Black Bart raubte 28 Postkutschen aus (Bild: Keene Public Library)

Black Bart hinterließ in der Geldkiste ein selbstverfasstes Gedicht

Der nächste Überfall ereignete sich fünf Monate später in der gleichen theatralischen und höflichen Art, und der Dritte am 8. August 1877 auf die Point Areans Kutsche bei Cuncan Mills. Als der Sheriff den Tatort erreichte, fand er auf der leeren Geldkiste ein Blatt Papier mit einem Gedicht: "Lang und hart arbeitete ich für Brot, für Ehre und die Reichen. Aber ihr habt auf mir zu lange rumgetrampelt, ihr seidenhaarigen Hurensöhne. Black Bart, der Poet."

James B. Hume, Wells & Fargos Chef-Detektiv versuchte alles, um den seltsamen Räuber festzunehmen. Doch es gelang ihm nicht, obwohl er von mehreren Sheriffs und deren Aufgeboten unterstützt wurde. Elf Monate später wurde die Postkutsche zwischen Quincy und Oroville überfallen. Eine Stunde später fanden Polizisten in der leeren Kiste wieder ein Gedicht von Black Bart: "Hier leg ich mich zum Schlafen hin, den nächsten Morgen zu erwarten. Vielleicht ist mir Erfolg oder Misserfolg beschieden, oder Sorgen in alle Ewigkeit. Soll kommen, was da will, ich werd's versuchen, mir kann's nicht schlechter gehen als jetzt. Ist in der Kiste Geld, so ist es mein, und alles ausgestanden."

Ein Taschentuch wurde Black Bart zum Verhängnis

Von nun an hinterließ der Bandit keine Gedichte mehr. Am 3. November 1883 raubte er das Geld der Sonor-Kutsche.Es war der 28. Überfall. Doch diesmal schossen die bewaffneten Wells & Fargo-Begleiter auf Black Bart. Es gelang ihm allerdings, im dichten Unterholz zu entkommen. Man fand einen blutbefleckten Papierbeutel und ein blutiges, von Buckshotkugeln durchlöchertes Taschentuch mit dem Kontrollzeichen "FXO7", einer Wäscherei. Chef-Detektiv Hume gelang es, unter 91 Wäschereien in San Francisco jene ausfindig zu machen, die den Besitzer des Taschentuchs identifizieren konnte.

Er hieß Charles E. Bolton und wohnte in Zimmer Nr. 200 der Webb-Pension in der Second Street. Mit Verwunderung stellte man fest, dass der gefürchtete Postkutschenräuber in Wirklichkeit ein schüchterner Mann war, der in demselben Restautant aß, wie die Detektive von Wells & Fargo. Am 21. November 1883 wurde er zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Wegen guter Führung entließ man ihn jedoch schon am 21. Januar 1888. Bei 28 Überfällen hatte Black Bart in acht Jahren etwa 18.000 Dollar erbeutet, und vier Jahre und zwei Monate im Gefängnis gesessen.

BerndT, am 31.10.2013
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Bildquelle:
Brigitte Werner (Banditen im Wilden Westen)
Paul Lowry (Der Gesetzlose Billy The Kid)
U. S. Army Corps of Engineers (Jesse James - Der berüchtigste Bandenführer des Westens)

Autor seit 5 Jahren
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