Kalenderblatt am 29. Februar 2016

Kalenderblatt am 29. Februar 2016 (Bild: Wonderful_Life_74)

Warum hat nicht jedes Jahr gleich viele Tage?

Eigentlich hat jedes Jahr gleich viele Tage – im Durchschnitt nämlich 365,2422 Tage. In dieser Kommazahl liegt aber das Problem, das zur "Einrichtung" eines Schaltjahrs führte. Denn die Dauer eines Jahres errechnet sich aus der Zeit, die die Erde braucht, um sich um die Sonne zu drehen. Das dauert nicht genau 365 Tage, sondern 365,2422 Tage. Was für ein umständlicher Zahlenwert – eine Kommazahl! Man könnte diese Kommazahl auch als Bruch schreiben – also 365 ¼ Tage.

Was macht man mit einem Viertel-Tag und wie begeht man ihn? Ein Viertel-Tag dauert sechs Stunden. Wann sind bei einem Sechs-Stunden-Tag der Morgen, der Mittag, der Abend? Das ist kompliziert. Komplizierte Sachverhalte sollte man vereinfachen. So hat man es auch mit dem Jahr gemacht. Es gibt Jahre mit 365 Tagen und Jahre mit 366 Tagen. Diese vier Viertel-Tage, die in vier Jahren anfallen, werden also alle vier Jahre zu einem ganzen Tag gemacht. Und das ist dieser 29. Februar.

Überall - auch in Stuttgart - ist der 29. Februar ein Tag wie jeder andere
Königsstraße in Stuttgart

Königsstraße in Stuttgart (Bild: Wonderful_Life_74)

Wer hat entschieden, dass es den 29. Februar gibt?

Eine interessante Frage. Man hätte ja auch entscheiden können, dass beispielsweise in einem Schaltjahr der April statt 30 Tagen 31 Tage hat. Oder der Juni. Oder der September, oder der November.

Das ist aber nicht so. Der 29. Februar wurde im julianischen Kalender festgelegt. Dieser Kalender hat seinen Namen vom römischen Herrscher Gaius Julius Cäsar, der sich den römischen Kalender vornahm und ihn reformierte. Unter anderem fiel ihm auf, dass ein Jahr nicht genau 365 Tage haben konnte. Und so griff er zu der Jahresrechnung, die bereits die Ägypter praktizierten: Sie hatten einen zusätzlichen Tag mit Jahr – einen Schalttag – alle vier Jahre eingefügt. Einige Jahre lang wurde alle vier Jahre der 24. Februar doppelt begangen – und schließlich entschied man sich, den 29. Februar einzuführen.

Das erste Schaltjahr nach dem julianischen Kalender fand übrigens 45 vor Christus statt. Damals sprach man noch von einem "verworrenen Jahr".

Einige Monatsnamen kommen aus dem Lateinischen

Ein Jahr hatte nicht immer zwölf Monate. Das variierte. Jahrelang waren es zehn Monate, irgendwann elf, irgendwann schließlich zwölf. Man kann solche Dinge noch an unseren Monatsnamen erkennen, deren Namen teilweise aus dem Lateinischen kommen. So heißt zum Beispiel "novem" "neun" – und aus "novem" wurde unser Monat November. Aber halt! Der November ist doch bei uns der elfte Monat im Jahr! Man sieht aber am Namen: das war nicht immer so. Es gab Zeiten, während derer der November der neunte Monat eines Jahres war. Dasselbe gilt für den Dezember. Sein Name kommt von der lateinischen Zahl "decem",die "zehn" bedeutet. Aber der Dezember ist doch der zwölfte Monat eines Jahres! Das stimmt schon – aber war ebenfalls nicht immer so. Einst war der Dezember der zehnte Monat eines Jahres. Da sage noch einer, Latein sei ausgestorben! Was für ein Unfug! Latein ist immer noch eine aktuelle Sprache, wenn sogar einige unserer Monatsnamen aus dem Lateinischen kommen!

Auch die Monatsnamen September und Oktober kommen aus dem Lateinischen.

Die Züge fahren am 29. Februar wie jeden Tag
Gleise am Stuttgarter Hauptbahnhof

Gleise am Stuttgarter Hauptbahnhof (Bild: Wonderful_Life_74)

Der gregorianische Kalender brachte zusätzliche Regelungen

1582 wurde der gregorianische Kalender eingeführt. Er gilt bis heute. Seinen Namen hat dieser Kalender von Papst Gregor XIII, der für die Einführung verantwortlich war.

Der gregorianische Kalender behielt den 29. Februar alle vier Jahre bei und brachte noch zusätzliche Regelungen für Schaltjahre:

Jahre, die ein Jahrhundert abschließen – beispielsweise 1800, 1900, 2100 und 2200 sind keine Schaltjahre.

Eine Ausnahme von dieser Ausnahme gibt es allerdings auch. Alle Jahre, die ein Jahrhundert abschließen und durch 400 teilbar sind, sind doch Schaltjahre. Beispielsweise die Jahre 1600, 2000 und 2400.

Ein Film, der erklärt, warum es den 29. Februar gibt

Geburtstagskinder sollten den 29. Februar mit Humor nehmen

Und sicherlich tun das die meisten. Das war nicht immer so. Im 18. Jahrhundert gab es beispielsweise eine Schrift des Physikers Georg Christoph Lichtenberg, in der er alle Menschen, die am 29. Februar Geburtstag hatte, bedauerte. Diese Menschen seien unglücklich – das war seine Antwort.

Zum Glück ist das nicht mehr der Fall. Die meisten Geburtstagskinder nehmen den 29. Februar zum Anlass, ein größeres Geburtstagsfest zu feiern als in den Jahren, in denen es den 29. Februar nicht gibt. Und genau so soll es sein. Man sollte sich freuen, dass es den 29. Februar – und somit Schaltjahre – gibt!

Die Fotos in diesem Artikel habe ich fast alle selbst gemacht – bis auf das Titelbild.

(Quellen für diesen Artikel: mein eigenes Wissen, de.Wikipedia.org und die Zeitung "Heilbronner Stimme")

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