Der Schneemann in Malerei und Literatur

Aus diesem Grund ist es auch sehr schwierig festzustellen, ab wann es Schneemänner überhaupt gegeben hat. Die Originale gibt es längst nicht mehr und so ist man auf Sekundärquellen angewiesen. Es handelt sich dabei um Quellen, in denen ein Schneemann vorkommt. Vor allem sind das Werke aus Malerei und Literatur. Der italienische Maler Giorgio Vasari schreibt gegen Ende des 15. Jahrhunderts über eine Figur aus Schnee, die am Palast der Medici gestanden haben soll. Allerdings sind seine Beschreibungen sehr karg und so lässt sich nicht zweifelsfrei feststellen, ob mit dieser Schneefigur ein Vorläufer des uns heute bekannten Schneemannes existierte. In den darauffolgenden Jahren bildet aber kein Renaissancemaler einen Schneemann ab. Die Künstler gaben zwar detailgenau das winterliche Leben der Menschen wieder, aber ein Schneemann tauchte in keinem Gemälde auf.

 

Literarisch wird erstmals bei William Shakespeare ein Schneemann erwähnt.

Er schreibt 1590 in seinem Drama Richard II von einem "König aus Schnee".

Der Schneemann ab dem 18. Jahrhundert

In den Texten alter Kinderlieder taucht der Schneemann um 1770 wieder auf. Das erste künstlerische Abbild wurde von dem polnischen Kupferstecher Daniel Chodowiecki nur 18 Jahre später erschaffen. Er gestaltete die Figur in Übergröße und mit grimmiger, bedrohlich wirkender Miene. Das ist allerdings kein Wunder, wenn man bedenkt, dass der Schneemann als Symbol für den Winter steht, und dieser Winter für viele Menschen vor allem in früherer Zeit oftmals untrennbar mit Not, Elend und Entbehrungen verbunden war.

Der Schneemann im Wandel der Zeit

Herrschte im 18. Jahrhundert im Winter noch extremer Mangel, so war er für die Menschen im 19. Jahrhundert längst nicht mehr so bitter. Die Lebensbedingungen verbesserten sich erheblich und die kalte Jahreszeit wurde vermehrt auch mit angenehmen Dingen in Verbindung gebracht wie zum Beispiel Schlittenfahrten, herrlichen Winterlandschaften und eben auch Schneemännern. In der Pädagogik vollzog sich ein Wandel dahingehend, dass Spielen und Bauen als notwendig für die kindliche Entwicklung angesehen wurde. Man gab daher dem Schneemann ein freundlicheres Aussehen und so wurde er zu einer beliebten Figur, nicht nur bei den Kindern. Er wurde zusehends kugeliger gestaltet und liebevoll mit Hut, Schal, Karotten und Kohlestückchen ausgestattet.

Schneemänner heute

 

Grüße zu den Weihnachtstagen und zum Neuen Jahr sind weit verbreitet.

Wer dabei nicht auf ein christliches Motiv zurückgreifen möchte, wird früher oder später beim Schneemann als Motiv landen.

Die Popularität dieser Figur haben schon viele Postkartenverlage erkannt.

 

 

Auch in der Werbung wird er gerne verwendet.

Schließlich ist ein Schneemann frei von religiösen oder politischen Ansichten und kann somit alle Bevölkerungsgruppen ansprechen.

Außerdem ist sein Auftreten nicht nur auf eine bestimmte Zeit des Jahres, auf eine bestimmte Festivität festgelegt, sondern er kann über Monate hinweg die Werbebotschaft tragen - eben so lange, wie Schnee liegt. (Mittlerweile gibt es auch Bausätze für Schneemänner, wenn kein Schnee liegt, der Schnee wird dann mitgeliefert). Oft findet man das Motiv sogar im Februar noch. Der Schneemann hat sich zu einer derart beliebten Figur gemausert, dass er einen eigenen Gedenktag bekommen hat, und zwar immer am 18. Januar.

Sophie1975, am 05.10.2013
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