Die Idee der Zeitumstellung ist nicht neu.

Einst war es Benjamin Franklin der der amerikanische Forscher, Erfinder und spätere Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, der die Idee der Zeitumstellung als erster publizierte. In einem Schreiben an einen französischen Redakteur schlug er 1784 vor, die Uhren im Winter zu verstellen um so den Verbrauch an Wachskerzen erheblich zu reduzieren. Wie ernst es ihm mit diesem Vorschlag wirklich gewesen ist, ist heute nicht mehr zu sagen.

Den nächsten Versuch eine Zeitumstellung herbei zu führen unternahm William Willett im Jahre 1907. Trotz seiner breit gefächerten Lobbyarbeit konnte er sich mit seinem Vorschlag jedoch nicht durchsetzen.

Einführung in Deutschland und Europa.

Erst im Deutschen Reich, im Jahre 1916 wurde eine Zeitumstellung eingeführt. Ebenso im Kaiserreich Österreich-Ungarn. Nach dem Niedergang der politischen Strukturen ging die Zeitumstellung in den Wirren der Kriege und Unruhen in Europa wieder in Vergessenheit.

Seit den 1950er Jahren gab es in den verschiedenen Ländern Europas nach und nach verschiedene Regelungen zur Zeitumstellung. Gemeinschaftlich kahm die Diskussion wieder während der Ölkrise 1973/74 auf. 1977 beschlossen die damaligen Mitglieder der EG die einheitliche Einführung der Zeitumstellung. Ab 1980 wurde diese dann auch in der Bundesrepublik Deutschland eingeführt.

Im Winter länger Tageslicht.

Die Überlegung bei der Einführung der Zeitumstellung bezieht sich auf die bessere Ausnutzung des Tageslichts und der damit theoretisch verbundenen Einsparung von Energie zur Lichtgewinnung. Unsere Normalzeit entspricht der so genannten "Winterzeit". Jedes Jahr wird nun am letzten Sonntag im März die Uhr um 02:00 Ur um eine Stunde vorgestellt. Das gleiche gilt jedes Jahr am letzten Sonntag im Oktober. Hier wird nun die Uhr um 02:00 Uhr um eine Stunde wieder zurück gestellt.

Durch diese Umstellung gewinnt man am Abend eine Stunde länger Tageslicht, wodurch es natürlich am frühen Morgen auch länger Dunkel bleibt. Dies fällt jedoch kaum auf da es nur die Uhrzeiten betrifft, um die die meisten Menschen noch schlafen. In Zeiten, in welchen immer mehr Menschen im Schichtdienst arbeiten scheint diese Begründung jedoch überholt.

Ist die Zeitumstellung sogar Gesundheitsschädigend?

In einigen Publikationen vertreten Mediziner die Auffassung, dass die Zeitumstellung den Biorhythmus eines Menschen gewaltig durcheinander schüttelt. So dauert es bis zu 4 Tagen bis sich der Körper an den neuen Hell-/Dunkelwechsel gewöhnt hat. Vergleichbar sei dies mit einem Mini-Jetlag. Es kann zu Symptomen wie Kreislaufproblemen, Konzentrationsstörungen und sogar Depressionen kommen. Auch passieren statistisch gesehen an den Tagen der Zeitumstellung mehr Verkehrsunfälle als an anderen Tagen.

Also… Zeitgemäß?

Das Argument des Energie sparens und des länger nutzbaren Tageslichts greift in unserer heutigen Zeit nicht mehr den Zahn der Zeit. Immer mehr Menschen müssen um frühe Uhrzeiten aufstehen, da sie entweder sehr früh mit der Arbeit beginnen oder aber lange Wege zu ihrem Arbeitsplatz in Kauf nehmen müssen. Waren vor 30 Jahren die Straßen um 5:00 Uhr noch Menschenleer, tummeln sich um die Ballungsgebiete um diese Zeit bereits etliche Menschen auf den Straßen. Immer mehr Mediziner warnen vor möglichen Gesundheitsgefahren durch den eh schon in Mitleidenschaft gezogenen Biorhythmus der Menschen. Zusammenfassend bleiben unterm Strich mehr Argumente für ein Aussetzen der Zeitumstellung. Bleibt die Frage ab wann sich die Politik mit solch einer Frage beschäftigt. Sicher gibt es auf europäischer ebene wichtigeres. Doch wer die Zeit findet sich um eine EU Norm für die korrekte Bemessung von Pizza zu kümmern, Kann vielleicht auch ein bisschen Zeit für die Zeit aufbringen.

Janus, am 22.04.2014
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Bildquelle:
Kuscheltier (Strom sparen im Haushalt)

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