Gesetz zur Unterstützung von Senioren - Wohnen und Betreuung im Alter

Am 1. Oktober 2009 ist das Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz (WBVG) in Kraft getreten. Dieses vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eingebrachte Gesetzeswerk soll die Rechte von Älteren, Pflegebedürftigen und Behinderten stärken, die sich entschließen, Wohnraum anzumieten, der Pflege- und/oder Betreuungsleistungen beinhaltet. Durch dieses Gesetz sowie andere Initiativen und Kampagnen soll die Bedeutung der älteren Generation für die Gesellschaft hervorgehoben werden.

Das Alter als Chance für die Gesellschaft

Die Menschen in Deutschland haben heute eine über 30 Jahre längere Lebenserwartung, als dies noch vor 100 Jahren der Fall war. Durch die Fortschritte der Medizin und die besseren Lebensbedingungen kann der Großteil der älteren Generation diese gewonnenen Jahre gesund und aktiv gestalten. Nur die wenigsten möchten sich aus Altersgründen aus dem gesellschaftlichen Leben zurückziehen. Im Gegenteil, die meisten legen sogar Wert darauf, sich mit ihrer reichen Lebenserfahrung einzubringen und mit ihrem Wissen einen Beitrag zu leisten für die Weiterentwicklung der Gesellschaft. Seniorinnen und Senioren die größtmögliche Teilnahme zu ermöglichen, stellt eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben dar. Die veränderte demografische Entwicklung muss einerseits eine Neubewertung des Alters nach sich ziehen und andererseits eine entsprechende Vermittlung neu entstandener Bilder in die Gesellschaft hinein.

Untersuchungen bestätigen neue Altersbilder

Befragungen haben gezeigt, dass Ansichten, Lebensentwürfe, Erwartungen und Interessen in keiner Gruppe so unterschiedlich und vielfältig sind wie bei Menschen der älteren Generation. Ein einheitliches Bild "der Alten" gibt es nicht mehr, denn Alter bedeutet vor allem eines: Vielfalt! Aufgrund von statistischen Erhebungen und durchgeführter Befragungen wurden politische und gesellschaftliche Erfordernisse herausgearbeitet und müssen nun gestaltet werden. Die gewonnenen Erkenntnisse zum Stellenwert älterer Menschen können zu größerer Akzeptanz führen sowie zu einem Umdenken bei wichtigen Entscheidungsträgern aus Wirtschaft, Kommunen, Verbänden. Aber auch jeder Einzelne ist aufgerufen, sein Denken und Handeln zu überprüfen. Schon in einem früheren Bericht zur Lage der älteren Generation in Deutschland wurde erörtert, dass die Nutzung der Potenziale des Alters vor allem von den vorhandenen Altersbildern bestimmt wird.

Initiativen und Kampagnen der Bundesregierung

Die Bundesregierung möchte nicht nur mit dem neuen Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz (WBVG) ein Zeichen setzen, sondern auch durch verschiedene Initiativen und Kampagnen eine Bewusstseinsveränderung fördern. So wurde beispielsweise mit der Initiative "Erfahrung ist Zukunft" eine gesellschaftliche Diskussion ins Leben gerufen um auf diese Weise dringend notwendige Veränderungen voranzutreiben. Zudem unterstützt die Kampagne "Zähl Taten, nicht Falten", die Teil der Initiative "Alter schafft Neues" ist, dieses neu entstandene Verständnis vom Alter. Diese vielfältigen Bemühungen machen deutlich, dass sich die politisch Verantwortlichen im Land der Bedeutung älterer Menschen für die Weiterentwicklung der Gesellschaft durchaus bewusst sind.

Beteiligung fördert den Zusammenhalt nachhaltig

Leider werden ältere Menschen häufig nur als unproduktiv und damit unnütz wahrgenommen, wenn sie überhaupt in Erscheinung treten. Dadurch sind sie mehr und mehr an den Rand der Gesellschaft geraten und erfahren nicht selten Ausgrenzung und Desinteresse. Ältere Menschen aus den verschiedenen Bereichen der Gesellschaft auszugrenzen würde aber bedeuten, eine immer größer werdende Gruppe aus dem Blick zu verlieren. Deshalb ist eine intensive Beteiligung älterer Menschen unbedingt angeraten, sollen der wirtschaftliche Wohlstand und das soziale Wohlergehen für die heutige und für zukünftige Generationen dauerhaft gewährleistet sein. Aus diesem Grund ist es wichtig und notwendig, die Ressourcen des aktiven und produktiven Alters zu nutzen. Dies ist ein Gewinn, nicht nur für die Gesellschaft und die Wirtschaft, sondern vor allem für die älteren Menschen selbst.

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