Das Achtelfinale

Bis auf Brasilien boykottierten die Südamerikaner die WM, weil ihrem Vorschlag, die Weltmeisterschaften abwechselnd in Europa und in Südamerika auszutragen, nicht entsprochen wurde. Die Brasilianer gehörten auch zum Kreis der Titelfavoriten.

Das Turnier selbst wurde wie 1934 im reinen K.o.-Modus ausgetragen. Insgesamt hatten sich 16 Mannschaften qualifiziert, aber weil Osterreich nicht mit einer eigenen Mannschaft antrat, nahmen nur 15 Mannschaften an dem Turnier teil. Dadurch erreichte Schweden kampflos das Viertelfinale.

Ungarn gewann gegen Niederländisch-Indien (Indonesien) mit 6:0; Kuba schlug Rumänien im Eiderholungsspiel mit 4:2 (das erste Spiel endete 3:3). Frankreich besiegte Belgien mit 3:1 und Titelverteidiger Italien schlug Norwegen nach Verlängerung mit 2:1.

Die Tschechoslowakei schlug die Niederlande erst in der Verlängerung mit 3:0

Dramatisch wurde es im Spiel zwischen Brasilien und Polen: Zur Pause führte Brasilien bereits 3:1, ehe Wilimowski mit zwei Toren den Ausgleich für Polen herstellte. Nachdem Brasilien wiederum in Führung ging, erzielte wieder Wilimowski in der 89. Minute das 4:4. Brasilien ging durch zwei Tore von Leonidas (der bereits das 1:0 erzielt hatte) mit 6:4 in Führung; der vierte Treffer von Wilimowski änderte an der Niederlage Polens nichts mehr.

Die "großdeutsche Mannschaft schied gegen die Schweiz in zwei Spielen aus: nach einem 1:1 gewann die Schweiz das Wiederholungsspiel nach 0:2 - Rückstand noch mit 4:2.

Die Viertel- und Halbfinalspiele

Das Viertelfinale

Schweden, das kampflos ins Viertelfinale gekommen war, deklassierte Kuba mit 8:0. Italien schlug Frankreich mit 3:1. Ungarn schlug die Schweiz mit 2:0.

Brasilien musste gegen die Tschechoslowakei ein Wiederholungsspiel bestreiten. Nach dem 1:1 im ersten Spiels setzte sich Brasilien in diesem Spiel mit 2:1 durch.

 

Das Halbfinale

Italien setzte sich gegen Brasilien mit 2:1 durch. Damit erreichte der Titelverteidiger wieder das Endspiel. Ungarn gewann mühelos gegen Schweden mit 5:1, nachdem die Schweden bereits in der ersten Minute in Führung gegangen waren.

 

Die Endspiele

Das Spiel um Platz drei

Nach 0:2 - Rückstand gewann Brasilien mit 4:2, wobei Loenidas seine Tore 6 und 7 bei diesem Turnier erzielte und damit Torschützenkönig wurde.

 

Das Finale

In einem Spiel mit vielen Wendungen gewann letztlich Italien mit 4:2 und verteidigte seinen Titel. 

Da der Titelgewinn 1934 unter skandalösen Umständen zustande gekommen war, hatten die Italiener das gesamte Turnier mit der Motivation gespielt, der Welt zu zeigen, dass der Titel 1934 trotz allem kein Zufall war.

Vittorio Pozzo war der erste Trainer, der mit seiner Mannschaft den Titel verteidigen konnte.

Die Blamage der deutsch-österreichischen Mannschaft

Die aus österreichischen und deutschen Spielern zusammen gestellte Mannschaft war ursprünglich einer der Turnierfavoriten. Schließlich hatten Deutschland und Österreich bei der Skandal-WM 1934 die Plätze drei und vier belegt. Doch in der ersten Runde war bereits alles vorbei - gegen die Schweiz gab es zunächst ein 1:1 und es wurde ein Wiederholungsspiel notwendig. Es setzte eine 2:4-Niederlage, und die "großdeutsche" Mannschaft musste die Heimreise antreten.

 

Aus zwei Spielsystemen ein Team?

Dass die auf Anordnung der NSDAP-Parteiführung zusammen gestellte Mannschaft nicht funktionieren konnte, hatte Sepp Herberger von Anfang an befürchtet. Zu unterschiedlich waren die Spielauffassungen der beiden Teams.

Das österreichische "Wunderteam" war zwar etwas älter geworden, war vor allem auf technisch anspruchsvolles Kurzpassspiel angelegt.

Die deutsche "Breslau-Elf", die bis zur WM fast alle ihrer Spiele gewonnen hatte, spielte dagegen athletischer und zielstrebiger. Außerdem waren die österreichischen Spieler Fußballprofis, die deutschen jedoch Amateure. Den Profisport hatten die Nazis abgeschafft. So konnten die österreichischen Spieler auch Prämien aushandeln, was den deutschen Spielern verwehrt war. Nicht zuletzt deshalb war die Mannschaft untereinander völlig zerstritten.

Wie man erwarten konnte, wurde die Mannschaft auch vom Publikum angefeindet. Es blieb dabei nicht nur bei Pfiffen, es flogen auch Eier und Tomaten, als die Mannschaft sich vor dem Anpfiff mit Hitlergruß präsentierte.

 

Qualifiziert, aber nicht spielberechtigt

Außerdem hatten sich beide Mannschaften für das Turnier qualifiziert, was die Erfolgsaussichten wesentlich vergrößert hätte. Doch Herbergers Vorschlag, beide Mannschaften zu melden, wurde abgelehnt. Dabei galten beide Mannschaften als Mitfavoriten auf den Titelgewinn; schließlich war 1934 Deutschland Dritter und Österreich Vierter geworden.

Kettenhund, vor 21 Tagen
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Bildquelle:
Bild: freestockgallery.de (Wendepunkte der Geschichte – was wäre gewesen, wenn?)

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