Was ist drin?

Viele behaupten, in der Münchner Weißwurst werden jede Menge Schlachtabfälle verarbeitet.
Liebe Weißwurst-Fans, keine Bange. Es ist nix dran an diesem Gerücht.
In der original Münchner Weißwurst sind mindestens 51% Kalbfleisch enthalten, außerdem noch Schweinerückenspeck, Eisschnee (der wird für´s Kuttern benötigt, da die Wurstmasse beim Zerkleinern zu heiss würde) und bis maximal 10% Häutelwerk, Gewürze wie z.B. Pfeffer, Muskatblüte, Zwiebeln, Zitronenpulver, Petersilie etc.
Gefüllt wird die Wurstmasse dann in Schweinsdärme, was ihnen letztlich das typische Aussehen verleiht.

Richtig einkaufen

Weißwürste gibt es heute beinahe in jedem Lebensmittelladen zu kaufen.

- Vakuuimiert mit etwas Gelee (meistens 5 Stück je Packung)
- in Kunststoffschalen, meisten ebenfalls im 5-erPack
- Vorgebrüht und mit Sud abgefüllt in der Dose (meistens 4 Stück).
- Im Supermarkt aus der Frischetheke
- und natürlich beim Fachmetzger

Alle Varianten kommen bei mir auf den Tisch. Die Weißwurst aus der Kunststoffschale gibt´s immer dann, wenn mich der kleine oder große Hunger befällt und ich beim Fachmetzger oder aus der Frischetheke nicht mehr bekomme.
Weißwurst aus der Dose nehme ich gerne mit ins Ausland zum Campen.
Die Supermarktwürste nehme ich meistens dann, wenn ich die Wurst noch weiter verabeiten will.
Und für´s Weißwurstfrühstück empfehle ich frischen Würste vom Fachmetzger. Die schmeckem mir am Besten und ich weiß, dass nichts drin ist, was nicht reingehört.

Richtig warm machen

Es ist keine Wissenschaft, eine Weißwurst richtig warm zu machen.
Aber ein paar Totsünden sollte man denn doch vermeiden:
- Die Würste dürfen nicht kochen. Der Schweinedarm, in den das Wurstbrät gefüllt ist,
  ist ziemlich dünn. Und da sich die Wurst beim Kochen zu sehr ausdehnt, platzt die Haut.
  Die Wurst sieht dann unappetitlich aus und schmeckt wässrig.
- Den Deckel nicht fest auf den Topf legen. Auch hier könnte es passieren, dass durch den
  Wasserdampf zu Hohe Temperaturen entstehen und die Wursthaut reißt.

Und so wird´s richtig gemacht:
Reichlich Wasser in einem Topf zum Kochen bringen.
Etwas Salz zugeben (ca. 1/2 TL je Liter Wasser). Wenn möglich noch 1-2 Stängel Petersilie dazu und etwas Zitronenschale.
Die Kochplatte auf die niedrigste Stufe zurückschalten.
Dann die Würste ins Wasser geben und 15-20 Minuten ziehen lassen.

Warum Salz ins Wasser?

Das Lösungswort auf diese Frage lautet "Osmose".
Danz einfach ausgedrückt, gleichen sich bei der Osmose unterschiedliche Salzkonzentrationen aus. Wenn nun die gesalzene Weißwurst in ein nicht gesalzenes Wasser gelegt wird, wandert Salz von der Wurst ins Wasser. Und damit verliert die Wurst natürlich an Geschmack.

Ähnlich verhält es sich übrigens auch mit den anderen Zutaten. Da die Schweinsdärme extrem dünn sind, gehen auch die Geschmacksstoffe der anderen Zutaten über sie Haut ins Wasser über.
Dadurch, dass dem Wasser aber bereits Geschmack beigefügt wird, minimiert sich dieser Effekt.

Sie glaubens nicht? Probieren Sie´s doch einfach mal aus. Am Besten machen Sie dann gleich einen Vergleichstest - einen Teil der Wurst nur in heissem Wasser gebrüht, den anderen Teil in den gewürzten Sud.

Richtig serviert

Die Weißwurst wird normalerweiße zusammen mit einer Brezel und einem Weißbier serviert.
Böse Zungen behaupten ja, dass manche nur wegen Weißbieres ein Weißwurstfrühstück bestellen.

Wer´s gerne traditionell hat, bereitet pro Person 3 Würste vor. 3 Stück ist in Bayern die klassische Einheit für Weißwürste!

Aber am Besten werden die Würste, nicht wie hier auf dem Bild, auf dem Teller gereicht sondern in einer Schüssel mit dem heißen Sud auf den Tisch estellt. Dann bleiben die Würste, die nicht sofort verzehrt werden schön heiß.

Richtig gegessen

Weißwürste werden ohne Haut gegessen.

Traditionell und urig, dafür aber nicht sehr vornehm, werden die Würste ausgezuzzelt.
Das heißt, die Wurst wird mit den Fingern gehalten, in Weißwurstsenf getunkt und dann in den Mund gesteckt. Mit den Zähnen wird vorscihtig die Haut zusammengedrückt und durch zieen an der Wurst wird die Wurstmasse unterstützt mit einem leichten saugen in den Mund beför
dert.

Restauranttauglich ist diese Methode: Die Wurst wird längs in der Mitte bis zum Darm auf der Unterseite aufgeschnitten. Dann wird der Darm auf der Unterseite mit Gabel an den Tellerboden gedrückt und die Wurstmasse mit dem Messer seitlich herausgeschält.
Das Bedarf ein bisschen Übung. Aber wenn man´s mal raus hat, geht´s ruckzuck und man bekommt keine fettigen Finger.  

Autor seit 6 Jahren
7 Seiten
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