(Bild: Pixabay)

Der Wettlauf beginnt

Der Schock vom 4. Oktober 1957 sitzt immer noch tief bei den Amerikanern, als damals die piepsenden Funksignale des ersten sowjetischen Satelliten Sputnik überall auf der Welt zu empfangen waren. Die Weltmacht USA hat das Wettrennen um den ersten Satelliten im All verloren, ein grandioser Triumph der Sowjetunion, der im Kalten Krieg nicht nur technische sondern auch enorme politische Bedeutung hatte. Kein zweites mal sollte die USA so gedemütigt werden und mit Hochdruck arbeitete man an dem nächsten großen Ziel: den ersten Menschen ins All zu bringen. Eine eigene Behörde wurde 1958 speziell dafür gegründet und finanziell großzügig ausgestattet: die "National Aeronautics and Space Administration", kurz NASA genannt.

Doch wieder kommt es anders. Der erste Mensch im All ist ein Russe, Jurij Gagarin. Am 12. April 1961 startete er mit seinem Raumschiff Wostok 1, umrundete bei seinem 108 Minuten dauernden Flug einmal die Erde und landete wieder sicher. Die Welt blickte voller Bewunderung auf die großartige technische Leistung der Sowjetunion, Amerika war erneut gedemütigt.

Es war der junge amerikanische Präsident John F. Kennedy, der die enorme politische Wirkung dieser Leistung erkannte und wusste, dass sich so etwas nicht nochmals wiederholen durfte. In seiner berühmten Rede am 25. Mai 1961 vor dem amerikanischem Kongress verkündete er das ehrgeizige Ziel: "Ich glaube, dass dieses Land sich dem Ziel widmen sollte, noch vor Ende dieses Jahrzehnts einen Menschen auf dem Mond landen zu lassen und ihn wieder sicher zur Erde zurückzubringen."

Das Apollo Raumfahrtprogamm sollte dies bewerkstelligen. Wie ehrgeizig das Ziel war wird klar, wenn man bedenkt, dass die USA zu diesem Zeitpunkt lediglich in der Lage war, einen Menschen für 15 Minuten einen Flug in den Weltraum zu ermöglichen. Selbst von einer Erdumrundung war man noch weit entfernt, der Mond schien unerreichbar.

Das Ziel war gesetzt, die Kosten wurden auf 25 Milliarden Dollar geschätzt, einem heutigen Gegenwert von 120 Milliarden Dollar, bis zu 400.000 Menschen arbeiteten zeitweilig daran.

Der Plan war, ein Raumschiff an der Spitze einer Rakete zum Mond zu schießen, in der Mondumlaufbahn angekommen sollte eine Fähre abgekoppelt werden, die zum Mond hinabsteigt und zwei Menschen auf die Mondoberfläche bringt. Dieselbe Fähre sollte die Astronauten zum Mutterschiff in die Umlaufbahn zurückbringen und dann schließlich alle wieder wohlbehalten zur Erde zurückbringen.

Zunächst wurde mit einigen unbemannten Tests der Saturn-Rakete und des Raumschiffs begonnen, die alle erfolgreich verliefen. Dann jedoch kam es zur Katastrophe: Bei einem Bodentest der Raumkapsel am 27. Januar 1967 mit den drei Astronauten Virgil Grissom, Edward White und Roger Chaffee brach Feuer aus und alle kamen ums Leben. Nachträglich wurde dieser Test zu Ehren der Getöteten als Apollo 1 Mission bezeichnet.

Es folgten weitere bemannte und unbemannte Tests, die alle erfolgreich waren. Apollo 8 brachte zum ersten mal drei Astronauten zum Mond, den sie 10 mal umrundeten. Eine Landung war auf dieser 6 Tage dauernden Mission jedoch nicht vorgesehen. Bei Apollo 10 näherte sich am 18. Mai 1969 die Mondfähre schon bis auf 14km der Mondoberfläche und Apollo 11 sollte es schließlich sein, die den ersten Menschen auf die Mondoberfläche bringt.

Apollo 11, Buzz Aldrin, 1969

Apollo 11, Buzz Aldrin, 1969 (Bild: WikiImages/Pixabay)

Der Adler ist gelandet

Neil Armstrong und Edwin "Buzz" Aldrin sollten die Mondoberfläche betreten, währen der Kommandant Michael Collins in der Apollokapsel in der Mondumlaufbahn auf deren Rückkehr warten sollte. Am 16. Juli 1969 um 9:32 Uhr war es soweit. Der Start der Raumfähre an der Spitze der 2940 Tonnen schweren Saturn V Rakete verlief reibungslos unter den Augen von 1 Million Zuschauern, die zum Kennedy Space Center nach Cape Canaveral, Florida gekommen waren. Nach gut drei Tagen Flugzeit erreichte das Raumschiff den Mond und schwenke in eine Umlaufbahn ein. Einen Tag später wurde die Landefähre Eagle mit Neil Armstrong und Buzz Aldrin am Bord abgekoppelt und stieg zum Mond hinab. Am 20. Juli um 20:17 Uhr landete die Fähre auf der Mondoberfläche und 600 Millionen Zuschauer weltweit waren live am Fernseher mit dabei. "The Eagle has landed!"

Der Ausstieg aus der Mondfähre wurde vorbereitet und einige Stunden später kletterte Neil Armstrong die Leiter der Mondfähre herab und sprach beim Betreten der Mondoberfläche die seither berühmten Worte: "Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit!" Buzz Aldrin folgte wenige Minuten später und die ersten Menschen waren auf dem Mond. Zweieinhalb Stunden später, mit über 20kg Mondgestein im Gepäck, kletterten die Astronauten wieder zurück an Bord ihrer Fähre und bereiteten den Aufstieg und die Ankopplung an die Kapsel vor. Der Start gelang reibungslos so wie auch das Ankopplungsmanöver und das Raumschiff machte sich zurück auf den Weg zur Erde. Am 24. Juli 1969 schwebte die Raumkapsel, an drei Fallschirmen hängend, zur Erde zurück und wasserte im Pazifik. Die drei Astronauten waren wohlbehalten zurück auf der Erde, das ehrgeizige Ziel war erreicht. Amerika feierte sich und seine Helden.

Schon 4 Monate später folgte Apollo 12 und brachte wieder 2 Menschen auf dem Mond. Mondlandungen schienen schon Routine zu sein, alles verlief perfekt. Noch 8 weitere Mondflüge bis zum Jahre 1972 waren im Rahmen des Apolloprogrammes geplant.

Neil Armstrong

Neil Armstrong (Bild: WikiImages/Pixabay)

"Houston, wir habe ein Problem"

Am 11. April 1970 hob Apollo 13 von der Startrampe in Cape Canaveral ab und nahm Kurs zum Mond. Das Medieninteresse hatte schon stark nachgelassen, der Wettlauf zum Mond war schon entschieden. An Bord war als Kommandant James Lovell sowie die beiden Piloten John Swigert und Fred Haise. Es war knapp 56 Stunden nach dem Start und mehr als 300.000km von der Erde entfernt als plötzlich ein Knall auftritt. Ein Sauerstofftank war explodiert. Die Crew beobachtete ein Entweichen von Sauerstoff und einen Spannungsabfall. Die Brennstoffzellen für die Produktion von Strom und Wasser waren beschädigt, die Sauerstoffversorgung der Kapsel drohte zusammenzubrechen. Der auf den Name getaufte Raumkapsel Odyssey und mit ihr den drei Astronauten drohte eine Katastrophe. Schnell wurde klar, dass die Mondmission abgebrochen werden musste, es ging jetzt nur mehr darum, die Besatzung heil nach Hause zurück zu bringen. Sie mussten in die Mondlandefähre Aquarius umsteigen, sie wird zur Rettungskapsel. Doch die Systeme sind nur für zwei Astronauten und für die kurze Mondlandung ausgelegt. Um Strom zu sparen wird abgeschalten, was nicht unbedingt benötigt wird. Die Temperatur fällt auf fast null Grad. Zu allem Unglück steigt der Kohlendioxidgehalt der Atmenluft, die Luftreinigungssysteme sind überfordert. Es wird unter Anleitung der Bodenstation und mit Klebeband und Plastiktüten eine Notlösung improvisiert. Die Luftfilter der Kapsel werden damit an das System der Mondfähre angeschlossen. Aufgrund der Entfernung zur Erde ist eine direkte Rückkehr nicht möglich. Das Raumschiff muss erst den Mond umrunden und kann dann auf Heimatkurs gehen. Vier Tage mussten deshalb die Astronauten in der Mondfähre ausharren und erst 2 Stunden vor der geplanten Landung auf der Erde kehrten sie in die beschädigte Kapsel zurück. Nur sie hatte die nötigen Hitzeschilde und konnte einen Wiedereintritt in die Erdatmosphäre überstehen.

Trotz Befürchtungen, dass die Schäden zu groß sein könnten, lässt sich die Kapsel reaktivieren und die Landung gelingt reibungslos am 17. April 1970. Amerika hat seine neuen Helden, das Apolloprogramm ist wieder in aller Munde. Die Ereignisse um Apollo 13 wurden 1995 von Hollywood mit Tom Hanks in der Rolle des Kommandanten James Lovell verfilmt. Der Film erhielt zwei Oscars.

Es folgten noch weitere Mondlandungen, doch anders als geplant wurden aus Kostengründen 3 Missionen gestrichen und es gab noch die Flüge Apollo 14, 15, 16 und 17.

Insgesamt gab es sechs Mondlandungen mit 12 Menschen auf dem Mond, das letzte Mal am 12 Dezember 1972. Bei den späteren Mondflügen war auch ein Mondfahrzeug im Einsatz und es wurden insgesamt 2415 Proben Mondgestein mit einem Gesamtgewicht von 382 kg gesammelt.

Der wissenschaftlich Nutzen des Apollo-Programms ist umstritten, aber es bleibt ein Beweis für den menschlichen Willen und die Leistungsfähigkeit, ein angestrebtes Ziel um jeden Preis zu erreichen.

(Bild: skeeze/Pixabay)

Fakten

  • Bei der Reise zum Mond wird eine Geschwindigkeit von 10,82 km/s (ca. 39.000 km/h) erreicht
  • Durch die geringere Masse des Mondes hat ein Astronaut nur 1/6 seines Gewichts auf der Erde
  • Der Bordcomputer der Mondfähre hatte ein Gewicht von 30kg und war ca. 100.000 mal langsamer als ein heutiger PC (45kHz Taktfrequenz)
  • Mit dem Mondauto (Lunar Rover Vehicle) wurde auf dem Mond eine Strecke von 27,9 km zurückgelegt
  • Der zweite Mann auf dem Mond, Edwin "Buzz" Aldrin, hatte nachher einige Zeit als Autohändler in Kalifornien gearbeitet.
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