Der Weg in Kurzfassung

Der Havelland-Radweg führt durch das nördliche Havelland. Am Startpunkt in Schönwalde zweigt vom Berliner Mauerweg ab und hat hier Anschluss an den Radfernweg Berlin-Kopenhagen. Durch eine weitgehend ebene Landschaft führt der Weg durch das Ländchen Glien und das Havelländische Luch nach Rathenow, wo er auf den Havel-Radweg trifft. Weiter geht es am linken Havelufer bis zum Endpunkt in Schollene. Das sind etwa 108 Kilometer auf weitgehend ruhigen Nebenwegen in teilweise einmaliger Landschaft. Ab Schollene lässt sich die Tour auf dem Havel-Radweg bis Havelberg verlängern. Dort wartet der Elbe-Radweg auf die Unermüdlichen.

Nach Schönwalde

Mit dem Zug ist Berlin-Spandau für Radwanderer gut zu erreichen. Die Spandauer City lädt noch zu einer kurzen Pause. Auch ein kleiner Abstecher zur Zitadelle Spandau kann auf das Havelland einstimmen. Denn hier ist schon Havelland, wenn auch Berlin vorn dran steht. Dann in dem Spandauer Verkehrsgewusel der Ausschilderung "Johannesstift" folgen. Hinter dem Krankenhausgelände hat die Stadt ein Ende und die Schönwalder Allee führt durch den Wald zum Berliner Mauerweg und zum Startpunkt des Havelland-Radweges.

Der Krämer Forst

Nun geht es via Alter Hamburger Poststraße durch den Krämer Forst nach Wansdorf. Die Postmeilensäule von 1803 weist den Weg und die Parkanlage beim Schloss lädt zur Pause. Doch die kann auch bis Pausin warten.

Pausin

Hier gibt es die Waldschule, die eine Rast unbedingt lohnt. Waschbären- und Vogelgehege gibt es hier. Außerdem lohnt der historische Dorfkern einen Blick. Weiter geht es über Perwenitz nach Paaren.

Paaren im Glien

Irgendwann wird am Weg ein Schild mit dem geheimnisvollen Kürzel MAFZ auftauchen. Das hat nix mit Militär zu tun, sondern steht für "Märkisches Ausstellungs- und Freizeitzentrum". Das ist einerseits die kleine Konkurrenz zum Berliner Messegelände unter dem Funkturm. Aber andererseits ein schöner Rastplatz am Weg. Der Haustierpark am See und die Hof- und Schaukäserei lohnen einen Besuch. Alternativ bietet sich im Dorfanger das Stägehaus mit Cafe und Museum für eine Rast an.

Nauen

Eine an historischen Bauten reiche Altstadt wartet hier. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören auch die Sendeanlagen am Stadtrand und der Wasserturm. Via Lietzow und Berge, wo in der Dorfkirche zwei Mumien den Besucher erwarten, geht es dann in das berühmte Dorf Ribbeck.

Rathaus in Nauen (Bild: haros)

Ribbeck im Havelland

Das Schloss Ribbeck ist inzwischen ein Kultur- und Veranstaltungszentrum und beherbergt ein Museum. Auch die Dorfkirche Ribbeck lohnt einen Blick. Fontanes Birnbaum steht allerdings nicht mehr. Aber ein neuer Baum wurde gepflanzt und wird bald den berühmten Baum würdig vertreten. Und die Herren von Ribbeck sind auch wieder vor Ort und bieten Spezialitäten aus Birnen an.

Schloss Ribbeck (Bild: haros)

Paulinenaue

Der klassizistische Bahnhof an der Strecke Berlin-Hamburg steht unter Denkmalschutz. Im schönen Lindholz gibt es einen Naturlehrpfad.

Pessin

Hier steht das vermutlich älteste Herrenhaus, der Sitz derer von Knoblauch, der Mark Brandenburg. Das Fachwerkhaus stammt von 1419. Bei Senzke geht es dann in das Havelländische Luch. Kriele war der Mittelpunkt des Gutes derer von Bredow und es gibt eine Backsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert. Dann kommt mal wieder ein Dorf mit einem Namen, den es wohl so nur in Brandenburg gibt. Kotzen heißt es. Doch keine Sorge, dieser Name ist slawischen Ursprungs. Über Stechow geht es dann in die Stadt Rathenow.

Rathenow

Rathenow ist die Kreisstadt des heutigen Landkreises Havelland, durch den dieser Radwanderweg führt. Sehenswert sind die Kirche St. Andreas aus dem 13. Jahrhundert, der Bismarckturm auf dem Weinberg und das Kurfürstendenkmal.

Rathenow wird auch "Stadt der Optik" genannt. Das Optikindustriemuseum gewährt einen Einblick in die Geschichte der Optik und der optischen Industrie in der Stadt.

Wer des Strampelns müde wurde, der hat hier die Chance zur Umkehr per Eisenbahn. Die bringt Rad und Radler in etwa 30 Minuten nach Berlin zurück.

Aber die letzten 19 Kilometer bis Schollene sind noch gut zu schaffen. Hier in Rathenow geht es an das andere Ufer der Havel. Zwischen Elbe und Havel geht es über Steckelsdorf nach Grütz.

Bismarckturm Rathenow (Bild: haros)

Grützer Nadelwehr

Bei Grütz gibt es in der Havel ein Nadelwehr, eines der letzten funktionstüchtigen Wehre dieser Bauart in Deutschland.

Schollene

Hinter Grütz wechselt die Herrschaft. Der Altmarkkreis Stendal in Sachsen-Anhalt empfängt seine Gäste in dem Ort Schollene, dem offiziellen Endpunkt des Havelland-Radweges. Doch der Weg an der Havel führt als Havelradweg weiter nach Havelberg und dann zur Elbe.

Lohnende Abstecher

Das erste Stück des Weges bis Nauen kann auch weiter südlich gesucht werden. Dabei sind denn der Regionalpark Döberitzer Heide und das Olympische Dorf von 1936 erlebbar.

Liebhaber von Ziegenkäse sollten ab Paulinenaue unbedingt einen Abstecher zum Karolinenhof einplanen.

Von Kotzen aus führt ein kleiner Umweg über Nennhausen. Hier lebte viele Jahre der Dichter Friedrich Baron de la Motte Fouqué. Im Alten Gärtnerhaus am Fouqué-Platz 2 wird an ihn und sein Werk erinnert. Leider nur am Wochenende von 15 bis 17 Uhr.

Ab Stechow bietet sich, dann dem Radweg "Otto Lilienthal" folgend, eine Schleife nach Norden an. Die führt zum Gollenberg, an dem der Flugpionier Otto Lilienthal viele Flugversuche machte. Hier wurde er bei einem Absturz so schwer verletzt, dass er an den Folgen verstarb. Heute lädt hier das Flugzeug "Lady Agnes" zu einer Pause. Über Stölln, Rhinow und Hohennauen führt diese Schleife nach Rathenow zurück.

Dom zu Havelberg (Bild: haros)

Nützliche Karte

  • ADFC Regionalkarte Potsdam Havelland, Maßstab 1:75.000, Bielefelder Verlagsanstalt

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