Herkunft und Bedeutung des Namens Nikolaus

Der Name Nikolaus geht auf den griechischen Namen "Nikolaós" zurück. Dieser setzt sich aus den Wortteilen "nikaó" (zu Deutsch: Volk) und "laós" (siegen) zusammen. Nikolaus bedeutet also so viel wie "Sieger des Volkes". Eine Variante davon ist "Nikolai".

Noch heute sind davon abgeleitete Vornamen wie Klaus, Kai, Nico und der weibliche Vorname Nicole gebräuchlich. Im Schwedischen hat sich aus dem Namen Nikolaus Nils etabliert. Nikita und Kolja sind russische Namensversionen davon.

Der erste namentlich erwähnte Nikolaus stammt aus der Bibel, genauer gesagt aus dem Neuen Testament. Dieser war einer der sieben von der Jerusalemer Urgemeinde auserkorenen Diakone, welche die Apostel unterstützen sollten. Im Christentum wurde zahlreiche Päpste und Bischöfe Nikolaus genannt. Aber auch einige weltliche Herrscher unterstrichen ihre Macht mit diesem Namen.

In der Wissenschaft ging vor allem Nikolaus Kopernikus, der zugleich Domherr war, in die Geschichte ein, indem er das damals revolutionäre heliozentrische Weltbild begründete. Zuvor hatte vor allem die Kirche darauf beharrt, dass sich die Sonne um die Erde drehte. Nikolaus Kopernikus bewies, dass es sich in Wahrheit umgekehrt verhält.

Doch welcher Nikolaus stand nun Pate für die vorweihnachtliche, Geschenke bringende Figur im langen Mantel?

Unterschied zwischen Nikolaus und Weihnachtsmann

Bevor ich auf den Ursprung des Gabenbringers im Advent zu sprechen komme, möchte ich noch erklären, worin sich der Nikolaus und der Weihnachtsmann eigentlich unterscheiden. Denn in der Darstellung vermischen sich diese Gestalten oft. Diese Vermischung könnte auf die Tatsache zurückzuführen sein, dass früher schon am Nikolaustag die Bescherung stattfand. Die Verlegung auf Weihnachten haben wir der Reformation zu verdanken, wo man die Heiligenverehrung kritisch betrachtete.

Analog zu seinem historischen Vorbild erkennt man den Nikolaus an seinen bischöflichen Insignien: Dem Bischofsstab und der bischöflichen Kopfbedeckung. Um den christlichen Aspekt zu verdeutlichen, werden Nikolauskostüme häufig mit einem großen Kreuz an einer Halskette getragen. Sein "Mantel" ist eigentlich ein Umhang oder Überwurf. Er muss nicht unbedingt rot sein, wird aber heutzutage meistens so dargestellt.

Der Weihnachtsmann hingegen ist eine frei erfundene Figur, auch wenn sie aus dem Nikolaus hervorging. Allerdings fehlen den Weihnachtsmännern die Kennzeichen des Bischofsamtes und der Kirche. Schon im 19. Jahrhundert war die bis heute bekannte Darstellungsform des Weihnachtsmannes mit rotem Mantel, weißem Pelz, Zipfelmütze und einem Sack mit Geschenken geläufig.

Weihnachtsmann (Bild: OpenClips / Pixabay)

Der historische Nikolaus

Er war im 4. Jahrhundert ein in Myra in der Region Lykien wirkender Bischof. Geboren wurde er Ende des 3. Jahrhunderts in Patara. Damals war das heute zur Türkei gehörende Lykien römisches Gebiet und war christlich besetzt. Der Ort Myra lag etwa 100 Kilometer südwestlich von Antalya und ist nur noch in Form von Ruinen erhalten. Er befindet sich nahe der heutigen Stadt Demre.

Mit gerade mal 19 Jahren erlangte er das Priesteramt dank seinem gleichnamigen Onkel. Daraufhin übte er im Kloster Sion bei Myra die Funktion des Abtes aus. Im Jahr 310 soll er ein Opfer der Christenverfolgung geworden sein. Nach dem Tod seiner reichen Eltern soll er sein Erbe an die Mittellosen verschenkt haben. Er selbst wurde in Myra beigesetzt. Allerdings wurden seine Gebeine um 1087 von süditalienischen Kaufleuten aus der St. Nikolaus Kirche in Demre geklaut. Sie brachten sie nach Bari, wo sie heute noch in der Basilika von San Nicola liegen. In Bari wird er jedes Jahr vom 7. bis 9. Mai mit einem Fest inklusive einer Prozession geehrt.

Nikolaus von Myra (Bild: LoggaWiggler / Pixabay)

Wie sich der Nikolausbrauch entwickelte

Der 6. Dezember wurde von der Kirche als Tag gewählt, an dem der Heilige Nikolaus von Myra geehrt werden sollte. Die kirchliche Periskopenordnung sah für jeden Tag einen bestimmten Textabschnitt aus der Bibel vor, der bei den Messen vorgelesen wurde. Für den 6. Dezember war das die Stelle aus dem Matthäus-Evangelium Kapitel 25, Verse 14 bis 30. Aus dem dort geschilderten Gleichnis von den anvertrauten Talenten entstand der Teil des Brauchs, in dem der Nikolaus die Kinder fragt, ob sie artig gewesen seien.

Der Part mit den Geschenken beruht auf einer Legende, nach der drei Jungfrauen von Nikolaus nachts Geschenke bekamen. Dieser Brauch existiert mindestens seit dem 15. Jahrhundert. Statt Schuhen und dergleichen wurden damals allerdings selbst gebastelte Schiffchen aufgestellt, wohl in Anlehnung daran, dass dieser Nikolaus unter anderem auch Schutzpatron der Schiffer war. Später wurden die Schiffchen durch die Stiefel, Strümpfe und Gabenteller abgelöst.

Hinein gesteckt wurden schon seit jeher Schokolade, Lebkuchen, Nüsse und Obst - was eben da war und zur Vorweihnachtszeit gerne verzehrt wurde und wird.

Nikolausstiefel als Weihnachtsdeko (Bild: HotelMonacoMuenchen / Pixabay)

Schokolade war allerdings im Mittelalter noch ein Luxusgut, das sich die einfache Bevölkerung nicht leisten konnte. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Schokolade durch das von Coenraad Johannes van Houten patentierte Press- und Mahlverfahren für Kakao massentauglich, da die Leckerei nun preisgünstiger hergestellt werden konnte. Auch die traditionell in Lebkuchen, wie wir ihn heute kennen, enthaltenen Gewürze wie Pfeffer, Zimt, Anis und Nelken waren früher sehr teuer.

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Warum trägt er einen roten Mantel?

Wer jetzt an Coca Cola denkt, den muss ich leider enttäuschen: Mit dem süßen braunen Getränk und den roten und weißen Farben des Firmenlogos hat der Mantel des Nikolauses bzw. Weihnachtsmannes nichts zu tun. Coca Cola hat diese Äußerlichkeiten vom Weihnachtsmann lediglich werbewirksam für sich genutzt.

Während diese Farbgebung beim Nikolaus bereits im 19. Jahrhundert nachweislich auftauchte, wurde sie in den 1920er Jahren richtig populär. Die New York Times berichtete 1927 davon, wie gut dieser neue Trend ankam. Daher entschied man sich, Santa Claus zukünftig nur noch in diesem Look zu zeigen. Die Firma Coca Cola wurde erst vier Jahre später gegründet.

Nikolaus aus Schokolade (Bild: Hans / Pixabay)

Aber warum - abgesehen davon, dass Rot schick aussieht, auffällt und gut zur Weihnachtszeit passt - wählte man nun Rot für den Mantel des Nikolauses? Bischofsgewänder gibt es schließlich in allen möglichen Farben.

Das lässt sich nicht eindeutig beantworten. Auch auf älteren Bildern ist der Nikolaus oft mit teilweise roter Kleidung zu sehen. Allerdings wurde er früher auch mit anderen Farben der Gewandung dargestellt.

Vielleicht spielt die symbolische Bedeutung von Rot im christlich-religiösen Kontext eine Rolle. Rot steht demnach für das Blut, das Jesus Christus am Kreuz vergossen hat, aber auch das Blut der Märtyrer. Zu Ostern wird bei den Priestergewändern oft Rot mit Gold kombiniert. Auch die Nikolauskostüme enthalten oft goldene Elemente auf dem Rot. Dunkelrot wird außerdem zur Fastenzeit verwendet.

Was hat es mit Knecht Ruprecht auf sich?

Je nach Region wird der Nikolaus von einem Krampus, Hans Muff, einem Schwarzen Peter (Niederländisch: Zwarte Piet), dem Beelzebub oder eben Knecht Ruprecht begleitet. Allen gemeinsam ist, dass sie praktisch als Gegenstück zum guten Nikolaus die böse Seite darstellen. Entsprechend muten diese Figuren etwas gruselig, manchmal wie regelrechte Teufel, an. Sie tragen meist eine Rute bei sich, mit der Kinder für ihre Untaten bestraft werden.

Neben der Vorstellung von Satan hatte möglicherweise auch der altgriechische Pan-Kult einen Einfluss auf diese Figuren. Pan, der Gott des Waldes und der Natur, wurde insbesondere von den Hirten verehrt. Aufgrund seines halb tierischen Äußeren mit seinen Ziegenbeinen (die auch bei späteren Teufelsdarstellungen vorkommen) hatten die Hirten aber auch Angst vor ihm. Noch heute spricht man daher von Panik.

Die eigentlichen den Nikolaus begleitenden Figuren - wie auch Knecht Ruprecht - gehen auf die Perchten zurück. Bei diesen ursprünglich aus dem alpenländischen Raum stammenden Sagenfiguren handelt es sich um Wesen, die speziell im Dezember und Januar sowie beim heidnischen Brauch des Winteraustreibens eine Rolle spielen. Häufig werden sie mit Tierköpfen oder Masken dargestellt. Hintergrund für diese Phantasiegestalten ist die Perchta, eine Gestalt aus der kontinentalgermanischen und slawischen Mythologie. Die sagenhafte Idee, gute Taten zu belohnen und untugendhafte zu bestrafen, wie die Perchta es in der Vorstellung der Menschen tat, wurde in dem Brauch um den Nikolaus und Knecht Ruprecht (und seinen regionalen Äquivalenten) aufgegriffen.

Das mittelhochdeutsche Pendant zur Perchta war übrigens Frau Holle. Auch sie belohnt Tugenden und bestraft schlechte Taten. In der Interpretation der Gebrüder Grimm werden die Protagonistinnen daher je nachdem mit Gold oder Pech überschüttet. In der Original-Sage sind die Methoden teils drastischer. Da werden nach der Vorstellung im Falle von mangelnder Hilfsbereitschaft zum Beispiel Häuser verbrannt.

Die_Utopische, am 26.11.2013
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Bildquelle:
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