Histamin ist ein Botenstoff im Körper, der für das verstärkte Anschwellen der Schleimhäute verantwortlich ist und den Juckreiz bei Allergien fördert. Antihistaminika setzen genau hier an und sorgen dafür, dass der Botenstoff nicht andocken kann. Das Medikament ist in Tablettenform, als Spray oder als Saft erhältlich. Es wirkt bereits nach einer Stunde und seine Wirkung hält bis zu 24 Stunden lang an. Aufgrund seiner langen Wirkungsdauer reicht eine einzige Tablette pro Tag aus. Manchmal wird von Müdigkeit als Nebenwirkung berichtet. Die Einnahme von Antihistaminika ist daher am Abend vor dem Schlafengehen sinnvoll.

Augentropfen und Nasensprays basieren oft auf dem Wirkstoff Azelastin. Sie werden direkt auf die betroffenen Stellen aufgebracht, also in Nase oder Augen. Sie wirken dadurch unmittelbarer als eine Tablette, halten in ihrer Wirkung aber nicht so lange an. Allerdings haben sie den Vorteil, dass sie weniger im Verdacht stehen, müde zu machen, so dass man sie getrost auch tagsüber gut anwenden kann.

Hyposensibilisierung gegen den Heuschnupfen

Hyposensibilisierung bekämpft nicht die Symptome, sondern setzt am Immunsystem und am Auslöser des Heuschnupfens an. Durch eine immer höhere Gabe des Allergens soll der Körper sich daran gewöhnen. Diese Methode ist nur vom Arzt durchzuführen und es muss auch eine entsprechende ärztliche Beratung und Abklärung der Risiken erfolgen. Denn die Methode ist nicht für jeden geeignet. Kinder, Personen mit Betablockergaben, an Herz- und Kreislaufsystem erkrankte Menschen und auch Asthmatiker können sich damit mehr schaden als nutzen. Wer nicht zur Risikogruppe gehört und stark unter Heuschnupfen leidet, das Allergen nicht meiden kann und bei dem auch die üblichen Medikamente versagen, sollte seinen Arzt auf diese Möglichkeit ansprechen. Während einer Behandlungsdauer von etwa 3 Jahren wird mit sehr langsam gesteigerter Dosis eine immer höhere Portion des Allergens gespritzt.

Was man bei Heuschnupfen sonst noch tun kann

  • Kortison: Kurzzeitig hilft auch Kortison, zum Beispiel als Nasenspray. Da es erst einen Tag später wirkt, macht es nur dann Sinn, wenn man schon vorher weiß, dass man mit seinem Allergen in Berührung kommen wird. Auch wenn Präparate in geringer Dosierung frei erhältlich sind, sollte sich über Anwendung und Nebenwirkungen von seinem Arzt oder Apotheker beraten lassen. 
  • Akupunktur: Die Studien sind diesbezüglich noch nicht eindeutig, manch eine verzeichnet wohl leichte Erfolge durch Akupunktur bei Heuschnupfen. Der Allergologe oder Hausarzt berät hier weiter, denn diese Maßnahme wird von den Krankenkassen häufig nicht übernommen.
  • Den Pollen entfliehen: Wer seinen Urlaub beschwerdefrei genießen möchte, fährt am Besten ans Meer und atmet dort die frische und reine Meeresluft. Oder fahren Sie in die Berge – aber hoch genug, denn die pollenarme Zone beginnt erst ab etwa 1300 Metern Höhe.
  • Pollenflugalarm: Wer weiß, wann sein persönliches Allergen herumschwirrt, kann es leichter meiden. Manche Pollenflugvorhersagen machen nicht nur Angaben über die Art der Pollen, sonder auch über die Intensität des Pollenfluges.
  • Alltägliche Maßnahmen: Lüften Sie am Besten nur stoßweise. Wenn es geht, nach einem Regen, denn dann sind viele Pollen aus der Luft herausgewaschen (sie befinden sich dann als gelber Schleier auf Ihrem Auto). Nachts sollten die Fenster geschlossen bleiben.
  • Pollen setzen sich natürlich auch in Haaren und Kleidung fest. Häufiges Haarewaschen und Umziehen macht es den Allergenen schwer.
  • Luftreiniger: Oben sind einige Vorschläge von Luftreinigern abgebildet. Sie filtern die Luft und befreien sie von Pollen und anderen lästigen Dingen. Die Größen reichen dabei vom größeren Standgerät für große Zimmer über das Tischgerät bis hin zum Kleinfilter, den man wie einen Stick am PC anschließt.
Sonja, am 04.02.2017
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