Den Indianern gelang es nicht, das Fort einzunehmen (Bild: Photoman / Pixabay)

Die gefürchteten Hundekrieger wollten sich für das Blutbad rächen

Das Massaker dauerte bis tief in die Nacht. Dann beordete der Komandeur seine Männer zum verlassenen Lager zurück. Unterwegs skalpierten und verstümmelten sie die Toten. Die Soldaten befanden sich in einem wahren Blutrausch. 133 Cheyenne und Arapaho starben am Sand Creek, darunter 98 Frauen und Kinder. Einige wurden als Gefangene verschleppt. Zwei kleine Mädchen und einen Jungen brachte man nach Denver und stellte sie auf einem Jahrmarkt als Kuriosität aus. Die Nachricht vom Massaker am Sand Creek verbreitete sich wie ein Lauffeuer über die südliche Prärie. Die Cheyenne, vor allem die gefürchteten Hundekrieger, sannen auf Rache.

Deshalb überfielen sie im Mai und Juni 1865 mehrere Außenposten der Armee und Postkutschenstationen in Wyoming und Montana. Angeführt wurden sie von den Häuptlingen Man-Afraid-of-his-Horse, Red Cloud, Dull Knife, Crazy Horse und Roman Nose. Am 26. Juli 1865 näherten sich über dreitausend Cheyenne und Lakota-Sioux dem Fort Platte Bridge, in dem sich 120 Soldaten der 11th Kansas Cavalry und 11th Ohio Cavalry unter dem Kommando von Major Martin Anderson befanden. Sobald die Indianer in Sichtweite gekommen waren, schickte Anderson den jungen Lieutenante Caspar Collins mit fünfundzwanzig Mann nach draußen, um die Krieger von einem Angriff auf einen nahenden Versorgungszug unter Sergeant Amos J. Custard abzuhalten.

Die Indianer griffen den Wagenzug an

Die Soldaten ritten über die Holzbrücke und wandten sich nach Westen. Schon wenige Minuten später wurden sie von ungefähr eintausend Cheyenne und Lakota angegriffen. Aufgrund der überwältigenden Übermacht trat Collins sofort den Rückzug an. Vier Soldaten wurden von den Indianern getötet. Als der Lieutenante einem Verletzten zur Hilfe eilte, um ihn auf sein Pferd zu ziehen, wurde er von einem Krieger erschossen. Den anderen Soldaten gelang es, sich im Fort in Sicherheit zu bringen. Lieutenante Bretney und vierzig Mann der 11th Ohio deckten ihren Rückzug. Der Einsatz einer Haubitze hinderte die Indianer daran, das Fort anzugreifen.

Stattdessen wandten sie sich nun dem nahenden Wagenzug zu. Sergeant Custard war mit fünf Planwagen und dreißig Mann der 11th Kansas Cavalry unterwegs, als er bei Red Buttes von den Indianern angegriffen wurde. Die Soldaten verschanzten sich hinter den Wagen, doch gegen die Übermacht der Cheyenne und Lakota hatten sie keine Chance. Insgesamt fielen auf Seiten der Soldaten 29 Männer, 10 wurden schwer verletzt. Ihre Grabsteine stehen oberhalb von Fort Platte Bridge auf einem felsigen Hang. Bei den Indianern lagen die Verluste zwischen 8 und 60 Kriegern.

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