Startpunkt Dallgow-Döberitz

Der kleine Ort Dallgow-Döberitz am westlichen Stadtrand von Berlin ist ein guter Ausgangspunkt für diesen Rundkurs durch das Havelland. Die dortige Pension Sperlingshof ist ein auf Radler gut eingestelltes Haus und versorgt die Gäste mit allen Informationen zur Strecke.

Vom Sperlingshof geht es einige Kilometer gen Westen an Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide vorbei. Da sollte unbedingt eine Pause eingeplant werden, um die Weidetiere hier zu beobachten.

Kurz vor Wustermark schwenkt der Weg gen Süden. Zumeist in Sichtweite der Bahntrasse des Berliner Außenrings führt der Weg über Priort, Marquardt und Grube und schließlich an Golm vorbei nach Geltow. Hier muss kurz die Bundesstraße 1 genutzt werden, denn die Baumgartenbrücke ist weit und breit der einzige Übergang über die Havel.

Wisent in Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide (Bild: haros)

Durch das Obstbaugebiet um Werder/Havel

Gleich hinter der Baumgartenbrücke geht es links ab in den malerischen Ort Petzow. Die Dorfkirche entwarf Karl Friedrich Schinkel und der Schlosspark von Peter Joseph Lenne ist eine längere Rast wert.

Dann geht es an den Glindower Alpen entlang zur Ziegelei und dem Ziegeleimuseum Glindow. Die hier großspurig Alpen genannten Berglein sind der Abraum, der über dem Ton lag, der hier für die Ziegelproduktion aus dem Boden geholt wurde.

Wer Zeit hat, der macht von Geltow oder Glindow aus einen Abstecher zur Inselstadt Werder oder gar zum Zweiradmuseum im Norden der Stadt.

Erster Flugplatz der Welt bei Derwitz

Von Glindow führt der Weg weiter nach Plötzin. Ein Knick nach rechts in Richtung Derwitz folgt. Da ist ein erster Höhepunkt der Lilienthalroute erreicht. In Derwitz gibt es am Dorfplatz ein kleines Lilienthalmuseum. In ihm wird erläutert, was Derwitz und Lilienthal miteinander zu tun hatten.

Denn wenige 100 Meter hinter dem Dorf geht es leicht bergan auf Krielow zu. Der Hang zwischen Krielow und Derwitz war wohl der erste Flugplatz der Welt. Hier unternahm Otto Lilienthal nach den Hüpfern vom "Fliegerberg" in Berlin-Lichterfelde seine ersten erfolgreichen Flugversuche. Das Denkmal auf der Höhe erinnert an diese Taten.

Lilienthaldenkmal bei Derwitz (Bild: haros)

Auf dem Havelradweg bis Rathenow

Weiter geht es via Krielow nach Deetz. Hier wird der Havelradweg erreicht, der nun um die Stadt Brandenburg herum und via Fohrde und Pritzerbe nach Rathenow führt.

Durch die Untere Havelniederung

Von Rathenow aus geht es dann gen Norden durch die Untere Havelniederung mit ihren Naturschönheiten nach Semlin am Hohennauener See. Weiter geht es über Hohennauen über Rhinow nach Stölln.

Das Versuchsfeld Gollenberg

Seit 1893 waren die Rhinower Berge in der Umgebung von Stölln das wichtigste Testgelände für Otto Lilienthal. Dort gelangen ihm Gleitflüge bis zu einer Länge von 250 Metern. Am 9. August 1896 brach die Erfolgsgeschichte des Flugpioniers jäh ab. Am Gollenberg geriet er in eine Thermik und stürzte aus 15 Meter Höhe ab. Dadurch erlitt er eine Fraktur der Halswirbelsäule. Der Schwerverletzte wurde im Gasthof in Stölln versorgt und schließlich liegend per Güterwagen mit der Eisenbahn nach Berlin gebracht, wo er am 10. August 1896 seinen schweren Verletzungen erlag.

Im Gasthof "Zum ersten Flieger" erinnert ein Lilienthalzimmer an den berühmten Gast.

Auf dem Gollenberg steht inzwischen eine Iljuschin IL 62, die auf den Namen "Lady Agnes" hört und in einer tollkühnen Landung hier abgestellt wurde. Sie ist Museum, Cafe und auf Wunsch auch Standesamt.

Von Stölln aus geht es weiter via Lochow und Ferchesar nach Stechow.

Lady Agnes auf dem Fluggelände Gollenberg bei Stölln (Bild: haros)

Schloss Ribbeck (Bild: haros)

Weiter über den Havellandradweg

In Stechow wird der ausgeschilderte Havellandradweg erreicht. Auf ihm geht es über Kotzen, so heißt das Dorf wirklich, Senske, Pessin und Paulinenaue nach Ribbeck. Dort ist eine Rast fast Pflicht. Das Schloss lädt zur Besichtigung und die Nachkommen des Schlossherrn bieten leckere Spezialitäten aus Birnen an. Weiter geht es durch Nauen, Paaren im Glien, Perwenitz und Pausin nach Wansdorf. Hinter Wansdorf trennt sich die Lilienthal-Route vom Havellandradweg und führt westlich an Falkensee vorbei zurück nach Sperlingshof.

Wissenswertes zur Radtour Otto Lilienthal

Die rund 280 Kilometer lange Tour führt meist über gut ausgebaute und befestigte Wege. Im Ländchen Rhinow werden zum Teil befestigte Landwirtschaftswege und zwischen Werder (Havel) und Brandenburg an der Havel zum Teil unbefestigte Wege genutzt.

Die ADFC-Radwanderkarte "Potsdam-Havelland" im Maßstab 1:75.000 liefert alle nötigen Informationen.

Bahnhöfe nahe der Route gibt es in Falkensee, Dallgow-Döberitz, Wustermark, Werder(Havel), Brandenburg an der Havel, Premnitz, Rathenow, Paulinenaue und Nauen

Der Tourismusverband Havelland e.V., Theodor-Fontane-Straße 10, D-14641 Nauen OT Ribbeck, Fon 033237 859030 vermittelt Angebote mit Unterkunft und Gepäcktransport. Die Route wird üblicherweise in 4 Etappen abgefahren.

Weitere Informationen

  1. Reiseland Brandenburg: Radtour Otto Lilienthal

 

Autor seit 3 Jahren
195 Seiten
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