Wer war der Autor Robert Louis Stevenson?

Der Schotte Robert Louis Stevenson erblickte am 13. November 1850 als Sohn des Ingenieurs Thomas Stevenson und seiner Frau Margaret Isabella Stevenson, geb. Balfour, in Edinburgh das Licht der Welt. Sein Vater und Großvater waren Pioniere des Leuchtturmbaus. Der Großvater entwickelt das mittels Farbscheiben rot und weiß blitzende Licht und der Sohn bündelte die Lichtstärke durch Glaslinsen, sodass sie auch in weiter Ferne sichtbar ist. Rund 97 der an Schottlands Küsten stehenden Leuchttürme wurden von der Familie Stevenson errichtet. Die Familie erlangte durch ihre Erfindung einigen Wohlstand.

Als einziger Sohn sollte Robert diese Arbeit fortsetzen. Er enttäuschte seinen Vater jedoch mit dem Wunsch, Schriftsteller zu werden. In seinen Jugendjahren glänzte er mehr durch seine ungewöhnliche Erscheinung, sein Debattieren und die Vorliebe für Kneipenbesuche. Mit seiner blauen Samtjacke, langem Haar und schütterem Schnurrbart wirkte er mehr wie ein Bohemien. In seiner Anfangszeit war er mit dem Schreiben nicht besonders erfolgreich und ging auf Reisen, um sich Inspiration zu holen. Seine Texte waren studentische Traktate. Er litt stellenweise unter Schreibhemmung.

Schatzinsel unter Palmen

Schatzinsel unter Palmen (Bild: Reisefieber)

Mit der Veröffentlichung seines Romans "Die Schatzinsel" änderte sich das dramatisch. Die Story ist spannend und mitreißend geschrieben und wurde zur Weltliteratur. Was war geschehen? War es mehr als eine erfundene Geschichte? Stevenson hat bis zu seinem Lebensende die Existenz einer solchen Insel geleugnet. Er gab gar freimütig zu, Teile aus den Romanen Robinson Crusoe oder Edgar Alan Poe übernommen zu haben. 

Zahlreiche Sprachwissenschaftler und Biografen streiten sich bis heute um die Frage, ob der Autor reale Vorbilder zu der Geschichte hatte und wo die Insel liegen könne.

Karte von Treasure Island (Bild: Monro S. Orr / AllPosters)

Wollte Stevenson die Lage der wahren Schatzinsel verschleiern?

Dieser Suche ging auch der Schriftsteller Alex Capus in seinem 2005 erschienenen Roman "Reisen ins Licht der Sterne" nach. Er forschte in alten Schriftstücken und kam zu einer ganz neuen These über die Lage der Schatzinsel. Capus überzeugt den Leser, dass alle bisher am völlig falschen Platz gesucht haben. Er erforscht Stevensons Leben, verknüpft Wahrheit und Legenden. Sein Ergebnis wird von interessanten Indizien gestützt:

  • Stevenson kam zu plötzlichem, unerwarteten Reichtum.
  • Er zog ins feuchtwarme Samoa, obwohl er das Klima nicht vertrug.
  • Er lehnte standhaft das Bestehen der Schatzinsel ab.
  • Die kleine vor Samoa gelegene Insel Tafahi hieß früher Cocos Eylandt.

Er bedankt sich in seinem Nachwort für die ihm von Walter Hurni zur Verfügung gestellten Recherchen.

Tafahi - Die wahre Schatzinsel

Alex Capus Roman ist spannend und reißt jeden Leser mit. Die Thesen werden durch zahlreiche historische Quellen verstärkt, die jeweils auf der gleichen Seite angegeben sind. Das Buch ist nicht nur spannend für Freunde von Piraten- und Abenteuergeschichten. Wir erfahren viel über das Leben von Stevenson in der damaligen Zeit.

Die wahre Schatzinsel liegt demnach nicht als Kokosinsel im Pazifik vor der Küste Panamas, sondern in der Südsee. Tafahi gehört zum Königreich Tonga. Ihre Lage ist -15.85°S / -173.72°W. Die kleine Insel ist vulkanischen Ursprungs. Ihre rund 500 Bewohner leben vom Anbau von Kawa und Vanille. Der gleichnamige, erloschene Vulkan liegt in der Inselmitte und ist 560 Meter hoch. Man kann den Berg in rund drei Stunden erklimmen. Bei klarem Wetter reicht der Blick bis Samoa. Das Eiland ist nur schwer zu mit einem kleinen Boot bei Hochwasser von Niuatoputapu aus zu erreichen. 

Das Buch war so erfolgreich, dass es im Jahr 2007 als Doku Fiction vom Sender ProSieben und History Television Canada verfilmt wurde. 

Tafahi

Piraten als romantischer Mythos

Ob wahr oder nicht - Stevenson hat mit seinem Roman das Sinnbild des wilden Piraten geschaffen. Ein verklärter Piratenmythos von freien, gesetzlosen Männern, die mit ihren schwarzen Schonern und Piratenflagge die tropische Inselwelt befahren. Immer dabei ein bunter Papagei, Männer mit Augenklappe und Holzbein. 

Nach erfolgreichen Beutezügen ziehen sie sich auf ihre geheimen Inseln zurück, wo sie die Schätze in Verstecke vergraben. Die Wahrheit des Piratenlebens sah meist etwas anders aus. Sie lebten von einem Tag auf den anderen. Die meisten von ihnen wurden nicht alt. Das Leben war rau und gefährlich. Die Beute wurde geteilt und direkt verjubelt. Häufig handelte es sich auch um Waren des täglichen Bedarfs, die im nächsten Hafen verkauft werden mussten. Seeräuber überfielen Handelsschiffe, die z.B. Kaffee, Tee oder Gewürzen transportierten. Das romantische Leben der Piraten? Das wäre eine ganz andere Geschichte!

Quellen:

Alex Capus, Reisen ins Licht, ISBN ISBN 978-3-442-73659-1

Tafahi Island, Tonga Travel Guide

 

Reisefieber, am 01.04.2015
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Bildquelle:
Tortola / Reisefieber (Wo ist die schönste Insel der Welt?)
Reisefieber / Strand (Wo ist der schönste Strand der Welt?)
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Autor seit 3 Jahren
164 Seiten
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