Brandenburger Tor

Brandenburger Tor (Bild: haros)

Startpunkt Brandenburger Tor

Diese Etappe des Berliner Mauerwegs beginnt im Herzen Berlins am Brandenburger Tor, wo die Etappe mit Startpunkt Invalidenstraße endete. Radler wie Wanderer können diesen Startpunkt bequem über den U oder S-Bahnhof Brandenburger Tor (früher S "Unter den Linden") erreichen.

Aus dem Bahnhof geht es hinauf den Pariser Platz. Auch "Gute Stube Berlins" wird dieser Platz hinter dem Brandenburger Tor gern genannt. Heute wimmelt es hier meist von Menschen. Zu den Zeiten, als die Mauer noch stand, war hier die große Leere rund um das Tor. Weder von Ost noch von West war das weltbekannte Symbol der deutschen Teilung zu erreichen.

Durch das Tor hindurch und nach links in die Ebertstraße geht es zum Berliner Mauerweg. Auf der anderen Straßenseite lockt der Tiergarten mit seinen Rasenflächen und schattigen Wegen.

Denkmale für die Opfer des Nationalsozialismus

Nun folgt die Erinnerung an die Zeit des Unrechts während des Dritten Reiches. Ein graues Stelenfeld, entworfen von dem New Yorker Architekten Peter Eisenman, soll an die in dieser Zeit ermordeten Juden Europas erinnern. Zu diesem "Denkmal für die ermordeten Juden Europas" gehört auch ein beachtenswertes Informationszentrum, dass am anderen Ende des Stelenfeldes von der Cora-Berliner-Straße aus zu erreichen ist.

Ein kleiner Abstecher auf die andere Seite der Ebertstraße führt zum "Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen" am Rande des Tiergartens. Und wenig später folgt die Topgraphie des Terrors.

Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen (Bild: haros)

Potsdamer Platz und Wachturm

Der Weg läuft nun auf den Potsdamer Platz mit seiner Hochhaussilhouette zu. Wo heute das Leben pulsiert, da befand sich zur Mauerzeit eine riesige Brache. Hier war ein beliebter Punkt, an dem von einer erhöhten Plattform in den Osten geblickt wurde. Manch wichtiger Politiker wurde hier gesehen. Dann folgt die Grenze zunächst der Stresemannstraße. Ein kurzer Abstecher nach links in die Erna-Berger-Straße bringt die Erinnerung an die Berliner Mauer wieder. Hier steht einer der noch vier vorhandenen Wachtürmen der Grenztruppen. Und zwar der einzige noch vorhandene Turm mit dem runden Schaft und der achteckigen Kanzel. Die drei anderen noch stehenden Türme waren so genannte Führungsstellen.

Wachturm Ernastraße (Bild: haros)

Niederkirchnerstraße

Zurück geht es über die Stresemannstraße weiter und dann links ab in die Niederkirchnerstraße. Hier stand die Mauer hart am rechten Fußweg. Der Haupteingang des auf der westlichen Seite stehenden Martin-Gropius-Baus, dem Ausstellungsbau der Berliner Festspiele, war nur zu Fuß erreichbar. Auf der anderen Straßenseite steht das Gebäude des preußischen Landtags. In ihm tagt nun das Abgeordnetenhaus des Landes Berlin.

Nach der Passage des Martin-Gropius-Baus folgt ein doppelter Gedenkort. Hier ist ein längeres Mauerstück stehen geblieben. Und verdeckt die Reste der "Topographie des Terrors". Hier waren von 1933 bis 1945 die Zentralen des nationalsozialistischen Terrors ansässig: die Geheime Staatspolizei (Gestapo) mit eigenem Gefängnis, die Reichsführung SS, der Sicherheitsdienst der SS (SD) und das Reichssicherheitshauptamt.

Und die Seite gegenüber an der Ecke Wilhelmstraße ist ebenso geschichtsträchtig. Hier ließ Hermann Göring das Reichsluftfahrtministerium bauen. Der riesige Kasten wurde nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Regierung der DDR genutzt und hörte auf den Namen "Haus der Ministerien". Heute hat der Bundesminister der Finanzen in dem nun "Detlev-Rohwedder-Haus" genannten Baukomplex das Sagen.

Vom Dach des "Hauses der Ministerien" gelang in der Nacht vom 28. auf den 29. Juli 1965 eine der abenteuerlichsten Fluchten aus der DDR: Die Leipziger Eheleute Holzapfel überquerten mit ihrem neunjährigen Sohn mit einer selbst gebauten Seilbahn hier die Berliner Mauer. Sie hatten fast unglaubliches Glück. Sowjetische Soldaten beobachteten die Flucht. Sie griffen aber nicht ein. Sie sollen gedacht haben, dass mit dieser Seilbahn die Staatssicherheit Agenten nach West-Berlin einschleust.

Martin-Gropius-Bau (Bild: haros)

Zimmerstraße

Auf der anderen Straßenseite wirbt die Trabisafari für nostalgisches Vergnügen. Der Fesselballon trägt Neugierige und die Reklame der "Welt" in den Himmel. Und in der Zimmerstraße tritt mal wieder ein Berliner Grenzkuriosum auf. Die politische Grenze verläuft hier mitten durch die Häuserzeilen entlang der Straße.

Dann kreuzt die Zimmerstraße die Friedrichstraße. Hier befand sich der Checkpoint Charlie. Das war der Übergang für die alliierten Truppen. Hier standen sich nach dem Mauerbau am 13. August 1961 amerikanische und sowjetische Panzer schussbereit gegenüber.

Heute ist hier ein wenig Jahrmarktstrubel. Ost- und Mauer Devotionalien werden feilgeboten. Uniformierte posieren für Fotografen. Im "Museum am Checkpoint Charlie" wird die Geschichte der Mauer und dieses Ortes präsentiert.

Checkpoint Charly

Checkpoint Charly (Bild: haros)

U-Bahnhof Kochstraße

Einst war dieser Bahnhof die letzte Station im amerikanischen Sektor. Durch Geisterbahnhöfe für die Linie U 6 mit Halt in Friedrichstraße in Richtung Wedding und Tegel. Heute bietet die U 6 von hier aus Anschlüsse in alle Teile Berlins.

Fortsetzung des Mauerwegs

Die nächste Etappe des Mauerwegs führt im Zickzack durch ehemalige Brachen zwischen Kreuzberg und Mitte zum Ostbahnhof.

Kartenwerke

  • Bikeline: Berliner Mauer-Radweg. Esterbauer Verlag, 7. Aufl. 2014, ISBN 978-3-85000-457-2

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Autor seit 3 Jahren
195 Seiten
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