Darauf sollten Gärtner beim Anbau von Zitrusfrüchten achten

Zitrusfrüchte wollen nicht ins Zimmer. Eine Ausnahme bildet die schwachwüchsige. Calamondin-Orange. Sie blüht schon als junge Pflanze und bildet kleine Früchte aus. Worm empfiehlt, sich bei der Beantwortung der Fragen nach Standort und Pflegebedürfnissen von Zitrusfrüchten, an ihrer Herkunft zu orientieren. Zitrusfrüchte kamen, oft als Sammelobjekte von Fürsten, über die Alpen nach Deutschland. Dort fanden sie, in großen Kübeln, auf sonnig-warmen, windgeschützten Terrassen, im Sommer ihren optimalen Standort.

Citrus sinensis cv. ‚Oblonga’

Citrus sinensis cv. ‚Oblonga’ (Bild: © Insel Mainau)

Ein guter Standort für Zitrusfrüchte

  • Zitrusfrüchte fühlen sich, an einem windstillen Platz, in der Sonne, wohl
  • Im Winter benötigen sie einen frostfreien, kühlen, hellen, gut gelüfteten Platz

Das ist zum Beispiel:

  • Ein helles Treppenhaus
  • Helle, kühle Kellerräume
  • Frostfreie Wintergärten

Es gibt auch Gärtnereien die einen Überwinterungsservice anbieten. Wichtig ist es den genauen Zeitpunkt zu ermitteln wann Zitrusfrüchte ins Freie können und wann sie in ihren Überwinterungsort sollten.

Diesen Boden lieben Zitrusfrüchte

Der Boden muss in jedem Fall ein Gemisch aus je ein Viertel:

  • Humus, zum Beispiel reife Komposterde
  • Lehm
  • Ton
  • Sand

sein.

Das Gießwasser für Zitrusfrüchte

Zitrusfrüchte vertragen kein kalkreiches Wasser. Da sie einen hohen Wasserbedarf haben, lohnt sich die Anschaffung einer guten Regentonne. Die Pflanzen dürfen, so Worm, aber keinesfalls im Wasser stehen bleiben. Im Winter benötigen sie nur wenig Wasser Es könnte der Eindruck entstehen, dass Zitruspflanzen immergrün sind. Ihre Blätter müssen sich aber regenerieren und werden darum, im Abstand von einigen Jahren, abgeworfen Gerhard Worm ermutigt die Gärtner dann nicht in Panik zu verfallen und nun auch im Winter kräftig zu gießen. Die Erfahrung zeigt, dass die Pflanzen, auch wenn sie im Winter ihre Blätter verloren, im Frühjahr wieder austreiben.

Wie sollen Zitrusfrüchte gewässert werden

Gerhard Worm zeigt in seinem Buch auf, dass meist alle Pflanzen von den Hobby-Gärtnern zu reichlich gegossen werden. Er empfiehlt, speziell Zitrusfrüchte erst dann zu gießen, wenn sich die oberste Substratschicht, von etwa zwei bis vier Zentimetern, sich trocken anfühlt. Staunässe vertragen die Kübelpflanzen nicht. In ihrem Winterquartier, bei einer Temperatur von drei bis 10 Grad Celsius, brauchen die Pflanzen wenig Wasser. Dabei muss darauf geachtet werden dass sie keinesfalls austrocknen dürfen. Sind sie in den Zustand geraten, können die Wurzeln oftmals kein Wasser mehr aufnehmen und die Pflanze geht ein. Wenn die Blätter sich gelb färben oder nur noch hellgrün gefärbt sind, kann das Gießwasser zu kalkreich sein. Die Folge ist: Wichtige Mineralien werden in der Erde gebunden und stehen der Pflanze nicht ausreichend zur Verfügung. Einige Gärtner begegnen diesem Mangel mit einer verstärkten Düngung,beheben aber nicht die Ursache, das kaltkhaltige Wasser. Sinnvoller ist es, besonders Zitrusfrüchte nur mit enthärtetem Wasser, unter 20 Härtegrad, zu gießen oder mit Regenwasser. Auch die Menge des Wassers ist für das Wachstum der Pflanzen ausschlaggebend.

Benötigen Zitrusfrüchte einen Pflanzenschutz?

Es sind die Schildläuse, die, laut Gerhard Worm, bereits im 18. Jahrhundert für Zitrusfrüchte zur Plage wurden. Schöne Erfolge bei der Abwehr erzielten Gärtner (besonders auf Mallorca) durch das Spritzen mit einem Schmierseifepräparat auf die gesamte Pflanze.

Informationen eines Experten für Zitrusfrüchte auf Mallorca

Urlauber können auf der Mittelmeerinsel Mallorca Apfelsinen und Zitronen frisch gepflückt genießen. Die Mallorquiner wissen, dass diese Gewächse zwar die Sonne genießen, aber auch den Halbschatten. Da sie Windböen nicht schätzen, wachsen Zitrusfrüchte an der Ostküste der Insel nicht so üppig. Natürlich sind die klimatischen Bedingungen auf Mallorca anders als in Deutschland. Auch die Ernte der Zitrusfrüchte, die dort meist um den Dezember erfolgt, ist in Deutschland meist in den Sommermonaten. Aber die Anforderungen der Zitrusfrüchte sind dort und hier gleich.

Interview mit Alois Englmeier, Leiter Referat Glas- und Schauhäuser, Insel Mainau

Alois Englmeier ist seit dem Jahr 1990 Gärtnermeister in der Anzuchtsgärtnerei, der Insel Mainau. Er leitet seit 1995 das Referat Glas- und Schauhäuser und begleitete von Beginn an den Aufbau der historischen Zitrussammlung. Englmeier vertritt die Mainau GmbH im Arbeitskreis Orangerien und tauscht sich mit anderen Praktikern aus.

Herr Engmeier, wer pflegt die Pflanzen täglich?

"Die um die 200 Pflanzen werden täglich von einer Mitarbeiterin aus der Gärtnerei gepflegt."

Welche Schwierigkeiten haben sich seit dem aufbau der historischen Zitrussammlung in der Folgezeit, seit dem Jahr 1997, ergeben und wie wurden diese bewältigt?

"Wir hatten mit tierischen Schädlingen und Pilzkrankheiten zu kämpfen. Durch den regelmäßigen, wöchentlichen Einsatz von biologischen Pflanzenstärkungsmittel konnten wir erreichen, dass die Pflanzen widerstandsfähiger gegen Schädlinge, Krankheiten und widrige Witterungseinflüsse werden."

Was können sie Hobbygärtnern bei der Zucht von Zitrusfrüchten empfehlen?

"Ich würde den Hobbygärtnern bei der Schädlingsbekämpfung ebenfalls dazu raten, biologische Pflanzenstärkungsmittel zu verwenden. Zudem sollten die Pflanzen alle drei bis vier Jahre im Frühjahr in Qualitäts-Kübelpflanzenerde umgetopft werden. Der Einbau einer sogenannten Dränageschicht hilft, dass sich keine Staunässe bildet, da die Pflanzen darauf sehr empfindlich reagieren. Bezüglich dem Düngen gilt: Am besten die Anwendungsempfehlungen des Herstellers beachten."

Die Zitrussammlung auf der Mainau ist jedes Jahr, zwischen Anfang Juni und Mitte September, im Schlosshof der Insel, zu bewundern.

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