Tira mi su (Bild: a.sansone)

Das Original - Tiramisu aus Italien

Eines muss klar sein, der obige Titel täuscht. Denn sogar in Venetien, wo das Tiramisu herstammt, gibt es sicher in jeder zweiten italienischen Familie das einzig wahre originale Rezept für Tiramisu. Ich habe italienische Familienangehörige, ich weiß, wovon ich schmunzelnd schreibe.

Hier folgt jedenfalls das in unserer Familie tradierte Tiramisu-Rezept.

In welche Form schichtet man das Tiramisu am besten?

Ich verwende eine Auflaufform aus Keramik; man kann aber auch Formen aus Hartplastik oder Glas für das Tiramisu verwenden => siehe unten.

 

Klassisches Tiramisu

Das Rezept ist für etwa 6 Portionen gedacht. Wir essen das Tiramisu immer als Dessert zum Nachmittagskaffee. Dann spielen die doch etwas üppigen Kalorien auch keine so große Rolle.

Zutaten:

  • 100 g Biskotten/Löffelbiskuits; sind ungefähr 30 Stück.
  • 100 ml Espresso - frisch (gekühlt) oder aus kräftigem Löscafé zubereitet.
  • 1 EL Rum - wahlweise auch Cognac, Amaretto oder Marsala
  • 2 Eier - bitte ganz frische Eier nehmen
  • 75 - 100 g Staubzucker
  • 250 g Mascarpone
  • 1 EL Kakaopulver zum Bestreuen.
Tiramisu Zutaten

Zutaten Tiramisu (Bild: a.sansone)

Original Tiramisu Klassisch - Step by Step

Die Eier in Eiweiß und Dotter trennen. Mit jeweils der halben Zuckermenge erst den Eischnee schlagen und kühl stellen. Dann die Dotter mit dem Zucker schaumig schlagen, den Mascarpone dazurühren.

 

 

Bei mir kommt in die Mascarponecreme der Alkohol, andere wiederum fügen lieber den Schuss Alkohol dem Kaffee zu. Jeder, wie es ihm beliebt. Abschließend den Eischnee unter die Creme heben und gut vermengen.

 

In einer kleinen Schüssel den Kaffee bereitstellen. Legt man sie ganz in Kaffee ein, saugen sich die Biskuits häufig zu voll und werden schnell weich. Am besten tunkt man sie an einem Ende kurz in die kleine Schüssel mit dem Kaffee und träufelt mit einem Kaffeelöffel noch etwas Kaffee darüber.

 

 

Dann legt man die Biskotten nebeneinander in eine Glas- oder Keramikschüssel. Ist die Fläche voll, kommt eine Schicht Mascarponecreme obendrauf.

 

 

 

Nun kommt die wichtige Frage: Mögen Sie das Tiramisu gerne fest oder cremig-saftig weich?

Wer ein schnittfestes Tiramisu bevorzugt, der darf die Cremeschicht nur ganz dünn halten. Wer es gerne saftig-cremig mag (wie unsere ganze Familie), der fügt eine großzügige Menge Creme zwischen die Biskuitschichten.

(Bild: a.sansone)

Bei diesem Rezept gehen sich in einer 20x20 cm Schüssel drei Lagen Biskotten/Löffelbiskuits und drei Lagen Mascarponecreme aus. Mindestens für zwei Stunden ab damit in den Kühlschrank.

 

Kurz vor dem Servieren dick mit Kakaopulver

bestreuen. 

Basta! Zu einem guten Kaffee darf nun ausgiebig

Tiramisu gelöffelt werden. Buon Appetito!

Variationen zum beliebten Tiramisu

Nicht nur das klassische Tiramisu hat verschiedene Variationen was Zutaten wie Kaffee oder Likör betrifft, man kann die Zubereitungsart - nämliich geschichtete in Flüssigkeit getunkte Biskuits und Mascarponecreme ganz abwechslungsreich variieren.
Ich zeige Ihnen zwei beliebte Variationen zum klassischen Tiramisu:

  • einmal mit frischer Fruchtcreme aus Erdbeeren
  • einmal mit dem frischen Saft einer Orange

    Probieren Sie selber aus, ob es Ihnen auch so gut schmeckt.

 

Erdbeer-Tiramisu: zur Erdbeerzeit - ein Genuss

Dieses Tiramisu kann ausnahmsweise auf Eier verzichten. So bekommt es eine frischere fruchtige Note. Wer befürchtet, dass sie Masse nicht fest genug wird, kann ein, zwei Blatt aufgelöste Gelatine in die Fruchtmasse einrühren.

Erdbeer-Tiramisu

Zutaten:

  • 500 g Erdbeeren
  • 100 g Mascarpone
  • 100 g Sahne + Sahnesteif
  • 100 g Joghurt
  • 100 g Zucker
  • Zitronensaft
  • 30 - 40 Stück Biskotten/Löffelbiskuits

Zubereitung:

2/3 der Erdbeeren pürieren und mit 50 g Zucker und etwas Zitronensaft abschmecken. Die restlichen Erdbeeren in Scheiben schneiden und mit Zitrone beträufeln, beiseitestellen.

Sahne mit Sahnesteif schlagen, bis es ziemlich fest ist; Joghurt, restlichen Zucker und Mascarpone dazumischen. Biskotten in einer Schüssel nebeneinander auflegen, einen Teil vom Erdbeermus darauf verteilen, anschließend die Sahne-Mascarponecreme schichten. Noch zweimal abwechselnd Biskuits, Erdbeercreme und Sahne-Mascarponecreme übereinander schichten. Zum Abschluss folgen die Erdbeerscheiben, die man dekorativ auflegt. Einige Stunden ziehen lassen. Ein sehr fruchtiges und leckeres Dessert im Spätfrühling.

Orangencreme-Tiramisu zur Weihnachtszeit

Ein himmlisches Dessert zur Weihnachtszeit. Der Zeitaufwand in dieser oft hektischen Zeit ist vernachlässigbar (ca. 20 Minuten), der Effekt aber ist groß.

Zutaten:

  • 2 Eier
  • 250 g Mascarpone
  • 1 El Zucker
  • 1 Bio-Orange, man braucht Schale und Saft.
  • 3-4 EL Orangenlikör
  • 20-30 Biskotten
  • Mandelblättchen

Zubereitung:

Wie beim klassischen Tiramisu werden Eischnee und Dotter getrennt verarbeitet. Die Dotter werden mit Zucker, Mascarpone und Orangenlikör verrührt. In den Eischnee fügt man geriebene Orangenschale dazu.

Statt in Kaffee werden die Löffelbiskuits allerdings in den ausgepressten Saft der Orange getaucht. In eine Schüssel einschichten, wie beim klassischen Tiramisu. Zum Abschluss auf die letzte Schicht Orangen-Mascarponecreme kann man die leicht gerösteten Mandelblättchen streuen.
Unsere Familie liebt dieses Orangen-Tiramisu im Winter. Es zaubert mit seinem Aroma ein wenig Süden und Sommer herbei.

Tiramisu - Geschichten dazu

Den ersten schriftlichen Nachweis gibt es angeblich 1969 auf einer Speisekarte in Venetien.

"Tirami Su". "Zieh mich hoch" (tirare=hochziehen), angeblich weil der enthaltene Kaffee eine aufmunternde und belebende Wirkung hat. Ital. tira=zieh, mi=mich, su= hoch. Andererseits könnte das "Zieh mich hoch" sich auch auf den Espresso beziehen, der sich langsam durch die Löffelbiskuit-Schichten und die Mascarpone-Masse nach oben hochzieht.

Oder ist der Hinweis "Zieh mich hoch" auf die stattliche Kalorienzahl gemünzt? Ist frau/mann anschließend so viel feister, dass sie/er alleine nicht mehr vom Sessel hochkommt?
Nicht ernst nehmen, einfach essen und genießen!

Der für das Tiramisu verwendete Mascarpone stammt ursprünglich aus dem Ort Lodi (südöstlich von Mailand) und ist schon seit dem Mittelalter bekannt. Das Dessert aber gibt es in dieser Form und mit diesem Namen nachweislich erst seit den 1970er Jahren. Mascarpone ist ein milder, cremiger Doppelrahm-Frischkäse mit einem Fettgehalt von 80 % i. Tr. Er wird aus Sahne, die mit Zitronen-, Wein- oder Essigsäure dickgelegt wird, hergestellt.

Light-Varianten zum klassischen Tiramisu

Die kann und will ich nicht anbieten. Wer den Originalgeschmack der cremigen und ja, ich weiß - kalorienreichen Mascarpone-Ei-Creme schätzt, der soll sich diesen Genuss nicht durch irgendwelche Magervarianten verderben lassen. Es schmeckt dann sicher auch ganz gut, aber eben nach Quark/Topfen, Joghurt, Soja oder anderen Light-Versionen.

Lieber die Portion halbieren, als den Geschmack zerstören, das ist meine Diät-Devise.

Etwas ganz Besonderes - Tiramisu Cupcakes

So sieht es aus, wenn eine ganz liebe Bekannte wieder einmal backend zuschlägt.
Wie man diese unwiderstehlichen Küchlein macht, ist in ihrem Blog:
Gutes für Leib & Seele
nachzulesen.
Wünsche gutes Gelingen!

Weitere Rezept-Inspirationen

Sie kennen sicher auch diese entsetzliche Frage: "Was koche ich heute?"
Hier finden Sie noch einige andere Rezepte mit besonderen Schwerpunkten:

Adele_Sansone, am 01.02.2014
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Bildquelle:
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