Sicherheit vor Schnelligkeit bei allen Arbeiten!

Eine jede handwerkliche Tätigkeit beginnt mit der Planung und der Vorbereitung. Ich benötige den idealen Ort mit ausreichend Platz zum Arbeiten und Lagern. Als Erstes sollte jeder das nötige Material besorgen. Gutes Werkzeug erleichtert die Ausführung. Hier benötigen wir Böcke zum Auflegen, eine Flex, einen Schwingschleifer, die passenden Schleifscheiben mit der richtigen Körnung, Atemschutzmaske gegen den Staub, Schutzbrille, Handschuhe und wenn möglich eine Lederschürze. Die Schleifscheiben für die Flex nicht zu grob bei Holz und das Schmirgelpapier für den Schwingschleifer eher fein. Als Farbe nehmen wir offenporigen Holzschutz-Acryllack. Für Bänke im Dauereinsatz empfehle ich dann noch einen Klarlack, ebenfalls Acryl. Stromanschluss, evtl. Verlängerungskabel sollte vorhanden sein. Alles so bereitstellen, damit keine Stolpergefahr besteht! Besonders die Arbeit mit der Flex ist extrem gefährlich. Damit kann ich Stahlträger durchsägen. Was die mit ihren Knochen macht, können Sie sich denken.

 

Der Umgang mit einer Flex oder Schleifhexe erfordert Achtsamkeit! Erhöhte Unfallgefahr!

Nachdem das zu bearbeitende Teil vernünftig aufgebockt wurde und nicht umstürzen kann, beginnen wir die glatten Flächen mit der Schleifhexe zu bearbeiten. Die Arbeit sollte wegen des enormen Staubes im Freien stattfinden! Arbeiter trinken schon mal gerne ein Bier (oder zwei), lassen Sie das bitte beim Umgang mit allen schnell rotierenden Maschinen und Geräten bleiben. Tragen Sie keine weiten, wallenden Klamotten, die können sich sehr schnell verheddern. Da besteht erhebliche Unfallgefahr. Sicher ist eine solide Lederschürze. Fahren Sie mit der Flex stets im flachen Winkel gleichmäßig über das Werkstück. Wer das Teil verkantet, riskiert ein Abbrechen der Schleifscheibe. Solche Bruchstücke fliegen durch die Zentrifugalkraft wie Wurfmesser durch die Gegend. Es ist also dringend angesagt, keine Zuschauer, besonders keine Kinder, in der Nähe zu dulden. Schmuck, wie Kettchen und Ringe sollten ebenfalls vorher abgelegt werden. Das Gerät niemals ablegen, solange es noch dreht. Das entwickelt sonst am Boden ein gefährliches Eigenleben. Ist mit leider auch schon passiert, Anfängerfehler! Zum Glück hat es nur das Elektrokabel zertrennt und nicht meine Sehnen. Trotzdem gab es einen ärgerlichen Kurzschluss. Viele stellen den Dauerknopf an. Das ist nicht gut, wenn man stürzt dreht die Schleifhexe mit voller Power weiter. Also nur den Betriebsschalter (Kippschalter) drücken, solange man schleift. Bei den schmalen Kanten die Flex nur rückwärts vorbei ziehen. Nicht schieben! Das kann ins Holz schneiden. Wer sich nicht sicher ist, sollte die Kanten und Ecken dann doch lieber mit dem Schwingschleifer bearbeiten. Wer müde wird, sollte sofort aufhören. Lässt die Konzentration nach, steigt die Unfallgefahr!

Merke, die Schleifhexe ist ein Power-Gerät. Der Umgang damit sollte mit Respekt erfolgen!

 

 

Aus Alt mach Neu!

Ob sich das noch lohnt? Aber sicher!

Langsam aber sicher wie neu!

Sauber und gleichmäßig arbeiten, nicht verkanten!

Der Schwingschleifer ist für die Feinarbeit. Je feiner das Schmirgelpapier, desto glatter die Fläche.

Da das Holz meist ziemlich verwittert an der Oberseite ist, muss man schon mal einige Millimeter wegschleifen. Um die rauen Stellen dann schön ebenmäßig und glatt hinzubekommen, wird der Schwingschleifer mit feinem Schmirgelpapier eingesetzt. Hier heißt es, langsam und gleichmäßig auf und ab zu fahren. Durch die Vibrationen schmirgelt der fast von allein. Ist die Flex für gerade Flächen ideal, so kann man Rundungen hiermit auch besser und sorgfältiger bearbeiten. Das Teil ist natürlich langsamer aber für Feinschliff ideal. Ab und zu mal das Schleifpapier prüfen. Gegebenenfalls muss es ersetzt werden. Und hier gilt grundsätzlich: "Wer an Maschinen rumfummelt, zieht vorher den Stecker!" Abgeschmirgelte Haut regeneriert sich nur sehr langsam und schmerzhaft ist das auch noch. Außerdem sieht Blut auf frischem Holz nicht wirklich schön aus. Ihre Gesundheit geht immer vor! Der Staub sollte mit einem Handfeger abgekehrt werden. Man kann auch noch mal mit einem trockenen Tuch nachwischen. Mit der Hand einmal drüber streifen. Hat man dann Splitter in den Fingern, einfach weiterschleifen. Vorher bitte die Splitter mit einer handelsüblichen Pinzette herausziehen.

 

Garnituren montieren

Guter Holzschutz fängt mit offenporiger Lasur an. Nicht am Werkzeug oder an der Farbe sparen.

Ist das Holzteil, Tisch oder Bank, ebenmäßig glatt, sauber und ansehnlich, wird noch lange nicht gestrichen. Es befindet sich mit Sicherheit Restfeuchte in dem Werkstück. Also unter Dach eine ganze Weile ausdünsten lassen. Gut Ding will Weile haben ist nicht nur ein dummer Spruch. Ist Holz schön trocken, zieht Farbe gut ein. Und da wir hier mit einer speziellen Holzschutzfarbe arbeiten, ist das wichtig. Denn hier ist Holzschutz gegen Fäulnis und Bläue beigemischt. deshalb ist die auch nicht wirklich billig. Aber ich bearbeite Garnituren, die im Catering eingesetzt werden. Die sind bei Wind und Wetter draußen im Dauereinsatz. Deshalb werden die zweimal gestrichen und anschließend lackiert. Jeder Arbeitsvorgang benötigt genügend Zeit zum Trocknen. Blöd ist, wenn sich im Sommer Mücken und fliegen auf der frischen Farbe niederlassen. Dafür arbeite ich lieber im Frühjahr oder Spätherbst. Die zweite große Gefahr besteht darin, dass meine neugierigen Katzen drüber latschen. Deshalb wird in der abschließbaren Garage gestrichen. Dafür verwende ich Lammfell-Roller. Mit solchen Walzen lässt sich Farbe gleichmäßig auftragen. Immer schön lang ausrollen! Nicht zu fest drücken. Für den Lack gibt es spezielle Walzen. Tische oder Bänke sollten gerade stehen. So verläuft die frische Farbe nicht, was zu hässlichen Nasen führen würde. Und immer lange genug trocknen lassen. Lagern tue ich fertige Garnituren in speziellen Käfigen mit der ungestrichenen Unterseite nach oben. Feuchtigkeit steigt stets aufwärts, Verdampfungsprinzip. Natürlich unter Dach oder abgedeckt. Somit hat man lange etwas davon, die Garnituren sehen proper aus und der Endkunde ist zufrieden. Selbstverständlich arbeite ich etwas anders, wenn ich mal eben 70 Bierzelt-Garnituren restauriere. Das sind immerhin 210 Holzteile! Der Vorgang bleibt aber der gleiche, ob eine Bank oder Hundert. Die Gefahr eines Unfalls steigt natürlich mit zunehmender Routine. Dann wird man sorgloser und die Achtsamkeit lässt nach. Deshalb sind regelmäßige Pausen wichtig. 

Wie man verschnörkelte Teile mit vielen Kanten restauriert erfahren Sie hier!

Restaurieren von größeren Mengen bedarf Platz

Trocknen bei Schönwetter

Lagern mit der Unterseite nach oben

Gitterkäfig mit 10 Tischen und zwanzig Bänken

Autor seit 5 Jahren
278 Seiten
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