"wohnen in den eigenen vier Wänden"

 Möglichst lange zu Hause zu bleiben, ist der Wunsch vieler älterer Menschen. Um  einer Pflegebedürftigkeit, Behinderung und Einsamkeit wirksam vorzubeugen, werden heutzutage fast unzählige Betreuungsleistungen angeboten. So leisten ambulante Pflegedienste im Fall von Pflegebedürftigkeit Grundpflege und hauswirtschaftliche Tätigkeiten wie Einkaufen, Wohnungsreinigung und Wäschepflege. Medizinische Behandlungspflege wie das Blutzucker und Blutdruck messen und die Medikamentengabe sichern die ärzliche Versorgung. Fahrdienste, speziell für mobilitätseingeschränkte Personen leisten eine Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Essensdienste liefern auf Bestellung täglich eine warme Mahlzeit. Für behindertengerechte Umbauten wie ein ebenerdiges Bad oder ein schwellenloser Eingang, lassen sich Fördergelder beantragen. Kurzum: Es ist vieles möglich!

"betreutes" Wohnen

Beim "betreuten" Wohnen handelt es sich um altersgerechte und barrierefreie Wohnungen verschiedener Größen. Nach Wunsch lassen sich einfache bis anspruchvolle Serviceleistungen in Anspruch nehmen. So gibt es Hausmeisterdienste, die im Notfall zur Verfügung stehen, Betreuungskräfte sorgen für das Wohl untereinander. Externe Pflegedienstleister bieten Pflege und hauswirtschaftliche Tätigkeiten an. Größere Wohnanlagen verfügen über Gemeinschaftsräume und bieten ein regelmäßiges Programm an. Hier lassen sich zum Beispiel  Geburtstage feiern. Noch eine kleine Anmerkung: der Begriff "betreutes Wohnen" unterliegt keinerlei Gesetzen und Normen. Deshalb sollte bei Interesse an einer Einrichtung genau hingeschaut werden. Im weiteren ist im vorraus zu klären, inwieweit die oben erwähnten Serviceleistungen finanziell zu Buche schlagen. 

Pflegeheime und Senioren-Residenzen

Pflegeheime müssen laut Heimgesetz eine 24 Stunden Pflege und Betreuung leisten. Die Realität schaut allerdings in vielen Fällen anders aus. Akuter Personalmangel sorgt in einigen Einrichtungen eher für eine Unterversorgung. Trotzdem oder eher aus Marketing-Gründen bieten viele Pflegeheime ein Angebot, dass sich sehr stark am Hilfebedarf des einzelnen Bewohners orientiert. So werden Freizeitprogramme für noch mobile Bewohner angeboten, Demenz-Kranke werden in bestimmten Wohngruppen betreut.

Senioren-Residenzen bieten teuer erkauften Luxus. Sie sind in der Regel größer ausgelegt und besser ausgestattet als konventionelle Pflegeheime. Angebotene Serviceleistungen sind meistens von besonderer Qualität. Vor Anmietung oder Kauf einer solchen Einrichtung sollten allerdings Eigentümer- und Finanzierungsfragen geklärt werden. 

Wohngemeinschaften und Mehrgenerationenhäuser

In Wohngemeinschaften leben gesunde und hilfsbedürftige Personen unter einem Dach zusammen. Man hilft sich gegenseitig und verbringt auch einen Teil der Freizeit zusammen. Erst bei größerer Pflegebedürftigkeit werden externe Pflegedienstleister eingesetzt.

In Mehrgenerationenhäusern leben ältere und jüngere Menschen zusammen. Das Bild entspricht dem einer großen Familie. Auch hier ist gegenseitige Hilfe gefragt. In der Regel gibt es für jeden Bewohner eine Privatsquäre. Im Gemeinschaftsbereich (Kochen, Fernsehen schauen, Spielen) findet der Lebensalltag statt.

Eine noch relativ neue Wohnform ist das Leben in einer Demenz-Wohngemeinschaft. Für die Bewohner entwickelt sich ein gegenseitiges Kennenlernen und ein organisierter Tagesablauf. Es lassen sich gemeinsame Aktivitäten unternehmen, z. B. Kochen und Musik hören. Die Zimmer können individuell eingerichtet werden. Die Kosten sind in der Regel geringer als bei einem Heimaufenthalt. Bewohner in Wohngemeinschaften kennen sich gegegenseitig und leben nicht "sozial isoliert" wie in Pflegeheimen. 

Betreuungsleistungen und Wohnberatung

Der Markt an Betreuungsleistungen ist recht unübersichtlich. So werden Essensdienste, Einkaufsservice, Fahrdienste und Apothekenleistungen  (Medikamentenversorgung) angeboten. Für Pflegeleistungen läßt sich ein ambulanter Pflegedienst arrangieren. Im weiteren ist es möglich, eigene Kräfte im Haushalt einzustellen. Nicht mehr ganz neu ist der Einsatz von osteuropäischen Pflegekräften, die seit geraumer Zeit den deutschen Markt überschwemmen. Für eine angestellte Hauspflegekraft sind neben dem tariflichen Lohn, Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuer zu bezahlen. Das kann für den einzelnen Pflegebedürftigen teuer werden. Erster Ansprechpartner ist in diesem Fall in der Regel die Agentur für Arbeit. Sollen Betreuungsleistungen in Anspruch genommen werden, kann man sich für allgemeine  Informationen an die Verbraucherzentrale wenden.

Die eigene Wohnung sollte im Fall von Pflegebedürftigkeit behindertengerecht ausgebaut werden. Wichtig sind schwellenlose (rollstuhlgerechte) Ein- und Ausgänge, rutschfeste Böden, um ein Sturzrisiko zu minimieren. eine Sicherungskette an der Eingangstür, damit fremde Besucher nicht ungehindert in die Wohnung kommen können, ein Haus-Notruf-System, Haltegriffe im Treppenhaus und im Bad und ein in der Höhe verstellbares Bett. Unter bestimmten Vorraussetzungen lassen sich Fördergelder bei der Pflegekasse beantragen. Viele Kommunen bieten zu diesem Thema inzwischen eine eigene Wohnberatung an. 

Ashlie, am 16.09.2012
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