Laut Berichten von Astronauten suchte jeder Einzelne am ersten Tag seine Heimat, um mit dem Finger darauf zu zeigen, am zweiten Tag den eigenen Kontinent, um am Ende nur noch die Erde im Gesamten zu bestaunen. Der Fotograf Kevin W. Kelley beschrieb die Erfahrungen und Erlebnisse der Kosmonauten im Jahr 1989 in seinem Buch "Der Heimat-Planet." Er durchstöberte die Archive der NASA und der russischen Raumfahrtbehörde und veröffentlichte sie zusammen mit den Zitaten von Weltraumfahrern vieler Nationen. Der Tiefseetaucher und Naturwissenschaftler Jaques Cousteau schrieb das Vorwort.

Mittlerweile umkreisen einige Satelliten unseren Planeten. Sie dienen der Forschung, Übertragung von Nachrichten, Radio- und Fernsehprogrammen sowie militärischen Zwecken.

In rund 400 Kilometern Höhe umkreist die Internationale Raumstation ISS die Erde. Mit an Bord ist eine Außenkamera, die unsere Welt live von oben filmt. Mittels Livestream kann man so die Erde aus dem Weltraum betrachten, ohne selbst mitfliegen zu müssen. Wenn die Raumstation gerade über der Tagseite der Erde kreist, kann man faszinierende Bilder sehen. Eine animierte Karte zeigt die Position der Raumstation.

Die ISS soll auch mit dem bloßen Auge vom Boden aus gesehen werden können, wenn sie am frühen Morgen oder am Abend von der Sonne beschienen wird, leuchtet sie heller als ein Stern. Mittels einer Karte kann man nachschauen, wann die ISS über die eigene Position fliegt.

Über den Wolken

Wer mit einem Flugzeug in den Urlaub fliegt, wird sich glücklich schätzen, einen der begehrten Fensterplätze zu erhaschen. Wenn die Maschine dann noch über Tag fliegt und man nicht gerade über dem Flügel sitzt, kann man die Landschaft unter sich genießen. Es ist schon etwas Besonderes, wenn man durch die Wolken steigt und sie wie kleine Wattebällchen aussehen. Wie zum Greifen nah sind sie vor dem Fenster. Wenn auch am Boden das Wetter noch so schlecht ist, über den Wolken scheint die Sonne. Ob das die besungene Freiheit ist, weiß nur Reinhard Mey, aber man sieht Gegenden, in die man wahrscheinlich nie hinkommen wird wie z.B. das mit Schnee bedeckte Grönland.

Die Erde aus der Sicht des Fotografen Yann Arthus-Bertrand

Etwas waghalsiger und in niedrigerer Höhe flog der Luftbildfotografen Yann Arthus-Bertrand. Der studierte Biologe und Umweltschützer begann mit Flügen im Heißluftballon über der Massai Mara, um Löwen zu fotografieren. In 1993 nahm er die Erde, unterstützt von der UNESCO, aus einem Hubschrauber auf. Es gelangen ihm spektakuläre Aufnahmen von Wüsten, von Menschen kultivierten Landschaften, Inseln und Wäldern, die in einer Ausstellung um die Welt zogen.

Seine Bilder kennen wir aus großformatigen Landschaftskalendern. Mit seinem Zoomobjektiv holt er die Szenen dicht heran. Wir sehen begeistert winkende Menschen an der Elfenbeinküste, eine herzförmige Koralleninsel im türkisblauen Meer, Kamelkarawanen im Sonnenuntergang, kleine Dörfer, Wale im Meer, aber auch die Zerstörung von Landschaften durch den Menschen. In 2004 kam das Projekt als einstündiger Film in die Kinos.

Yann Arthus-Bertrand engagiert sich in seiner Umweltschutzorganisation GoodPlanet und kämpft gegen den Ausstoß von Treibhausgasen. In seinem in 2009 gedrehten Film Home zeigt er die Zerstörung der Natur und den Wandel der Landschaft. Der Dokumentarfilm wurde in 50 Ländern der Erde mit einer Digitalkamera gefilmt und sollte jedem kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Wer den Film nicht kennt, sollte ihn sich unbedingt ansehen.

Auf seinem Youtube-Kanal sind der Kino-Trailer, eine Aufzeichnung der Dreharbeiten sowie ein Interview zu sehen.

Die Bilder sollen uns aufrütteln und zum Nachdenken anregen. Wie gehen wir mit der Erde um? Wir haben nur diesen einen Planeten. Home - der ganze Film in deutscher Sprache.

Erfahrungen von Astronauten beim Anblick der Erde.

Die Erde aus Sicht der Raumstation ISS.

Die Goodplanet-Foundation.

Die Homepage des Fotografen Yann Arthus-Bertrand.

Ein weiteres Projekt ist "7 Milliarden Andere", bei dem Menschen aus allen möglichen Ländern nach ihrer Sicht auf das Leben befragt werden.

Reisefieber, am 29.06.2014
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