Gefährliche Blutsauger

Auch wenn oft behauptet wird, dass Zecken von den Bäumen fallen, sitzen sie vielmehr im Gras und warten dort sozusagen auf ihre Opfer. Sie lassen sich von Tieren und Menschen "mitschleifen" und krabbeln oft erst eine Weile auf dem Körper des Betroffenen herum, ehe sie eine geeignete Einstichstelle gefunden haben. Diese befindet sich meist an Kopf, Hals oder den Arm- und Kniebeugen. Glücklicherweise ist nicht jeder Zeckenbiss gefährlich, denn nicht jede Zecke trägt das auslösende FSME-Virus in sich. Tut sie es doch, besteht die Gefahr, dass der Virus das zentrale Nervensystem des Menschen angreift. Wie schwer die Krankheit dann verläuft, hängt von individuellen Faktoren des Betroffenen ab. Die Medizin konnte bislang nicht herausfinden, warum manche Menschen stärker betroffen sind als andere. Es wird jedoch beobachtet, dass FSME bei älteren Menschen schlimmer verläuft als bei jüngeren und bei Männern häufiger auftritt als bei Frauen.

FSME-Symptome erkennen

Nach einer Infektion mit FSME kann es bis zu vier Wochen dauern, ehe die typischen Symptome auftreten. Sie ähneln in der Anfangszeit einem grippalen Infekt mit Fieber und Kopf- und Gliederschmerzen. Phase 1 dauert bis zu vier Tage und kann von Magen- und Darmproblemen begleitet werden. Im zweiten Stadium kommt es dann zu stark erhöhtem Fieber, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen. Auch Lähmungen, psychischen Veränderungen sowie Sprach- und Bewusstseinsstörungen können folgen – je nachdem, welcher Teil des Gehirns betroffen ist. Die schwächste Form ist die Hirnhautentzündung, auch Meningitis genannt. Sie zeichnet sich durch starke Kopfschmerzen, hohes Fieber und einen steifen Nacken aus. Die schwerere Form von FSME ist die Gehirnhautentzündung, bei der nicht nur die Hirnhäute, sondern das gesamte Gehirn betroffen sind und auch das Rückenmark geschädigt werden kann. Ist FSME ausgebrochen, gibt es keine Therapie, die die Ursachen bekämpfen kann. Lediglich die Symptome können gelindert werden, beispielsweise durch Schmerzmittel. Grundsätzlich ist nach Ausbruch Bettruhe zu wahren und dringend ein Arzt aufzusuchen.

 

Beginn der Zeckensaison

Auch wenn der Sommer noch in weiter Ferne zu sein scheint, geht die Zeckensaison schon bald los. Zecken sind nämlich von März bis November aktiv. Die meisten Zeckenbisse und Infektionen werden jedoch erst etwas später registriert, wenn die Menschen verstärkt leicht begleitet an der frischen Luft unterwegs sind. Damit man dies im Sommer ohne Sorge tun kann, sollte man sich rechtzeitig impfen lassen, denn die Immunisierung dauert rund sechs Wochen – erst danach wirkt sie zuverlässig. Insgesamt werden drei Spritzen benötigt, die dann jedoch auch drei bis fünf Jahre lang schützen. Wer es schneller braucht, kann auch zur Schnellimpfung greifen. Auch diese wirkt jedoch frühestens nach drei Wochen und ist – obwohl ebenfalls drei Spritzen gesetzt werden – nur eineinhalb Jahre wirksam. Die Ständige Impfkommission empfiehlt, dass sich alle Menschen impfen lassen sollten, die in einem ausgewiesenen FSME-Risikogebiet wohnen, arbeiten oder aufhalten. Dazu zählen insbesondere die süddeutschen Regionen Bayern und Baden-Württemberg sowie Thüringen und Rheinland-Pfalz. Für die Anwohner dieser Regionen übernehmen sogar die Krankenkassen die Impfkosten.

Vorsicht trotz Impfung

Obwohl die Impfung recht zuverlässig wirkt, sollte man es nicht auf einen Zeckenbiss ankommen lassen: Vorbeugen ist besser als heilen. Schließlich können Zecken auch Borreliose übertragen, gegen die der Impfstoff machtlos ist. Daher ist eine gezielte Zeckenabwehr sinnvoll. So sollte man beispielsweise hohes Gras und Gebüsche meiden und für Wald- und Wiesenspaziergänge die richtige Bekleidung wählen. Dazu gehören lange Hosen, die man bestenfalls in die Socken oder Schuhe stecken, um die Kleidung möglichst dicht zu verschließen. Außerdem sollte man sich nach einem Spaziergang im Freien sofort gründlich auf Zecken absuchen.

Foto: Zeckenbisse können gefährlich werden. Foto: Butch - Fotolia.com

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