Sie: Wunderschön, erfolgreich, intelligent. Er: Lahmer Durchschnitt. Sie+Er = Traumpaar!

Sicher: Romantische Komödien gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Aber viele davon sind dermaßen oberflächlich, klischeehaft und formelhaft inszeniert, dass sie nicht das Herz, sondern die Gähnmuskeln berühren.

Jim Field Smiths "Zu scharf, um wahr zu sein" schlägt zwar in die Kerbe der Romantikkomödie, findet aber einen wunderbar leichten, witzigen und sogar glaubwürdigen Zugang. Endlich wieder ein Feel-Good-Movie für sämtliche Altersgruppen und sowohl Frauen, als auch Männer!

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Handlung

Es ist schon ein Kreuz mit dem Leben: Einst wollte Kirk (Jay Baruchel) Berufspilot werden. Aber sein fieser Vater steckte das sauer ersparte College-Geld in einen Swimmingpool. Deshalb langte es für den freundlichen jungen Mann nur zu einem belanglosen Job als Flugsicherheitsbeamter, der Passagiere durchwinkt oder gegebenenfalls durchsucht. Auch sein Privatleben ist eine einzige Enttäuschung: Freundin Marnie (Lindsay Sloane) hat ihn zwar offiziell sitzenlassen, wohnt jedoch bei Kirks Eltern, da sie sich blendend mit ihnen versteht. Da helfen auch die Versuche seiner Arbeitskollegen Stainer (T.J. Miller), Devon (Nate Torrence) und Jack (Mike Vogel) nichts, ihn aufzumuntern: Kirk ist deprimiert und verfügt über keinerlei Selbstvertrauen.

Das ändert sich schlagartig, als er die wunderschöne Molly (Alice Eve) beim Sicherheits-Check vor den plumpen Anzüglichkeiten seines nervigen Vorgesetzten in Schutz nimmt. Dabei lässt sie ihr iPhone liegen, das Kirk wenig später findet und ihr ohne jegliche Hintergedanken, einfach, weil er ein netter Kerl ist, in die Galerie nachbringt, wo sie eine Ausstellung organisiert hat. Denn Molly ist nicht nur eine Augenweide, sondern hat einen Uni-Abschluss in der Tasche und ist beruflich erfolgreich.

Was niemand - am Allerwenigsten Kirk selbst - für möglich gehalten hätte nimmt seinen Lauf: Traumfrau Molly verliebt sich in den tollpatschigen Loser! Eine Entwicklung, mit der nicht alle zufrieden sind. Ex-Freundin Marnie entdeckt plötzlich wieder ihre Gefühle für Kirk, Mollys beste Freundin Patty (Krysten Ritter) hält von Kirk rein gar nichts und dann taucht auch noch Mollys attraktiver und erfolgreicher Ex-Freund auf und möchte sich zurückerobern...

Kritik - Good Golly Miss Molly!

Eine Entwarnung vorneweg: Der deutsche Titel "Zu scharf, um wahr zu sein" lässt eine schlüpfrige Komödie befürchten, was jedoch nicht der Fall ist. Der Originaltitel "She's out of my league" bringt den Plot weitaus besser auf den Punkt. Denn auf den ersten Blick haben Traumfrau Molly und der schüchterne Hänfling Kirk so rein gar nichts gemeinsam. Aber Molly - wunderbar sympathisch von Alice Eve (Minirolle in "Sex in the City 2") verkörpert - erkennt in ihrem neuen Freund etwas, das er selber gar nicht wahrnimmt und das von kaum jemandem sonst gewürdigt wird: Er ist ein netter, hilfsbereiter Mensch ohne Hintergedanken.

An seinem Charakter ändert sich im Laufe des Films nichts, und gerade darin liegt eine der Stärken der Romantikkomödie: Weder versucht er etwas zu werden das er nicht ist, noch formt ihn Molly so, wie sie ihn haben möchte. Die zugegeben naive, dennoch warmherzige Botschaft des Filmes lautet: Sei du selbst!

Was "Zu scharf, um wahr zu sein" von vielen ähnlich gelagerten Stoffen der letzten Zeit unterscheidet, sind die vielen wirklich guten Gags, die bis auf zwei Ausnahmen nicht wie mittlerweile üblich unter die Gürtellinie zielen. Und selbst besagte Ausnahmen regen zum Lachen an, ohne sich dabei über irgendjemanden lustig zu machen. Vor allem eine Intimfrisur artet zu einem Frontalangriff aufs Zwerchfell aus, was denn doch ziemlich erstaunlich ist. Vulgärsprache ist in diesem Film ohnehin verpönt.

Überraschenderweise entpuppt sich Mollys Ex-Freund Cam (Geoff Stults), der sie unbedingt zurückerobern möchte, nicht als intriganter, brutaler Fiesling, der den schwächlichen Kirk einfach zur Seite schubst. Vielmehr wird er als zwar selbstbewusster, aber netter Charakter geschildert, der niemandem etwas Böses will. Auch wenn die erste Begegnung mit Kirk missverständlich ausfällt: Er platzt in dessen erstes Rendezvous mit Molly und hält ihn für den Kellner...

Großartige Plottwists oder Actionsequenzen bietet der Film natürlich nicht. Dafür handelt es sich um eine der raren Romantikkomödien, die sowohl witzig, als auch berührend sind, ohne in Kitsch und Rühseligkeit auszuarten.

Fazit - Zu lustig, um unbeachtet zu bleiben!

Regisseur Jim Field Smith legt mit "Zu scharf, um wahr zu sein" eine rundum gelungene Komödie mit romantischen Elementen hin, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Egal ob Single oder Pärchen: Dieser Film sorgt für gute Laune und viele Lacher! Herz, was willst du mehr?

Daten & Fakten

Originaltitel: "She's out of my league"

Regie: Jim Field Smith

Produktionsland und -jahr: USA 2010

Filmlänge: ca. 104 Minuten

Verleih: Paramount Pictures

Deutscher Kinostart: 10.04.2010

FSK: Ab 12 Jahren

Offizielle Website: http://www.zuscharfumwahrzusein.de/

Autor seit 7 Jahren
821 Seiten
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