Ich habe dieses Kochbuch mit großem Interesse gelesen.

Das war zugegebenermaßen etwas schwierig, weil neben den Mengenangaben die Preise angegeben waren – in etwas komischer Form: "0,02 etwa steht für Pfennige, oder 2 M für die Mark-Beträge. Auch war die alte Rechtschreibung manchmal doch störend.

Das brachte mich auf die Idee, eingedenkt der Tatsache, dass Kochen so populär ist, das Buch etwas zu modernisieren, die störenden Preisangaben zu entfernen und es dann allen Interessierten zum kostenlosen Download anzubieten. Sicher wird es noch den einen oder anderen Fehler geben und natürlich habe ich am Stil gar nichts geändert. Das wäre schade gewesen, denn die Formulierungen sind eigentlich sehr charmant und Wörter wie abwellen und dgl. läßt uns nicht vergessen, wie alt das Buch ist.

Im Folgenden möchte ich Ihnen ein paar Rezept-Beispiele zeigen. Zunächst eine Suppe:

BOHNEN-, LINSEN- ODER ERBSENSUPPE

250 g Bohnen, Linsen oder Erbsen
1 Prise Natron
1 EL Selleriewürfel
250 g Rindfleisch
1 EL Salz
1 TL gewiegtes Selleriekraut oder Porree
1 Prise Pfeffer
1/2 EL Zwiebelwürfel
1/2 EL Mehl
2 l Wasser

Vorbereitung: Die Bohnen, Linsen oder Erbsen werden abends vorher nach Vorschrift eingeweicht.

Zubereitung: Die Hülsenfrüchte werden mit 1 l kaltem Wasser und Natron aufgesetzt, erhitzt und abgegossen. Rindfleisch, Selleriewürfel, Salz und 1 Wasser werden zu den Hülsenfrüchten getan, der Topf wird fest verschlossen und der Inhalt langsam 2 Stunden gekocht. In einem Schälchen
schwitzt man die Zwiebeln, das gewiegte Kraut und das Mehl, fügt einige Löffel Suppe hinzu und verkocht die Mehlschwitze mit dem ganzen Gericht, welches man mit Pfeffer abschmeckt.

Das Fleisch richtet man besonders an.

Bemerkung: Anstatt Rindfleisch kann man 125 g Blutwurst zu der Suppe gebrauchen. Wurstsuppe ist zu allen Hülsenfruchtgerichten gut verwendbar.

Als nächstes eine Hauptspeise:

FLEISCHHACHÉ MIT REIS

200 g gekochtes Fleisch
50 g Reis
1/4 l Brühe
15 g Margarine
1/8 l Fleischextraktbrühe
10 g Zwiebeln
Salz nach Geschmack
5 g Schweizer- oder Parmesankäse
1 Prise weißer Pfeffer
3 g Mehl

Zubereitung: Man bereitet einen Reisbrei von gewaschenem, überwelltem Reis und fetter Fleischbrühe (oder 1 Teelöffel Fett und Fleischextraktbrühe), 1 Zwiebel, die ganz mit gekocht, später entfernt wird, dem nötigen Salz und zuletzt dem geriebenen Käse. Das grob gewiegte Fleisch, zu dem man auch gekochten Schinken oder Pökelfleisch nehmen kann, lässt man einige Minuten in kochender brauner Margarine nebst 1/8 l Fleischextraktbrühe, dem Pfeffer und Mehl durch dünsten. Dann verbindet man Fleisch und Reis.

Oder: Man schichtet Reis mit Fleisch, jedes für sich bereitet, lagenweise, so dass Reis die oberste Schicht bildet, auf eine mit Butter bestrichene Schüssel, aus der das Gericht sowohl in den Ofen als auch zu Tisch gebracht werden kann, streicht noch 1 zerklopftes Ei darüber, bestreut die Oberfläche mit geriebenem Käse und lässt das Haché im Ofen bräunen.

Oder: Man drückt beides lagenweise in eine gut eingefettete mit Semmel bestreute Form und bringt das Gericht gestürzt, mit einer pikanten braunen oder holländischen Sauce zu Tisch. Auch kann das Fleisch nur dünnscheibig geschnitten, mit Margarinestückchen und geriebenem Käse bestreut, mit dem Reis in den verschiedenen obigen Angaben bereitet werden. (Größerer Fett- und Käseverbrauch.)

Eine Empfehlung

Großmutters geheime Rezepte: Horst Lichter kocht und erzählt...

Ein kleiner Tipp zwischendurch: das Großmutter-Rezept-Buch von einem der sympathischsten Köche der Fernsehlandschaft.

Hier sind alte Rezepte, die an unsere heutige Zeit angepaßt sind. Darunter natürlich die Klassiker wie Rinderrouladen, Rheinischer Sauerbraten und Falscher Hase. Aber es gibt durchaus auch seht interessantes Neues.Und für alle Köche ein besonderes Extra: Lichters "kleine Kochschule". Hier gestattet der Meisterkoch tiefe und nützliche Einblicke in seine Küche und er reichert sie nicht selten um unterhaltsame Anekdoten aus seiner Lehrzeit an.

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Und zuletzt eine Nachspeise:

MILCHFLAMMERI

1/2 l kalte Vollmilch
50 g Stärkemehl
50 g Zucker
1 Prise Salz
1 Stückchen Apfelsinenschale

Vorbereitung: Eine Form oder einige Tassenköpfe werden mit Wasser gefüllt, unmittelbar vor dem Hineinfüllen des Flammeri ausgegossen.

Zubereitung: In irdenem Topfe wird das Stärkemehl mit Milch, Zucker, Apfelsinenschale und Salz verquirlt, auf dem Herde unter Rühren zum Kochen gebracht, 3 Minuten gekocht und nachdem die Schale entfernt ist, in die ausgespülten Formen gefüllt, erkaltet gestürzt und mit Fruchtsauce gereicht.

Kommentar

Was natürlich als erstes auffällt, ist die Tatsache, dass um 1900 selbstverständlich nicht in dem Ausmaß Zutaten zu Verfügung standen und daher stets das Grundprodukt im Vordergrund stand, das vor allem durch Beigabe weniger einheimischer Gewürze, Kräuter und Gemüse verfeinert wurde. Auch bemerkenswert ist, wie reichhaltig die Speisen zubereitet wurden, vor allem durch die Beigabe von viel Mehl und Fett.

Es würde mich sehr freuen, wenn Ihr mir Eure Meinung posten würdet, auch auf meiner ganz neuen Facebook-Seite.

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Um das Kochbuch herunter zu laden, besucht bitte meinen Blog "Download-E-Books", wo Ihr noch ein Rezept findet. Außerdem gibt es auch noch andere kostenlosen Bücher, die Euch vielleicht interessieren.

Zum Schluß

Ich hoffe, dass Euch mein Beitrag Freude gemacht hat.
Kati Rochas-Mann

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Autor seit 5 Jahren
3 Seiten
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