Ob auf dem Mond jemand wohnt?

1974: Das amerikanische Verteidigungsministerium betraut die Astronauten Benjamin Anderson (Warren Christie), John Grey (Ryan Robbins) und Nathan Walker (Lloyd Owen) mit einer heiklen Mission. Das Trio soll im Rahmen eines offiziell unbemannten Raketenstarts zum Mond transportiert werden und wichtige Forschungsarbeiten leisten. Die drei Männer akzeptieren das Angebot.

Auf dem Mond angekommen häufen sich seltsame Vorkommnisse: Merkwürdige Geräusche ertönen und die bei der Ankunft gehisste US-Flagge ist plötzlich verschwunden. So richtig beunruhigend wird es, als sie fremde Fußstapfen entdecken, die zu einer russischen Mondlandefähre führen - und in weiterer Folge zur Leiche eines Kosmonauten...

Trailer "Apollo 18"

Extraterrestrische Mockumentary

Was wäre, wenn die offiziell nie stattgefundene Apollo-18-Mission 1974 durchgeführt wurde und der Grund dafür ist, weshalb die USA keine Astronauten mehr auf den Mond schickten? Dieser spannend klingenden Prämisse nahm sich der spanische Regisseur Gonzalo Lopez-Gallego an. Seine vorgeblich reale "Dokumentation" schildert die Ereignisse aus Sicht der Filmkameras mit sich führenden Astronauten und steht somit in der Tradition von "Blair Witch Project" und ähnlichen "Mockumentarys".

 

Fand "Apollo 18" doch statt?

Klingt spannend. Zumindest so lange, bis man den Film selbst gesehen hat. Wobei "Film" natürlich unter Anführungszeichen gehört. Denn wie es sich für ein Pseudo-Dokumentation gehört, verursacht auch "Apollo 18" auf Grund der Wackelei und abrupter Bildwechsel eher Kopfschmerzen, als Nervenkitzel. Der Plot selbst vermag genauso wenig zu überzeugen. Lange Zeit über geschieht rein gar nichts: Die Mondrakete wird gestartet und eine Fähre landet auf dem Mond. Am Ziel angekommen, wandern die Astronauten umher und sammeln Steinchen ein. Die hierfür verwendete Zeit benutzt Regisseur Lopez-Gallego aber nicht zur Charakterisierung der Protagonisten und dem Aufbau von Atmosphäre, sondern vergeudet sie mit billigen Scherzchen und dem Abbilden langweiliger Alltagsszenarien im Weltraum.

 

Doch selbst als einer der Astronauten über die Leiche eines Kosmonauten stolpert, nimmt der Film keinerlei Fahrt auf, sondern verharrt in inszenatorischem Stillstand. Das Schicksal der Astronauten ist dem Zuschauer schlichtweg völlig egal. Sogar der formelle Höhepunkt des Streifens, nämlich die Präsentation der fremden Intelligenzen, geschieht dermaßen unspektakulär, dass sie keinerlei Abwechslung zur vorherrschenden Ödnis bilden - und damit ist keineswegs der Mond gemeint, der immerhin freundlich genug ist, um den Amerikanern die lästige Schwerelosigkeit zu ersparen. Darin könnte man einen Filmfehler erkennen. Vermutlich wollten die Produzenten aber lediglich Geld sparen.

 

"Blair Witch Project" meets "Paranormal Activity"

Kurzum: "Apollo 18" ist ein gähnend langweiliger Streifen, der von Beginn weg dahindümpelt und wie eine spannungsreduzierte Mischung aus "Blair Witch Project" und "Paranormal Activity" wirkt. Dabei böte sich die unheimliche Landschaft des Erdtrabanten für gespenstische Szenen geradezu an. Doch was hilft's, wenn eineinhalb Stunden lang de facto rein gar nichts Interessantes geschieht, sich die Protagonisten als charakterliche Pappkameraden entpuppen und sich die "Fremden" als unfreiwillig komisch entpuppen?

 

Man sollte ja vorsichtig sein mit Formulierungen wie: "Ein Film, den die Welt nicht braucht."
Sagen wir deshalb so: Wenn das "aufgefundene" Filmmaterial verschollen geblieben wäre, hätten Filmfans trotzdem keinen Verlust beklagen müssen.

Originaltitel: "Apollo 18"

Regie: Gonzalo Lopez-Gallego

Produktionsland und -jahr: USA 2011

Filmlänge: ca. 88 Minuten

Verleih: Senator Filmverleih

Deutscher Kinostart: 13. Oktober 2011

FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Autor seit 6 Jahren
836 Seiten
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