kassen eine sogenannte Darmspiegelung empfohlen. In manchen Fällen – eben bei wiederholt auftretenden Darmproblemen – ist eine solche Untersuchung aber auch schön früher sinnvoll. Darüber entscheidet letztlich ein Arzt. Nur muss dieser auch von den Problemen wissen. Geben Sie deshalb einem Mediziner Ihres Vertrauens rechtzeitig über Darmprobleme Bescheid.

Was ist eine Darmspiegelung?

Der Fachbegriff lautet: Koloskopie. Dabei werden der Dickdarm (das untere Ende vor dem After aufwärts) und meist auch Teile des Dünndarms untersucht. Von Horror-Schilderungen, die teilweise im Umlauf sind, sollte man sich nicht von einer derartigen Untersuchung abhalten lassen. Denn tatsächlich gibt es sicher nettere Erlebnisse, eine Koloskopie ist aber bei weitem nicht mehr so furchterregend wie noch vor einigen Jahrzehnten. In den Anfängen wurde die Untersuchung meistens bei vollem Bewusstsein gemacht, was viele Menschen als äußerst unangenehm empfanden. Vorbehalte dürften aus diesen Zeiten herrühren.

Wie läuft eine Koloskopie ab?

  • Eine Koloskopie kann in einer Klinik oder in speziell eingerichteten Arztpraxen durchgeführt werden. Man kann sich also sogar einen Krankenhausaufenthalt ersparen, wenn in der Nähe eine entsprechend ausgerüstete Arztpraxis existiert.

 

  • An ein oder zwei Tagen vor der eigentlichen Untersuchung muss der Darm vollständig entleert werden. Dazu muss man spezielle Präparate trinken. Es handelt sich dabei um sehr starke Abführmittel. - Und dann blockiert man die Toilette …. Die meisten Patienten meine, dass dies der tatsächlich unangenehmste Teil der Untersuchung sein würde.

  • Für die Untersuchung selbst werden in den meisten Fällen den Patienten inzwischen leichte Betäubungsmittel angeboten. Dann bekommt man von der eigentlichen Untersuchung sehr wenig mit, was viele Menschen angenehmer empfinden als das Miterleben des Procederes bei vollem Bewusstsein.

  • Die Untersuchung selbst wird von Ärzten mit einer Art Schlauch durchgeführt an der sich eine Mini-Kamera befindet. Damit kann das medizinische Personal am Monitor das Innenleben des Darms erforschen.

  • Auffälligkeiten wie harmlose Polypen können mit modernen Technologien teilweise sogar bereits während der Untersuchung entfernt werden.

 

Was kann bei einer Koloskopie gesehen werden? - Unter anderem:

  • Entzündungen des Darms

  • Polypen

  • aber auch Geschwüre, die bösartig sein können. Dies wird dann durch Gewebeentnahme und spätere Spezialuntersuchung abgeklärt …

     

Es gibt auch Risiken ... 

Die meisten Schulmediziner loben die Vorteile von Koloskopien. Aber auch sie räumen ein, dass es Risiken gibt. Besonders wenn der Darm nicht vollständig gereinigt ist (durch Abführmittel wie oben beschrieben) können Verletzungen auftreten. Selbst deine Darmperforation kann nicht zu hundert Prozent ausgeschlossen werden.

 

Eine Risiko-Nutzen-Analyse gilt allerdings ohnehin heute als medizinischer Standard.

 

Wann sollte man unbedingt Darmbeschwerden mit einem Arzt abklären? (Eine kleine Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

 

  • bei Blut im Stuhl

  • bei regelmäßigen Darmbeschwerden

  • häufigem Durchfall oder ständiger Verstopfung (Es könnte sogenanntes okkultes Blut im Stuhl sein, welches man aber nicht mit freiem Auge sieht. Es wird mittels Stuhlprobe beim durch einen Arzt und Speziallabore abgeklärt. - Okkultes Blut kann ein Hinweis auf eine schwerwiegendere Krankheit sein. - Deshalb sollten die genannten Symptome wie immer wieder auftretende Durchfallerkrankungen oder häufige Verstopfungen unbedingt mit dem Mediziner oder Heilpraktiker des Vertrauens besprochen werden)

  • wenn in der Familie bereits Erkrankungen wie chronische Darmentzündungen oder Darmkrebs vorliegen, sollte man ebenfalls den Arzt darüber informieren. Er kann dann auftretende Beschwerden besser einordnen und gegebenenfalls entsprechende Untersuchungen anregen.

 

Wissenswertes zum Darm finden Sie auch in vielen Fachbüchern. Bei der Auswahl ist es ratsam, auf die Qualifikation des Autors zu achten. Gerade bei Online-Books finden sich häufig "Werke" in denen teure – wissenschaftlich nicht überprüfte – Nahrungsergänzungsmittel oder durchaus problematische Praktiken empfohlen werden.

 

Ein schönes Buch ist der neuere Titel "Darm mit Charme – Ein unterschätztes Organ" von Gulia Enders. Die Autorin hat während ihres Medizinstudiums diesen Bestseller verfasst. Es enthält viel Wissenswertes über den Darm. Ein Buch zur Selbstdiagnose ist es allerdings nicht. - Dennoch eine Leseempfehlung für alle die sich diesem (oft ziemlich totgeschwiegenen) Organ zuwenden möchten. Während man in der westlichen Welt nicht so gerne über die Verdauung spricht, behaupteten die Chinesen bereits vor vielen hunderten Jahren, dass der Darm der Sitz des Lebens sei. - Möge er immer gut funktioniern!

 

Rechtliche Hinweise: Dies ist ein von einem medizinischen Laien verfasster Artikel. Klären Sie problematische Symptome mit einem Arzt ab! - Alle Beiträge von Brigitte77 auf Pagewizz spiegeln ausschließlich die persönliche Meinung, Vorlieben und Erfahrungen der Autorin wieder. - Es wird keinerlei Haftung für externe Links und selbstverständlich auch keine Haftung für Art, Beschaffenheit und Qualität erwähnter Produkte übernommen. Pagewizz nimmt an Partnerprogrammen (z.B. Amazon...) teil. Autoren können dadurch Provision erhalten. - Nutzungsbedingung dieser Seite: Keine Abmahnung ohne vorherige schriftliche Kontaktaufnahme! 

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brigitte77, am 25.05.2014
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Bildquelle:
Amazon / Möhren - Little Finger (Durchfall: Die magische Karotten-Suppe hilft)
Bild: Buchcover, Ausschnitt - Amazon (Krebs mag keine Himbeeren)

Autor seit 3 Jahren
49 Seiten
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