Acrylfarben

Professionelle Künstler kaufen ihre Farben in großen Flaschen. Für den Anfänger, der das Ganze erst einmal ausprobieren möchte, reichen erst einmal kleine Tuben in den Grundfarben, denn mischen kann man andere Farben ja immer noch. Auch als Anfänger sollte man bei Acrylfarben allerdings auf Qualität achten, damit die ersten Acrylversuche auch erfolgreich werden. Leider ist es bei Acrylfarben schon eher so, dass gute Qualität auch etwas teurer ist. Es gibt Tubensets für Anfänger schon für zwei bis drei Euro, doch diese werden Sie eher enttäuschen. Kaufen Sie ein günstiges Starterset, dann kaufen Sie lieber weniger Farben, aber dafür von besserer Qualität. Billige Farben sind oder sehr flüssig oder zu fest und werden eher schmutzig, wenn man sie mischt. So kann man mit ihnen nicht sauber arbeiten.

Welche Pinsel eignen sich für Acryl?

Die Wahl der Pinsel für die Acrylmalerei ist im Prinzip Geschmacksache, allerdings eignen sich Kunsthaarpinsel wesentlich besser, denn die nehmen sie Farbe besser auf. Die meisten Maler bevorzugen flache Pinsel und verwenden für kleine Details dann dünne Rundpinsel. Auch normale Malerpinsel kommen für große Flächen gerne zum Einsatz. Die Pinsel müssen nach Gebrauch immer gleich gewaschen werden, denn die Acrylfarbe trocknet sehr schnell und wenn sie einmal trocken ist, kann man den Pinsel kaum noch sauber bekommen. Für Anfänger reicht in der Regel ein kleines Set mit Rund- und Flachpinsel. Später wollen Sie dann vielleicht mehr experimentieren und können das Set mit Katzenzungen- oder Schlepperpinsel oder auch Spachteln erweitern. Gute Pinsel können recht teuer sein. Für den Anfang reicht ein günstiges Set, doch nach einer Weile werden Sie merken, dass es gut ist, das Set durch etwas teurere und qualitativ hochwertigere Pinsel zu erweitern, da günstige Pinsel oft nach kurzer Zeit haaren.  

Mischpaletten

Klar, mit dem Pinsel kann man nicht direkt in die Tube tauchen und losmalen. Man muss die Farbe aus der Tube drücken, um an sie zu gelangen. Dafür eignen sich Paletten am Besten, aber im Prinzip kann man auch einen alten Teller oder ein Holzbrett verwenden. Dann kann man die Farben auch prima mischen. Wichtig ist dabei, dass man bedenkt, nur so viel Farbe aus der Tube zu drücken, wie man auch verwenden möchte, denn sie trocknet wirklich schnell und ist dann nicht mehr verwendbar. Um sie etwas länger zu verwenden, muss man sie feucht halten. Manche Künstler besprühen deswegen die Farbe dazwischen mit Wasser, damit sie feucht bleibt oder beziehen die Palette vorher mit einem feuchten Tuch. Für Anfänger ist dies nicht so empfehlenswert, wenn man noch kein gutes Gefühl für die Farben entwickelt hat, denn dann neigt man dazu sie zu sehr zu verwässern. Falls Sie doch zu viel Farbe angerührt haben und diese aufbewahren wollen, können Sie diese auch in Plastikcontainern mit Deckeln aufbewahren, Tupperwareprodukte oder auch kleine Filmdosen eignen sich da gut. Mit einem alten Löffel oder auch einer Spritze kann man die Farbe von der Palette in die Dosen füllen. Es gibt aber auch Paletten, die man verschließen kann, die sind recht praktisch für solche Zwecke. Nach Gebrauch sollten Sie natürlich auch die Palette reinigen, denn getrocknete Farbreste können die Farben beim nächsten Mal benützen verfälschen. 

Wahl des Untergrundes

Anfänger bevorzugen in der Regel einfach fertige, bereits grundierte Keilrahmen, die es in allen Größen und Formen zu kaufen gibt. Künstler, die sehr viel malen, bevorzugen es oft, Stoffe zu kaufen und diese selbst zu grundieren und auf Rahmen zu spannen, was auf Dauer günstiger ist. Im Prinzip kann man Acryl auf allen Untergründen auftragen und die Grundierung ist gar nicht unbedingt notwendig, aber es ist schon angenehmer, wenn die Grundlage schön glatt und eben ist und sauber wirkt. Mit Acrylfarben können Sie im Prinzip auf allen möglichen Untergründen experimentieren, wie es ihnen beliebt, ob mit oder ohne Grundierung, ob Stein, Holz, Papier, Karton oder Stoff. Stoffe sollten aber nicht zu dehnbar sein und am besten vorher auf einen Rahmen gespannt werden. Die Untergründe sollten nur staubfrei und sauber sein.  

Vorzeichnen und Ausbessern

Wenn Sie Ihr Bild vorzeichnen möchten, so sollten Sie am Besten Zeichenkohle oder Aquarellstifte verwenden. Bleistift sieht man stark, auch durch die Acrylfarbe hindurch. Im Prinzip ist das Vorzeichnen aber gar nicht notwendig, denn kleine Fehler lassen sich leicht ausbessern. Feuchte Farbe kann man wegwischen oder auch durch Ton in Ton malen kann man kleine Fehler ausbessern. Acrylfarbe ist deckend, so kann man über ein fertiges Bild praktisch ein neues Bild darüber malen. Deswegen fängt man bei einem Acrylbild in der Regel ganz einfach mit dem gewünschtem Hintergrund an und arbeitet sich bis zum Vordergrund vor.

Verschiedene Techniken zum Auftragen der Acrylfarbe

Viele Anfänger wissen zunächst nicht so ganz, wie sie loslegen sollen. Von Wasser- und Deckfarben sind wir es gewöhnt, zunächst den Pinsel ins Wasserglas zu tauchen und danach die Farbe anzurühren. Doch wie funktioniert das mit Acryl? 

Nun ja, Wasser kommt auch bei Acryl zum Einsatz und zwar kommt es darauf an, wie Sie Ihr Bild gestalten möchten. Wollen Sie einen deckenden Farbauftrag haben, so können Sie die Farben direkt verwenden, ohne sie zu verdünnen. Die Farben wirken getrocknet noch intensiver, weil das Wasser eintrocknet und sich das Volumen reduziert. Bei der direkten Verwendung der Tubenfarben sehen Sie keine Pinselstriche, sondern der Untergrund wird komplett abgedeckt. Wollen Sie aber, dass man Strukturen sieht, also Pinselstriche nachvollziehen kann, so können Sie mit Strukturpaste arbeiten, die Sie mit der Farbe mischen. 

Wenn man Acrylfarben sehr stark mit Wasser verdünnt, so hat man die Möglichkeit mit Lasuren zu arbeiten. Es entstehen Effekte wie in Aquarellbildern. Setzen Sie eine stark mit Wasser verdünnte Farbe über eine bereits getrocknete Farbfläche, so vermischen sich die beiden Farben optisch und tolle Effekte können erzielt werden. Viel Wasser wird auch verwendet, wenn man Lavieren möchte. Lavieren bedeutet, die Farben zu verwaschen. 

Beim Lavieren wird daher mit einem feuchten Pinsel gearbeitet und auch der Untergrund wird vorher angefeuchtet. Oft streicht man später über die getrocknete Fläche noch ein weiteres Mal mit einem nassen Pinsel. Eine beliebte Acryltechnik ist auch das Aufspachteln der Farbe. Die Technik eignet sich aber nur für starke und gut grundierte Untergründe, denn die Farbe wird in dicken Schichten unverdünnt mit Spachteln oder Messer aufgetragen.

Anregungen zum Experimentieren

Haben Sie sich einmal mit den Acrylfarben angefreundet, so können Sie anfangen, mehr zu Experimentieren. Hier ein paar Vorschläge:

  • Struktur- oder Gelpasten können für tolle Effekte sorgen
  • Pasten können auch mit Spritzbeuteln aufgetragen werden
  • Sand, Glittersteinchen oder Erde geben der Farbe mehr Struktur und interessante Eigenschaften
  • Mit Krepp- oder Küchenpapier kann man am Keilrahmen mehr Dreidimensionalität zaubern, denn es klebt automatisch an der Farbe
  • dafür eignet sich auch Gips; Gipspulver kann direkt mit Acrylfarbe gemischt werden und auch Gipsbinden können tolle Strukturen am Bild zaubern
  • Da Acrylfarbe klebt, ist sie generell bestens für Collagen geeignet
  • selbst Stoffreste können geknüllt und aufgeklebt werden
  • Auch Servietten kleben auf Acrylfarbe, daher kann mit Serviettentechnik experimentiert werden
  • Anstatt mit Pinseln kann man auch mit Schwämmen malen
  • In feuchte Farbe kann man Strukturen und Muster einritzen
Autor seit 5 Jahren
406 Seiten
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