Wegbeginn in Garmisch-Partenkirchen

Der klassische Weg zum Gipfel beginnt in Garmisch-Partenkirchen und führt auf den Spuren der offiziellen Erstbesteiger zur Zugspitze hinauf. Start ist der Parkplatz am Olympiastadion, das bereits etwa 740 Meter über Normall Null liegt. Also gilt es nun rund 2220 Höhenmeter, bei ungefährer Weglänge von 22 Kilometern zu überwinden. Normalsterbliche Wanderer, die auch das Naturerlebnis genießen möchten und nicht den Berg hinaufrennen wollen, planen für die Tour mindestens zwei Tage ein.

Naturschönheiten auf dem Weg zur Zugspitze

Am Beginn des Weges wartet die Partnachklamm. Als wir unsere erste Zugspitztour planten, wusste ich noch nicht einmal, was eine Klamm ist. Wikipedia sagt, so nennt man eine sehr enge Gebirgsschlucht mit überhängenden Felswänden und fließendem Wasser im Talgrund. Was hier so nüchtern beschrieben wird, ist ein herrliches Naturschauspiel und an sich schon den Weg wert.

Kühl, laut, feucht und dunkel ist es in der Partnachklamm, plötzlich rücken die Felswände auseinander und ergeben ein sonniges Tal mit knorrigen Bäumen. Aufgeregt plätschert die Partnach im noch breiten Bett ihrer rasanten Reise durch die Klamm entgegen. Der Wanderer geht jedoch flussaufwärts, auf breiten Forstwegen bis zur Bockhütte.

In der Klamm

Wir haben damals die Route etwas abgeändert, haben im Höllental begonnen, sind übers Hupfleitenjoch und Kreuzeck gegangen und dann erst ins Reintal abgestiegen. Bei der Jausenstation Bockhütte trafen wir dann auf den Gebirgswanderweg, der weiter in Richtung Reintalangerhütte führt. Sobald der entsprechende Bericht fertiggeschrieben ist, werde ich ihn hier verlinken.

 

 

Bei unserer Tour 2005 konnten wir uns noch an der Blauen Gumpe erfreuen. Wenige Wochen später brach ein Unwetter über das Reintal herein und zerstörte diesen natürlichen Stausee.

Blaue Gumpe im Reintal

Von der Reintalangerhütte zur Knorrhütte

Stetig aufwärts führt der schmaler werdende, holprige Weg, manchmal überholen Mountainbiker, bei denen die Reintalangerhütte auch ein beliebtes Ziel ist. Für viele Biker ist es nur eine Radtour, einige aber lassen Ihre Räder an der Hütte stehen und gehen zu Fuß weiter auf die Zugspitze.

Vor der Reintalangerhütte

 

Für die Hütte am Ende des Reintals haben sich die Erbauer einen der schönsten Plätze des Gebirges ausgesucht. Zugspitzwanderer rasten oder übernachten gern in der Reintalangerhütte und setzen dann ausgeruht ihre Tour durch das angrenzende Brunntal fort.

Zunächst wird dabei die Brücke über die Partnach überquert. Weiß-rot ist der Steig gekennzeichnet, der sich zwischen Steinblöcken und Sträuchern an Felswänden entlang schlängelt. Die Szenerie wandelt sich, das Gelände wird weit und grün, deshalb auch in Wandererkreisen Golfplatz genannt. Diese grasbewachsene Ebene zieht sich bis zum Talschluss des Brunntals hin, wo sich der Gebirgswanderweg dann gabelt.

Es heißt, der Felsensteig soll etwas leichter sein, dafür ist der andere Weg wohl kürzer und macht (mir zumindest) Spaß. Er ist von Felsblöcken und lockerem Gestein übersät und wird schließlich zu einem steil ansteigenden Geröllfeld. In vielen engen Kehren verläuft ein markierter Pfad durch das lose Gestein bis zu Knorrhütte, wo auch der Zugspitzweg aus Ehrwald ankommt.

Wegbeginn in Ehrwald übers Gatterl

Wer von Ehrwald aus, durchs Gatterl auf die Zugspitze wandert, parkt sein Auto gut an der Talstation der Ehrwalder Almbahn und beginnt die Wanderung bei 1100 Metern über Normalnull. Auch auf dieser Route können Mountainbiker noch ein Stückweit fahren und die Räder an der Hochfeldner-Alm deponieren, während sie wandernd die Zugspitze erklimmen.

Zunächst ist die Straße asphaltiert, bis der Max-Klotz-Steig abzweigt und angenehmeren Boden unter die Wanderschuhe bringt. Der Steig windet sich über die Weidflächen, ist bis zum Joch Brand von Latschenkiefern gesäumt. Nach dem Joch geht es ein paar Höhenmeter hinunter, bis das Feldernjöchl erreicht ist.

 

Nochmals runter, dann wieder rauf, nach einer drahtseilversicherte Passage kommt endlich das Gatterl in Sicht und der Wanderer wechselt von der österreichischen auf die deutsche Seite.

Am Gatterl, Übergang von der österreichischen zur deutschen Seite des Wanderweges

Hinter der Grenzpforte geht es auf dem Zugspitzplattsteig weiter, wo bald die Knorrhütte erspäht wird, die quasi am Berghang hängt. Bis sie erreicht ist, dauert es noch. Auf und Ab führt der alpine Steig, weit unten im grünen Reintal ist, winzig klein, die Reintalangerhütte erkennbar.

Das kleine Häuschen im Tal ist die Reintalangerhütte. Der Weg zur Knorrhütte ist gut erkennbar.

Die Knorrhütte schmiegt sich an die Felswand

Vereinte Wege ab der Knorrhütte übers Zugspitzplatt

Bei der Knorrhütte vereinen sich beide Wanderwege. Wir haben bei beiden Aufstiegen in der urigen Alpenhütte übernachtet, wie es viele Zugspitzwanderer tun. Besonders an schönen Wochenenden empfiehlt es sich, vorher zu reservieren, denn die Matratzenlager der Knorrhütte sind heiß begehrt.

Gleich hinter der Hütte muss ein schweißtreibender Anstieg aufs Zugspitzplatt absolviert werden. Danach beginnt ein monotoner Marsch über die Hochfläche, ab und zu liegt ein Schneefeld im Weg, wer nach oben schaut, kann stellenweise den ersehnten Gipfel sichten.

Ein Blick zurück zeigt die immer kleiner werdende Knorrhütte.

Der Wanderweg führt über Schneefelder auf dem Zugspitzplatt

An schönen Tagen brennt die Sonne, ungemütlichem Wetter ist man schutzlos ausgeliefert, irgendwann taucht Sonnalpin auf und lockt mit Germknödel und Milchkaffee. Wer keine Rast einlegen möchte, wendet sich nach rechts, um weiter aufzusteigen. Dies geht jedoch nur, wenn die unwirtliche Bergflanke weitgehend schneefrei ist. Alternativ fährt ja die Seilbahn zwischen dem Gipfel und Sonnalpin hin und her.

Aufstieg von Sonnalpin zur Aussichtsplattform Zugspitze

Bereits im Anmarsch auf die raue Wand, wird klar, was den Gipfelstürmer hier erwartet. Wirklich griffige Schuhsohlen, sicherer Tritt und Kondition sind wichtig. Während der ersten, steilen, Passage gibt es keinen Weg und keinen Halt, nur rutschendes Geröll. Irgendwann ist der Steig dann gehbar, immer wieder drahtseilgesichert, schlängelt er sich kurvenreich dicht am Fels entlang.

Eben noch bietet der Berg wenigstens nach einer Seite hin Halt, dann ist links und rechts alles frei. Der Wanderer steht und geht auf einem etwa einen Meter breitem Grat, zur Rechten liegt in 200 Meter Tiefe das Plateau mit dem Zugspitzgletscher, während auf der anderen Seite, etwa 1500 Meter weiter unten der Eibsee glänzt.

Aussicht vom Grat auf die Bergstation und Restaurant Sonnalpin.

Blick auf den Eibsee von der Zugspitze

Am Ziel – im Sommer auf dem Zugspitzgipfel

Manch Wanderer läuft neun mit zitternden Knien und stolzgeschwellter Brust der stählernen Treppe, entgegen die auf die österreichische Aussichtsplattform der Zugspitze führt. Stunden und Tage schritt er durch die stille Bergwelt, um sich nun, durchgeschwitzt und staubbedeckt, durch die Menge der gestylten Bergbahntouristen zu zwängen, um an das goldene Kreuz auf dem Ostgipfel zu gelangen. Dabei gelangt er wieder auf deutsches Gebiet, schließlich ist er ja auf Deutschlands höchstem Berg.

An warmen Sonnentagen herrscht Volksfeststimmung auf der Zugspitze

Steig über die Schrofenflanke zum Gipfel, tief unten ist das Schneefernerhaus zu sehen.

Besonders bei richtig schönem Wetter bildet sich am Übergang zum Gipfel eine lange Schlange. Zwischen den Turnschuh- und Sandalenträgern, die auch eben mal ans Gipfelkreuz wollen, reihen sich die Bergwanderer in schweren Schuhen ein. So ganz ohne ist der kurze, luftige Felsgrat auch nicht, ein Drahtseil gibt etwas Halt, dann braucht es noch ein paar beherzte Schritte und das Gipfelkreuz ist zum Greifen nahe. Im Smartphon-Zeitalter bezeugt ein Selfi den Besuch der Zugspitze im Sommer.

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