Wenn Männer Wildpferde fangen:

Einmal jährlich, immer am letzten Wochenende im Mai, findet im Bundesland Nordrhein-Westfalen ein besonderes Event statt. Die Wildpferde werden zusammengetrieben, um die Jährlinge von der Herde zu separieren. Jährlinge sind die jungen Pferde. Sie wurden im Vorjahr geboren. Es werden die jungen Hengste von der Herde getrennt, um diese zu verkaufen. Weiterhin möchte der Besitzer der Tiere Inzucht und Rangkämpfe zwischen den Tieren entgegenwirken, da es für die Verlierer der Kämpfe in dem eingezäuntem Gelände keine Flucht-Möglichkeiten gäbe. Die Hauptattraktion der Wildpferdefang erfreut sich seit vielen Jahren großer Beliebtheit unter dem Publikum. Vor den Augen der Zuschauer werden die Pferde in eine Arena zusammengetrieben und von kräftigen jungen Burschen aus der Umgebung getrennt. Die Männer betätigen sich als Fänger. Ihre traditonelle Kleidung besteht aus einer Jeanshose, dazu tragen alle passend das gleiche Hemd in blau-weiss gestreift und rote Halstücher. Sie treiben eine kleine Gruppe von Pferden in eine Ecke und halten nach den jungen Hengsten Ausschau. Nur mit ihren Händen packen sie den Hals des Jungtiers und versuchen diesem ein Halfer mit Führstrick umzulegen. Da die kleinen Hengste daran nicht gewöhnt sind, werden bis zu vier Fänger pro Tier benötigt, um das Pferd von der Herde zu trennen.

Die Herde (Bild: Casares)

Die Fänger (Bild: Casares)

Ein Traum kann war werden:

Die eingefangenen Hengste werden während des Tages zum Teil verlost und ein größerer Teil geht in eine Versteigerung. Die Lose sind schon ab 1 Euro zu erhalten. So manches Mädchenherz schlägt bei der Idee ein Pferd zu gewinnen schneller und große Teile des Taschengeldes werden in Lose umgesetzt. Keine Panik liebe Eltern, wer ein Pferd gewinnt, muss eine Art Vertrag oder Verpflichtungserklärung unterschreiben, dass er die Pferde artgerecht unterhalten. Wenn die dortigen Bedingungen nicht erfüllt werden können, darf das Pferd der Versteigerung zugeführt werden. Der Erlös fließt dann dem glücklichen Los-Gewinner zu. Die Pferde erzielen auf der Versteigerung zwischen 350 – 750 Euro.

Die ca. 15.000 Karten zu diesem Event werden jeweils im November zum Kauf angeboten und sind schon nach wenigen Minuten ausverkauft. Aber auch ohne Eintrittskarten zur Arena können vor Ort auf jeden Fall die Nebenattraktionen bewundert werden. Einen Tag dreht sich hier alles um Pferde. Die Herde kann beim Einzug bewundert werden. Es gibt Bierstände, Würstchen, Getränke, Eis und andere Leckereien. Auf den großzügigen sonnigen Wiesen oder am schattigen Weiher kann man auch sein mitgebrachtes Picknick verzehren.

Die Wildpferde (Bild: Casares)

Schöne Tiere (Bild: Casares)

Wer zu den glücklichen Besitzern einer Arena-Karte gehört, der kann sich auf ein sehr schönes Rahmenprogramm rund um das Pferd freuen. Hier gibt es Showreiter mit akrobatischem Geschick, Pferdedressuren, Wettrennen der Shetlandpony mit Reitpuppen oder Quadrillen. Ein ganz besonderer Augenschmaus war die Showreitschule von Rabea Schmale aus Minden mit ihren herrlichen Friesen. Weiterhin waren einige EX-Jährlinge anwesend, so dass die Zuschauer auch erleben können, was aus einem Wildpferd werden kann. Die ehemaligen Wildpferde sind durch unterschiedliche Ausbildungen gelaufen und werden heute auf sehr verschiedene Art und Weise genutzt oder eingesetzt, wie z. B als Freizeitpferd, Kutschenpferd oder Tourenreitpferd.

Shetty Rennen mit Puppen (Bild: Casares)

PferdeDressuren (Bild: Casares)

Was ist gut zu wissen:

Für alle deren Neugierde wir nun auf dieses Event geweckt haben, gibt es weitere Informationen hier: http://www.wildpferde.de. Die Eintrittspreise liegen bei ca. 25 Euro für den Sitzplatz. Stehplätze kosten für Erwachsene 6 Euro und für Kinder 3 Euro. Die Stehplätze sind ganz oben in der letzten Reihe und haben eine sehr gute Sicht auf das Geschehen in der Arena. Weiterhin haben sie den Vorteil, dass Sie durch die Bäume größtenteils im Schatten liegen. Die Arena ist nicht überdacht und die Zuschauer sind Wind, Sonne und Regen ausgesetzt. Unbedingt sollte man genügend Getränke, Sonnencreme oder Hut im Rucksack dabei haben. Außerdem gibt es für die anreisenden Gäste von nah und fern ausreichend Parkplätze.

Tolle Friesen Formationen (Bild: Casares)

Akrobatik (Bild: Casares)

Wo kann man übernachten?

Gute Übernachtungsplätze sind z. B. das Landhotel Lütkebohmert in Reken (www.hotel-luetkebohmert.de) oder für Camper der Camping Brockmühle etwas außerhalb von Reken. Hier besteht auch die Möglichkeit abends spät noch anzureisen, da es einen Parkplatz für anreisende Gäste gibt. Wer eine lange Anreise hat, ist somit zeitlich etwas unabhängiger und kann sein Gespann oder Wohnmobil auch gut in der Nacht oder am frühen Morgen dort bequem abstellen. Der Campingplatz ist einfach. Viele Dauerstellplätze vermitteln zunächst den Eindruck einer Schrebergarten-Siedlung. Im unteren Teil stehen dann die Camper und Wohnwagen. Für Familien oder Personen mit Reitbegeisterung bietet der Campingplatz eine schöne Reitbahn mitten auf dem Campingplatz mit ausreichender Anzahl Pferde. Hier wird je nach Reitkönnen bei Wind und Wetter Reitunterricht erteilt oder auch Reitausflüge in die nähere und weitere Umgebung angeboten. Für die Kleinen gibt es in einer separaten Reitbahn Ponyreiten, Putzen und Satteln. Vom Frühstückstisch können die Reiter bewundert und das Geschehen verfolgt werden. Weiterhin gibt es einen sehr schönen Spielplatz mit Sand und Schwengelpumpe, sowie ein Schachspiel und einen Grillplatz. Langeweile ist für die Kinder hier ein Fremdwort. Beide Übernachtungsplätze bieten sich an, da es von Reken einen speziellen Fußweg zur Arena gibt. Dieser wird nur anläßlich des Pferdefangs geöffnet. Die Strecke kann gut auch mit Kindern zu Fuß bewältigt werden. Mit Fahrrädern darf er auch befahren werden.

Autor seit 4 Jahren
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