Größte Filmsensation seit "Blair Witch Project"

Paranormal sensationeller Erfolg

Paranormal Activity - blu-rayErfolgsgeschichten, wie sie das Leben schreibt und Hollywood liebt: Ein mit wenigen tausend Dollar gedrehter Film spielt in den Kinos hunderte Millionen Dollar ein und versetzt die Zuschauer in Verzücken. So geschehen 1998 mit dem "Blair Witch Project". Rund eine Dekade später setzt Oren Peli eins drauf. Mit seinem 15.000 Dollar billigen "Paranormal Activity" erzeugt er einen Hype, der selbst jenen um das "Blair Witch Project" in den Schatten stellt.

Doch hält der Film eigentlich, was der Medienhype versprach?

Größte Filmsensation seit

Paranormal Activity: Der Plot

Ja, ja, ja, jetzt wird wieder in die Hände gespukt...

Für Katie (Katie Featherston) und ihren Herzallerliebsten Micah (Micah Sloat) könnte es kaum besser laufen: Das Pärchen zieht in ein schmuckes Vorstadthäuschen und ist ineinander verliebt wie am ersten Tage. Aber schon bald trüben dunkle Wolken das unbeschwerte Leben: Nachts sind immer wieder seltsame Geräusche zu vernehmen, die Beleuchtung beginnt zu flimmern und Wasserhähne öffnen sich offenbar von selbst.

 

Technikfreak Micah installiert daraufhin überall im Haus Videokameras, um die Ursache der merkwürdigen Geschehnisse herauszufinden. Doch ohne Erfolg, was die esoterisch angehauchte Katie natürlich alles andere als beruhigt. Deshalb wird der Parapsychologe Dr. Mark Fredrichs um Hilfe gebeten. Nach einem kurzen Besuch im Haus der Turteltäubchen gelangt er zu dem Schluss, dass sich ein Dämon in dem Haus befinde. Während Katie von dieser Feststellung geschockt ist, amüsiert sich der pragmatische Micah darüber und fordert den Dämon sogar heraus, indem er mittels Ouija-Board Kontakt aufzunehmen versucht. Eine unkluge Entscheidung, denn im Laufe der nächsten Tage begnügt sich die unsichtbare Entität nicht mehr mit dem Zuschlagen von Türen

Paranormal Activity nüchtern betrachtet

Home-Video-Blockbuster "Paranormal Activity"

Was benötigt man für einen Blockbuster? Im Falle von "Paranormal Activity" lediglich zwei Schauspieler, 15.000 Dollar, eine Handkamera und das nötige Quäntchen Glück. Die schier unglaubliche Geschichte, wie ein Amateurregisseur Steven Spielberg auf sich aufmerksam machte und einen der erfolgreichsten Filme des Jahres mit einem verwackelten Heimvideo erzielt, böte Stoff genug für einen spannenden Streifen.

 

Spannender jedenfalls als "Paranormal Activity". Denn bei nüchterner Betrachtung vermag der Horrorfilm nicht so recht zu überzeugen. Allzu glatt und geradlinig verläuft die Handlung. Oren Pelis cineastisches Vorbild ist ganz offensichtlich "The Blair Witch Project": Die Schauspieler erhielten kein exaktes Drehbuch, sondern lediglich grobe Vorgaben, verwackelte Handkamerabilder ersetzen professionelle Regiearbeit und selbst der mittlerweile fast obligatorische Hinweis auf die angebliche Authentizität des Bildmaterials fehlt nicht. Was bei "The Blair Witch Project" bzw. dem weitaus weniger bekannten "The Last Broadcast" noch durchaus originell war, weiß mehr als zehn Jahre später nicht mehr zu überzeugen.

 

Paranormale Klischees

Leider hält sich "Paranormal Activity" weitgehend an die genreüblichen Konventionen und Klischees, wie: Flackernde Lichter, seltsame Geräusche vom Dachboden, zuknallende Türen und verhängnisvolle Ouija-Boards. Für Einsteiger in die Materie des Horrorfilms mögen derlei Plotelemente gruselig sein. Alle anderen dürften sich hingegen bis kurz vor Filmende fragen, wann es denn mit dem Horror endlich losgehe.


Apropos: Selbst der Schluss scheint vom "Blair Witch Project" inspiriert worden zu sein, lässt es doch verschiedene Interpretationen zu und entzieht sich einer eindeutigen Auflösung des Gesehenen (respektive Gehörten). Natürlich könnte man einwenden, dass Peli auf Atmosphäre, statt oberflächliche Effekte setzte. Aber eben dies konterkarieren die sich überschlagenden Ereignisse am Schluss.

 

Paranormal Activity: Viel Hype um nichts

Bei aller Sympathie für Quereinsteiger: Nichts an "Paranormal Activity" ist erfrischend originell oder wenigstens gruselig geraten. Dafür fehlen dem Streifen die nötige Substanz und bewusste Distanz vom Mainstream. Unbekannte Darsteller statt Stars, weitgehender Verzicht auf Special Effects sowie bescheidenes technisches Equipment erzeugen nicht automatisch einen gegen den Mainstream gebügelten Horrorstreifen.

 

Als Kurzfilm im Format einer "Akte X"-Episode wäre Oren Pelis Werk vermutlich besser aufgehoben gewesen, andererseits natürlich nicht dermaßen erfolgreich. Somit folgt der Hype rund um "Paranormal Activity" dem Beispiel des darin verwendeten Quija-Boards: Er löst sich schlichtweg in Rauch auf...

 

Linktipp: "Paranormal Activity 2"

Filmdaten

Originaltitel: Paranormal Activity

Regie: Oren Peli

Produktionsland und –jahr: USA 2007

Filmlänge: ca. 87 Minuten

Verleih: Central Film

FSK: Ab 16 Jahren

Deutscher Kinostart: 19. November 2009

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