Drei Haselnüsse für Aschenbrödel - (Tri orísky pro Popelku)

Drei Haselnüsse für AschenbrödelCSSR, 1973

82 min.

Regie: Václav Vorlícek

Darsteller: Libuše Šafránková, Pavel Trávnícek, Carola Braunbock, Rolf Hoppe, Karin Lesch, Dana Hlavácová

Von ihrer bösen Stiefmutter und der Stiefschwester um Stand und Besitz gebracht, muß Aschenbrödel die schmutzigste Arbeit auf dem Gutshof verrichten. Doch sie ist immer freundlich, und alle Angestellten sind ihr zugetan. Auch die Tiere sind ihre Freunde. Eines Tages begegnet sie im Wald einem übermütigen Prinzen und verliebt sich in ihn. Damit sie ihn wiedersehen kann, schenkt ihr der Kutscher ihres Hofes drei Zaubernüsse, die ihr drei prächtige Gewänder bescheren, in denen sie dem Prinzen gegenübertritt. Der Prinz, als ein Leichtfuß verschrien, läßt sich aber von den Kleidern nicht beeindrucken. Er erkennt das geschickte, kluge und liebenswerte Mädchen hinter ihnen, und wählt sie zu seiner Frau.

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel ist strenggenommen kein klassischer Weihnachtsfilm, da das Weihnachtsfest in der Handlung gar nicht vorkommt. Nur die winterliche Märchenlandschaft bietet das passende Ambiente, um die entsprechende Atmosphäre aufkommen zu lassen. Regisseur Václav Vorlícek machte aus der ungewöhnlichen Vorlage einen wunderbaren Klassiker, der mit der Darstellung des Aschenbrödel einem modernen Frauentypus entspricht und den man sich immer wieder gerne, ungeachtet von Jahreszeiten und Fernsehausstrahlungen (zur Weihnachstzeit läuft der Film praktisch rund um die Uhr) anschauen kann. Der schönste Märchenfilm des 20. Jahrhunderts!

Family Man - (The Family Man)

USA, 2Family Man000

125 min.

Regie: Brett Ratner

Darsteller: Nicholas Cage, Téa Leoni, Don Cheadle, Jeremy Piven, Amber Valletta

Weihnachten in New York: Der aalglatte Wall-Street-Playboy Jack Campbell steht auf dem Gipfel seines Erfolges. Er steht kurz davor einen äußerst lukrativen Deal über die Bühne zu bringen. Doch sein Leben ändert sich schlagartig, als er am Weihnachtsabend einen Überfall vereitelt. Denn zur "Belohnung" erwacht er am Morgen danach in einem anderen Leben - exakt dem Leben, das er geführt hätte, wäre ihm nicht seine Karriere wichtiger gewesen: Als zweifacher Familienvater an der Seite seiner College-Liebe in New Jersey mit einem langweiligen Job als Reifenverkäufer. Jack gerät zunächst in Panik und setzt alles daran, seinem neuen Ich zu entfliehen. Aber nachdem der erste Schock überwunden ist, beginnt Jack, sich allmählich wohl zu fühlen und sich ein zweites Mal in seine Jugendliebe zu verlieben. Die Frau, die er schon einmal vor 13 Jahren sitzen ließ. Bis ihm das Schicksal erneut eine brillante Karriere verspricht, als er auf seinen Chef aus seinem alten Leben trifft.

Family Man ist ein Weihnachtsfilm, der teilweise aus bekannten Versatzstücken komponiert ist. So sind Analogien zu Charles Dickens' Weihnachtsgeschichte ebenso wenig übersehbar, wie Anspielungen auf Frank Capras Ist das Leben nicht schön? oder der Was-wäre-wenn-Geschichte Mr.Destiny von 1990 - ein modernes Märchen eben, atmosphärisch wunderbar untermalt durch das weihnachtliche Manhattan und New Jersey. Dem Zuschauer werden zwei Lebenswelten vor Augen geführt, zum einen der erfolgreiche aber einsame Geschäftsmann, zum anderen der fürsorgliche Familienvater mit vielen Freunden aber wenig Geld. Der Film betreibt dabei keine Schwarzweißmalerei, sondern beschreibt sowohl Sonnen- als auch Schattenseiten der zwei Lebensentwürfe. Der Zuschauer spinnt unwillkürlich das "Was wäre wenn?" für sich weiter und beginnt darüber nachzudenken, ob seine Entscheidungen im Leben immer die richtigen waren oder ob man sich manchmal besser für einen anderen Weg entschieden hätte. Für einen überzeugten Single mutiert Family Man schnell zum Weihnachtskitsch und Horrorfilm, zu verlockend erscheint ein Yuppie-Leben mit schickem Appartement, Ferrari und Model Amber Valetta. Ausgesprochene Familienmenschen werden sich von der Alternativwelt mehr angesprochen fühlen. Nicholas Cage spielt diese zwei Seiten, die in seiner Brust wohnen souverän: den arroganten, egoistischen Geschäftsmann und den in seiner neuen Umgebung irgendwie verloren wirkenden emotionalen und liebevollen Familienvater. Er schafft es auch, die sehr behutsam geschilderte innere Wandlung, nachvollziehbar erscheinen zu lassen. Ganz besonders deutlich wird dies in den schönsten Szenen des Films in der Beziehung zu seiner kleinen Tochter. Diese ahnt, dass Jack nicht Jack sein kann und eigentlich nicht in die Alternativwelt gehört. Sie vermutet, dass ihr richtiger Vater von Aliens ausgetauscht wurde. Jack wird von seiner Tochter teilweise durch sein neues Leben mit Rat und Tat begleitet und als er nach und nach Gefallen an seiner neuen Existenz findet, sagt seine Tochter irgendwann unvermittelt: "Daddy, ich wusste dass du wieder zurückkommst." Eine weitere Stärke des Films ist das harmonische Zusammenspiel der Hauptdarsteller Nicholas Cage und Téa Leoni, die glaubhaft das auch noch nach 13 Jahren glücklich verheiratete Ehepaar verkörpern. Szenen, wie wenn Jack sich Videoaufnahmen vom Geburtstag seiner Ehefrau anschaut, wo sein "anderes Ich" ihr ein Ständchen singt, schaffen es, beim Zuschauer für Gänsehaut zu sorgen. Am Ende, als Jack wieder in sein altes Leben zurück muss verweigert sich der Film einem plumpen Happy End - aber ein Neuanfang ist möglich um die Wunden der Vergangenheit zu überwinden.

Fröhliche Weihnachten - (A Christmas Story)

Fröhliche WeihnachtenUSA, 1983

94 min.

Regie: Bob Clark

Darsteller: Peter Billingsley, Melinda Dillon, Darren McGavin, Ian Petrella

Indiana, USA, in den 40er Jahren, kurz vor Weihnachten: Der neunjährige Ralphie wünscht sich zu Weihnachten nichts sehnlicher als ein Red-Ryder-Modell-Luftgewehr mit 200 Meter Schußweite, Kompass im Schaft und diesem Ding, das die Zeit anzeigt. Doch von allen Erwachsenen - der Mutter, der Lehrerin oder dem widerwärtigen Kaufhausweihnachtsmann - bekommt er immer nur zu hören: "Damit schießt du dir das Auge aus!" Auch sein Vater geht nicht auf Ralphies Wunsch ein, scheint er doch zu sehr mit seinen Preisrätseln und dem Kampf mit einem tückischen Heizkessel beschäftigt zu sein. Doch Ralphie gibt nicht so schnell auf. In seinen Tagträumen sieht er sich als tapferer Held, der mit seiner Flinte die Welt vor finsteren Schurken rettet. In der Realität, wo er und sein kleiner Bruder Randy sich mit dem Schulraufbold Scott Farkus und seinen Kumpanen herumschlagen müssen, ist Ralphie allerdings nicht ganz so mutig.

Fröhliche Weihnachten basiert auf den autobiographisch angehauchten Kurzgeschichten und Erzählungen des US-Schriftstellers Jean Shepherd. Die Verfilmung aus dem Jahre 1983 ist ein kleines Juwel und vor allem in den USA zu einem Klassiker geworden. Die in den 40er Jahren spielende Geschichte wird aus der ironischen Perspektive des inzwischen Erwachsenen mit viel Einfühlungsvermögen in die kindliche Vorstellungswelt erzählt. So fällt es dem Zuschauer nicht schwer, sich in Ralphies Lage hineinzuversetzen. Wahrscheinlich hat fast jeder in seiner Kindheit sein persönliches "Red-Ryder-Luftgewehr" gehabt - sei es eine Modelleisenbahn, eine Barbie-Puppe oder die neueste Spielkonsole. Und dieser herrlich nostalgische Film bringt dieses Kribbeln in der Magengegend zurück, das man selbst in der Adventszeit oder vor allem unmittelbar vor der Bescherung verspürt hat. Auch Ralphies Tagträume von Heldentaten mit seinem "Red-Ryder-Luftgewehr" haben fast alle als Kinder gehabt - kindlich-naive Traumwelten, die einem als Erwachsenen zu oft verschlossen bleiben, aber die wir in Filmen wie diesem wieder finden können. Auch die Nebenhandlungen sind mit viele Liebe zum Detail und jeder Menge Zeitkolorit inszeniert: Ralphie besucht im Kaufhaus den Weihnachtsmann; seine Mutter zieht den kleinen Bruder für den winterlichen Schulweg an wie für eine Polarexpedition; wer das böse Wort "Scheiße" sagt, wird mit Seife im Mund bestraft; Ralphies quizsüchtiger Vater, der bei einem Preisausschreiben sehr zum Missfallen seiner Frau eine Lampe mit anstößigem Aussehen gewinnt; Tante Klaras "wunderschönes" Weihnachtsgeschenk; die Episode mit der festgefrorenen Zunge. Ein Füllhorn an Ideen und Episoden wird über dem Zuschauer ausgeschüttet. Das alles ist herrlich altmodisch inszeniert, wirkt aber nach über 25 Jahren erstaunlicherweise überhaupt nicht altbacken.Fröhliche Weihnachten wurde 2007 in einer AOL-Umfrage in den USA zum besten Weihnachtsfilm aller Zeiten gewählt (noch vor Ist das Leben nicht schön?) und ist in der Internet Movie Database unter den Top 250 zu finden. In Deutschland muß man aber nach wie vor auf eine Ausgabe auf DVD warten und auch im Fernsehen hat sich dieser wunderbare Film in den letzten Jahren ziemlich rar gemacht.

Die Geister, die ich rief - (Scrooged)

Die Geister, die ich riefUSA, 1988

101 min.

Regie: Richard Donner

Darsteller: Bill Murray, Karen Allen, John Glovergs, John Forsythe, Carol Kane, David Johansen, Bobcat Goldthwait, Robert Mitchum

Dickens Weihnachtsgeschichte in modernem Gewand: Frank Cross ist der jüngste Fernsehchef Amerikas. Er ist karrieresüchtig und gefühlskalt. Für ihn zählen nur Einschaltquoten – und die will er Weihnachten auf die Spitze treiben. Er plant eine Blut- und Action-Horrorshow, wie sie noch keiner kennt. Die Zuschauer werden total begeistert sein, so spekuliert der Einschaltquoten-Technokrat. Die Einnahmen aus der Werbung steigen schnell ins Astronomische. Doch bevor er sein "Weihnachtsgeschenk" präsentieren kann, geschieht Außergewöhnliches: Ein ehemaliger Bekannter, der seit sieben Jahren verstorben ist, taucht plötzlich in seinem Büro auf. Der Geist kündigt ihm Besuch von drei weiteren Geistern an. Kein angenehmer Besuch für Frank, denn diese drei haben eine gespenstische Radikalkur mit dem egoistischen Menschenfeind Frank vor...

Charles Dickens' Weihnachtsgeschichte gehört wahrscheinlich zu den am meist zitierten und verfilmten Büchern überhaupt. Die Geister, die ich rief verlegt die klassische Geschichte in die Yuppie-Ära der 80er Jahre. Action-Regisseur Richard Donner (Zwei stahlharte Profis) peppte dabei die Handlung zu einer bitterbösen Mediensatire auf. Hauptdarsteller Bill Murray darf dem Affen ordentlich Zucker geben und glänzt mit seiner Darstellung des arroganten und zynischen Programmchefs. Diesen verkörpert er auch deutlich glaubwürdiger, als den später zum Menschenfreund Gewandelten. Leider stört in der deutschen Fassung die ungewohnte Synchronstimme. Neben Billy Murray gibt es in kleinen Nebenrollen auch ein Wiedersehen mit vielen bekannten Stars der Vergangenheit, u.a. Lee Majors, "Blake Carrington" John Forsythe, Robert Mitchum und Miles Davies. Die Handlung ist gespickt mit vielen gelungenen Gags, schwarzem Humor, für heutige Verhältnisse harmloser Gewalt und auch jeder Menge Zoten. Vor allem die drei Geister sind ziemlich schräge Gesellen, deren Auftreten durch zahlreiche Spezialeffekte garniert wird. Ironischerweise bedient sich der Film dabei im Laufe der Handlung ausgerechnet jener Stilmittel, die er anfangs noch kritisiert und persifliert hatte. Die Wandlung von Frank zum gutherzigen Menschen gipfelt dann auch zwangsläufig in einem überzeichneten, vor Kitsch triefenden Appell an die Nächstenliebe. Und unter den Klängen von "Put a little Love in your heart" gibt es eine der schönsten Weihnachtsparties der Filmgeschichte.

Gremlins - Kleine Monster - (Gremlins)

Gremlins - Kleine MonsterUSA, 1984

104 min.

Regie: Joe Dante

Darsteller: Zach Gilligan, Phoebe Cates, Hoyt Axton, Polly Holliday, Frances Lee McCain, Dick Miller, Corey Feldman

Warnung: Halte sie von Wasser fern - Halte sie von Licht fern - aber das Wichtigste überhaupt: Egal, wie sehr sie betteln: In keinem Fall dürfen sie nach Mitternacht gefüttert werden - Niemals! Drei mysteriöse Warnungen, bevor Billy Peltzer sein neues, kuscheliges Haustier in die Arme schliessen kann. Doch er hätte besser auf die Warnungen gehört, denn aus dem possierlichen Weihnachtsgeschenk wird ein Alptraum für eine ganze Stadt. Ein kleines, drolliges Tier vermehrt sich in sekundenschnelle, und es entstehen grauenvolle und doch hochintelligente Monster.

Gremlins ist ein zynisches, anarchistisches Anti-Weihnachtsmärchen und bis zum Rand vollgestopft mit Anspielungen auf amerikanische Filmklassiker - von Don Siegels Die Dämonischen, über Das zauberhafte Land, Schneewittchen und die sieben Zwerge bis hin zu Tobe Hoopers Blutgericht in Texas und Dekorationen, die direkt aus Capras Ist das Leben nicht schön? stammen. Gremlins entwickelte sich zu einem absoluten Kassenschlager und zog ein Sequel nach sich, das 1990 unter dem Titel Gremlins II in die Kinos kam.

 

Ist das Leben nicht schön?

Ist das Leben nicht schön?

USA, 1946

125 min.

Regie: Frank Capra

Darsteller: James Stewart, Donna Reed, Lionel Barrymore, Thomas Mitchell, Henry Travers, Beulah Bond, Gloria Grahame, Todd Karns

Es ist Weihnachtsabend in der, Kleinstadt Bedford Falls, Alle Einwohner sind glücklich und zufrieden. Nur George Bailey sieht keinen anderen Ausweg, als sich umzubringen. Sein ganzes Leben lang hat er anderen geholfen und dafür seine eigenen Träume aufgegeben. Doch nun steht er durch einen gemeinen Plan von Finanzhai und Erzfeind Mr. Potter vor dem finanziellen Ruin. Nur durch seine Lebensversicherung könnte er zumindest seine Familie retten. Doch dazu muss er sterben. Sofort wird ein himmlischer Helfer ausgesandt: Clarence, ein Engel, der sich erst noch seine Flügel verdienen muss. Er will George beweisen, wie schön das Leben doch ist und wie schlecht es Bedford Falls ohne George ginge.

Ist das Leben nicht schön? ist eine romantische Hymne auf das provinzielle Kleinbürgertum und die ihrer Bedeutung oft gar nicht bewußten Helden, die ihre Kleinstadtidylle vor der Bosheit und der Dekadenz der Großstadt, hier verkörpert durch Potter, bewahren.  Dabei gelingt dem Regisseur der Spagat zwischen sentimentalem Kitsch, Dramatik und liebevoller Ironie.

Der große Oscar-Erfolg blieb Frank Capras Meisterwerk allerdings damals versagt. Trotz seiner fünf Nominierungen in den Kategorien Bester Film, männlicher Hauptdarsteller, Regie, Schnitt und Ton, wurde Ist das Leben nicht schön? mit keiner einzigen Auszeichnung bedacht. Auch an den Kinokassen lief der Film anfangs erst sehr schleppend an und machte sogar ein Minus von über 500.000 Dollar. Seine heutige Popularität verdankt Ist das Leben nicht schön? einem Fehler der Filmgesellschaft Republic Pictures. Diese versäumte es, die Urheberrechte an dem Film, die automatisch nach 28 Jahren abgelaufen waren, wieder zu erneuern. Das hatte zur Folge, daß jede TV-Station in Amerika den Film rund um die Uhr senden konnte ohne einen Pfennig dafür zu bezahlen. Durch die ständige Ausstrahlung im Fernsehen während der Weihnachtsfesttage entwickelte sich Ist das Leben nicht schön? zu einem Kultwerk und ist mittlerweile zu einem der populärsten Streifen des US-Kinos geworden. Republic Pictures unternahm natürlich Anstrengungen um von den TV-Ausstrahlungen finanziell doch noch zu profitieren, und im Jahre 1993 wurde auch ein Weg gefunden: Republic konnte zwar das Copyright auf den Film nicht mehr erneuern, war aber im Besitz der Filmmusik-Rechte. Eine Ausstrahlung ohne Genehmigung von Republic wäre fortan nur noch ohne die Original-Tonspur erlaubt gewesen. In der Folge verkaufte Republic die exklusiven Ausstrahlungsrechte in den USA an den Fernsehsender NBC.

 

Jede Frau braucht einen Engel - (The Bishop's Wife)

Jede Frau braucht einen EngelUSA, 1947

104 min.

Regie: Henry Koster

Darsteller:Cary Grant, Loretta Young, David Niven, Monty Woolley, James Gleason, Gladys Cooper, Elsa Lanchester

Weihnachten steht vor der Tür, doch ausgerechnet im Zuhause von Bischof Henry Brougham hängt der Festtagssegen schief. Während der vielbeschäftigte Henry nämlich das Geld für eine neue Kathedrale aufzutreiben sucht, hat er Julia, seine Ehefrau vernachlässigt. Diese Ehe kann nur noch das Eingreifen Gottes retten! Doch der hilfreiche - und gutaussehende! - Engel, der zur Erde geschickt, hat darüber seine ganz eigenen Vorstellungen. Er verpasst dem sterblichen Henry eine unsterbliche Lektion. Und seine romantischen Fähigkeiten sind längst nicht alles, was er auf Lager hat.

Jede Frau braucht einen Engel enstand ein Jahr nach Ist das Leben nicht schön? und hat sich wie dieser den Status eines zeitlosen Klassikers bewahrt. Leider wird der Film - anders als Ist das Leben nicht schön?, der zu Weihnachten pausenlos gesendet wird - nur alle Jubeljahre ausgestrahlt. Zu unrecht. Mit seiner herrlich altmodischen Story, der gelungenen Besetzung mit Cary Grant, Loretta Young und David Niven und der stimmigen Filmmusik braucht sich Jede Frau braucht einen Engel keinesfalls zu verstecken. 1996 verdrehte Denzel Washington als Schutzengel Dudley im wenig gelungenen Remake Rendezvous mit einem Engel Whitney Houston den Kopf.

Kevin - Allein zu Haus - (Home Alone)

Kevin - Allein zu HausUSA, 1990

98 min.

Regie: Chris Columbus

Darsteller: Macaulay Culkin, Joe Pesci, Daniel Stern, John Heard, Catherine O'Hara, Roberts Blossom

Chaotische Weihnachten bei den McCallisters: Morgen geht's auf die Reise nach Paris. Kein Wunder also, dass Nesthäkchen Kevin in der allgemeinen Hektik jedem im Weg ist. Schließlich auf den Speicher verbannt, wünscht er sich, die Familie möge einfach verschwinden. Am nächsten Tag herrscht Totenstille in dem großen Haus, und Kevin freut sich wie ein Schneekönig: sein Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Dabei haben ihn die Eltern und Geschwister bei all dem Streß schlicht und einfach vergessen. Erst mitten über dem Atlantik geht der Mutter ein Licht auf. Kevin dagegen hat inzwischen einen Heidenspaß und stellt das Haus erstmal so richtig auf den Kopf. Leider ist um die Weihnachtszeit nicht nur das Christkind unterwegs - auch zwei schräge Typen treiben sich in der Gegend herum. Auch in der McCallister-Villa schnuppern sie reiche Beute. Bloß haben die Einbrecher ihre Rechnung ohne den kleinen Bewohner gemacht. Kevin ist bestens gerüstet und kommt im Kampf gegen die Ganoven auf die unmöglichsten Ideen.

Kevin - Allein zu Haus ist mit einem weltweiten Einspielergebnis von 533 Millionen Dollar einer der kommerziell erfolgreichsten Komödien aller Zeiten und der Beginn des kometenhaften Aufstiegs des kleinen Macaulay Culkin als Kinderstar. Auch die restlichen Darsteller wie Catherine O'Hara und John Heard als besorgte Eltern, John Candy als Polka-Sänger und vor allem die beiden vertrottelten Diebe Marv und Harry, verkörpert von Daniel Stern und Joe Pesci, sind allesamt perfekt besetzt. In Deutschland war der Film, der seinerzeit - obwohl als ausgesprochener Weihnachtsfilm konzipiert - verspätet im Januar gestartet wurde, mit über sechs Millionen Besuchern der erfolgreichste Film der Kinosaison 1990/91. Das Drehbuch stammt vom John Hughes, der in den 80er Jahren mit Teenager-Filmen wie The Breakfast Club oder Ferris macht blau für Furore sorgte und auch im Weihnachtsklassiker Schöne Bescherung als Drehbuchautor und Produzent seine Finger im Spiel hatte. Regie führte der als Gremlins-Drehbuchautor ebenfalls Weihnachtsfilm-erfahrene Chris Columbus, der später Regisseur der ersten drei Harry-Potter-Filme werden sollte. Auch die Filmmusik, eine Mischung aus bekannten Weihnachtshits und dem fantastischen Original-Score von Hollywood-Legende John Williams, ist vom Feinsten. Columbus inszenierte die im Grunde genommen simple Weihnachtsgeschichte ohne großen Tiefgang, aber mit viel Pep, am Slapstick geschulter Gewalttätigkeit in der Tradition der "Tom & Jerry"-Trickfilme und jeder Menge - am Ende auch etwas rührseligem - Charme. Die von Kevin gegen die Einbrecher zelebrierte Gewalt bleibt auf Comic-Niveau, denn während sich ein Normalsterblicher schon längst alle Knochen gebrochen hätte, wird hier niemand ernsthaft verletzt. Überhaupt sind die Einbrecher eher dämliche Stehaufmännchen als wirklich finstere Bösewichte. Am Ende des Films werden dann - trotz aller Anarchie und Gewalt zuvor - die traditionellen Familienwerte beschworen: Letztendlich hat Kevin nur die heile Familienwelt gegen Angriffe von außen verteidigt. Und nachdem alle Spuren der nächtlichen Schlacht mit den Dieben beseitigt sind, kann er seine Familie wieder in die Arme schließen. Der große Erfolg an der Kinokasse hatte ein ebenfalls erfolgreiches Sequel namens Kevin - Allein in New York mit dem gleichen Hauptdarsteller zur Folge. Mit anderer Besetzung wurden zwei weitere Teile gedreht und eine ganze Handvoll Plagiate schlug mit mehr oder weniger großer Resonanz beim Publikum in die gleiche Kerbe. Der Charme und die Originalität von Kevin - Allein zu Haus wurde aber nicht mehr erreicht.

Kevin - Allein in New York - (Home Alone 2: Lost in New York)

USA, 1Kevin - Allein in New York992

120 min.

Regie: Chris Columbus

Darsteller: Macaulay Culkin, Joe Pesci, Daniel Stern, John Heard, Catherine O'Hara,

Und wieder ist es Weihnachten bei der Familie McCallister, wieder ist Ferienstimmung angesagt - diesmal soll's ins sonnige Florida gehen. Aus den Erfahrungen des chaotischen letzten Jahres hat man aber gelernt; diesmal kann alles verloren gehen - wenn nur Kevin mit am Flughafen ist. Doch es kommt, wie es kommen muss: Die Familie sitzt in der Maschine nach Florida und Kevin gerät auf den Flieger in die Stadt mit der großen Statue. Das ist ein Heidenspaß für den liebenswert frechen Bengel, denn New York ist eben doch DIE Stadt überhaupt. Eine schöne Bescherung für den kleinen Kevin - wenn da nicht die "nassen Banditen" wären, die ausgerechnet zur gleichen zeit ihr unfreiwilliges Zuhause verlassen haben, um in der Stadt der Städte ihr neues, fieses Glück zu suchen. Und die beiden sind noch immer mächtig sauer auf den gewitzten Jungen aus Chicago.

Nach dem gigantischen kommerziellen Erfolg von Kevin - Allein zu Haus kam es nur ein Jahr später ganz folgerichtig mit Kevin - Allein in New York zu einer Fortsetzung, die mit einem Einspielergebnis von über 350 Millionen Dollar ebenfalls richig Kasse machen konnte. Allerdings scheint der Begriff "Fortsetzung" etwas hoch gegriffen, "Remake" wäre weitaus angebrachter. Kevin - Allein in New York ist nämlich in weiten Teilen nur ein Aufguß des ersten Kevin-Abenteuers, vollständig recycelt bis zum letzten Gag. Die in Trickfilmmanier inszenierten Zusammenstöße mit den aus Teil 1 bekannten Einbrechern sind noch brutaler, können aber den eklatanten Ideenmangel des Drehbuchs nicht kompensieren. Sie wirken sogar teilweise im ansonsten als humorvoll-sentimentales Weihnachtsmärchen inszenierten Film wie ein Fremdkörper. Eigentlich hat sich in Teil 2 nur der Topos geändert. Spielte der erste Teil fast ausschließlich in einer Vorortvilla, ist nun New York der Schauplatz des Geschehens. Kevin allein in der Weltstadt New York - da wurde eine Menge Potential für eine originelle Geschichte verschenkt. Dennoch ist "The Big Apple" der eigentliche Star des Films und macht den Film auch heute noch sehenswert. Der winterliche Central Park, der große Weihnachtsbaum vor dem Rockefeller Center, das noble Plaza Hotel, Duncans Spielzeugladen - mehr Weihnachtsatmosphäre geht definitiv nicht. Und spätestens wenn Kevin bei der Besichtigung der Sehenswürdigkeiten von New York auf dem World Trade Center steht, wird einem schmerzlich bewußt, dass der Film uns eine Welt vor Augen führt, die es so nicht mehr gibt.

Der kleine Lord - (Little Lord Fauntleroy)

GroßbritannieDer kleine Lordn, 1980

103 min.

Regie: Jack Gold

Darsteller: Ricky Schroder, Alec Guinness, Eric Porter, Colin Blakely, Connie Booth, Rachel Kempson

Der achtjährige Ceddie Errol lebt zu Beginn des Jahrhunderts mit seiner verwitweten Mutter in bescheidenen Verhältnissen in New York. Eines Tages taucht Mr. Havisham, ein Abgesandter des Earl of Dorincourt, bei Mrs. Errol auf. Der Earl ist Ceddies Großvater, der Junge kennt ihn aber nicht, denn der adelsstolze alte Herr hatte sich seinerzeit von seinem Sohn Cedric losgesagt, als dieser eine Amerikanerin heiratete. Da inzwischen alle seine Söhne tot sind, wünscht Ceddies Großvater, dass sein Enkel nach England kommt, damit er als Erbfolger auf Schloss Dorincourt eine standesgemäße Erziehung erhält. Mrs. Errol willigt ein unter einer Bedingung: Ihr Sohn soll nie erfahren, welche Abneigung der alte Herr gegen sie empfindet. Auf das Schloss darf sie nicht, sie wird stattdessen in der Nachbarschaft einquartiert. Ceddie, nun Lord Fauntleroy, ahnt nicht, wie es zwischen seiner Mutter und ihrem Schwiegervater steht. In seinen Augen ist der grantige alte Earl, der sich aus verletztem Stolz hinter einer Fassade versteinerter Gefühle verschanzt hat, der beste Großvater der Welt. Dieser wiederum gewinnt seinen Enkel rasch lieb; die frische Herzlichkeit des Jungen weckt in ihm Regungen, die für immer verschüttet zu sein schienen. Umso größer ist der Schock für den alten Herrn, als eine Frau auftaucht und behauptet, ihr Sohn sei der rechtmäßige Erbe des Titels.

Der kleine Lord (englischer Originaltitel: Little Lord Fauntleroy), der 1886 erschienene Roman der britischen Schriftstellerin Frances Hodgson Burnett, ist im englischsprachigen Raum bis heute ein Klassiker der Jugendliteratur und seit der Stummfilmzeit mehrfach verfilmt worden.
Den Status eines Filmklassikers kann sich aber nur der britische TV-Film aus dem Jahre 1980 ans Revers heften. In Deutschland, wo der Film erstmals 1982 im Fernsehen ausgestrahlt wurde, hat sich Der kleine Lord zu einem der beliebtesten Weihnachtsfilme entwickelt und erzielt jedes Jahr an Weihnachten riesige Einschaltquoten. Jack Golds stimmungsvolle Inszenierung erfreut mit prächtigen Dekors und beweist gleichermaßen Sinn für Rührung und Komik. Der Kinderstar Ricky Schroder verkörpert in idealer Weise den kleinen Cedric mit seiner Herzlichkeit und seinem naiven, unerschütterlichen Glauben an das Gute im Menschen. Alec Guiness gelingt es eindrucksvoll, die im Roman recht klischeehafte Figur des Earl of Dorincourt menschlich nahe zu bringen und die Wandlung vom kaltherzigen und grießgrämigen alten Mann zum gütigen und mitmenschlichen Großvater nachvollziehbar zu machen. Auch die Nebenrollen sind allesamt perfekt besetzt, wenn auch manchem Star-Trek-Fan Patrick Stewart (Jean-Luc Picard aus Star Trek - The Next Generation) in einer Nebenrolle als Stallmeister etwas befremdlich erscheinen mag.

Nightmare Before Christmas - (The Nightmare Before Christmas)

Nightmare Before ChristmasUSA, 1993

73 min.

Regie: Tim Burton, Henry Selick

Jack Skellington ist der spindeldürre Kürbiskönig von Halloweentown, wo alljährlich von Monstren, Hexen und Dämonen die Vorbereitungen für das Halloweenfest getroffen werden, um all die diabolischen Schrecken und schauerlichen Überraschungen auf die Menschheit loszulassen. Von der immer gleichen Angst-und-Schrecken-Routine gelangweilt, entdeckt Jack eines Tages eine Tür in einem Baum, die ihn nach Christmas Town bringt. Angetan von der Optik der fröhlichen und bunten Weihnachtsstadt, doch ohne tieferes Verständnis für das Fest an sich, bringt er die Idee  nach Halloweentown, wo sie begeistert aufgegriffen wird. Jack lässt den Weihnachtsmann entführen, um dessen Platz einzunehmen. Es sieht also alles nach einem gar fürchterlichen Weihnachten aus. Aber seine fröhliche Mission bringt Santa Clause in Gefahr und macht Weihnachten zu einem wahren Alptraum für alle braven Jungen und Mädchen.

Regisseur Tim Burton schuf mit Nightmare Before Christmas einen technisch perfekten Stop-Motion-Puppen-Animationsfilm. Trotz der voraussehbaren Handlung - Motto: "Sei, wer du bist!", d.h. besser ein guter Kürbiskönig als ein miserabler Weihnachtsmann - besticht der Film durch bizarre Einfälle, schwarzen Humor und viele absonderliche Figuren, die in einem liebevoll gestalteten, expressiv anmutenden Bühnenbild agieren. Musikalisch untermalt wird das schwarze Märchen mit der Golden-Globe-prämierten Musik von Danny Elfman - ein echtes "Grusical"!

Schöne Bescherung - (National Lampoon's Christmas Vacation)

Schöne BescherungUSA, 1989

97 min.

Regie: Jeremiah S. Chechik

Darsteller: Chevy Chase, Beverly D'Angelo, Juliette Lewis, Johnny Galecki, John Randolph, Diane Ladd, E.G. Marshall, Doris Roberts, Randy Quaid

Clark Griswold hat sich geschworen, dass er und seine Lieben dieses Jahr zu Hause bleiben werden, um in Ruhe Weihnachten zu feiern. Er plant das perfekte Weihnachtsfest für sich und seine Familie. Der schönste Weihnachtsbaum soll ausgesucht werden, das Dach der Griswolds ist mit 25.000 Lichtern bestückt und ähnelt einer Flugzeuglandebahn und als Geschenk soll vom Weihnachtsgeld ein Pool angeschafft werden. Doch alles was schief gehen kann, geht schief. Zunächst fällt die komplette Familie inklusive Eltern, Schwiegereltern, Urgroßeltern und der versoffene Cousin Eddie mit samt Frau, Kindern, Wohnmobil und Riesenhund ein. Dann wird das bereits für den Pool verplante Weihnachtsgeld gestrichen, der Christbaum geht in Flammen auf, das Nachbarhaus wird beschädigt, die Festbeleuchtung am Haus legt die Stromversorgung der ganzen Stadt lahm, der Festtags-Truthahn explodiert auf dem Esszimmertisch und ein SWAT Team belagert das Haus, weil Cousin Eddie Clarks Chef entführt hat.

Nach einem Road Trip zu einem Freizeitpark (Die schrillen Vier auf Achse, 1983) und einer katastrophalen Reise nach Europa (Hilfe, die Amis kommen, 1985) erleben wir im dritten Teil der Filmreihe rund um die Chaosfamilie Griswold, jenem Abziehbild der typisch amerikanischen Durchschnittsfamilie, die vergeblichen Bemühungen, ein harmonisches Weihnachtsfest mit Familie und Verwandten zu organisieren. Die weihnachtlichen Rituale werden dabei reihenweise durch den Kakao gezogen und es bleiben einige kultverdächtige Szenen in Erinnerung: die Schlittenfahrt mit einem Turboschlitten, das traditionelle Truthahnessen, die Beschaffung des viel zu großen Tannenbaums, das Eichhörnchen, die verschmorte Katze - bei den Griswolds endet alles immer im totalen Chaos. Absolutes Highlight aber ist Clarks Kampf mit der Installation der Außenbeleuchtung seines Hauses, bei der er fast das örtliche Atomkraftwerk in die Knie zwingt. Als das Haus endlich mit allen 25000 Birnen brennt beginnt Clark vor Glück wie ein kleines Kind zu weinen und alle zu umarmen.

Die Bandbreite reicht von typisch amerikanischem Holzhammerhumor, platten Slapstickeinlagen bis zu hintergründigem und im Ansatz auch gesellschaftskritischen Witz - mal infantil, mal genial. So beiläufig wie viele Pointen eingestreut werden, erinnert Schöne Bescherung manchmal auch an die bekannten Abraham/Zucker-Produktionen wie Die nackte Kanone. Der Humor wird mit fortlaufender Handlung des Films immer anarchischer, bis das Chaos endgültig perfekt ist. Ganz zum Schluß steht aber auch hier ein mit sichtbarem Augenzwinkern inszeniertes Happy End: Als Onkel Lewis ein brennendes Streichholz in Clarks Klärgrube wirft und die Flamme eine Explosion erzeugt, sehen alle zum kleinen Kunstschlitten, der durch die Explosion in den Himmel geschleudert wurde und singen gemeinsam die amerikanische Nationalhymne.

 

Stirb langsam 1 + 2 - (Die Hard / Die Harder)

Stirb langsam 1 + 2 USA, 1988/1990
131 min. / 124 min.
Regie: John McTiernan, Renny Harlin

Darsteller: Bruce Willis, Bonnie Bedelia, Reginald VelJohnson, Alan Rickman (Teil 1), Franco Nero (Teil 2)

Teil 1: Heiligabend in Los Angeles. Eine Gruppe schwerbewaffneter Männer stürmt ein Bürohochhaus. Die Gangster wollen 624 Mio. Dollar erbeuten, die als Wertpapiere in einem computergesicherten Safe lagern. Eine Partygesellschaft, die im obersten Stockwerk feiert, nehmen sie als Geiseln. Nur der New Yorker Polizist McClane kann entkommen. Doch alle Ausgänge sind blockiert, die Telefonverbindungen unterbrochen. Doch dann wird kaltblütig eine Geisel erschossen: McClane begreift, daß nur er eine Chance hat - völlig auf sich selbst gestellt nimmt er den bedingungslosen Kampf auf...
Teil 2: Washington, wieder kurz vor Weihnachten: Der Cop John McClane will eigentlich nur seine Frau Holly vom Flughafen abholen. Doch auch diesmal klappt Johns Rendezvous nicht ganz: Eine Gruppe abtrünniger Elite-Soldaten ist angetreten, um die Auslieferung eines mittelamerikanischen Diktators zu verhindern. Mitten im Weihnachtsflugverkehr legen sie die Flugleitung des großen Airports lahm - die Mannschaft des Towers muß machtlos zusehen, wie die Terroristen ihr Vorhaben wahrmachen. Als die Flughafenpolizei eingreift, beweisen sie ihre Macht: Kaltblütig schicken sie 200 Passagiere einer anfliegenden Maschine in den Tod. Sie sind auf alles vorbereitet, haben für jeden Schritt einen Plan - doch sie haben McClane nicht eingerechnet. Denn John hat einen ganz persönlichen Grund einzugreifen: Der Sprit in Hollys Flugzeug wird knapp. McClane hat nur 90 Minuten Zeit, seine Frau zu retten. Dabei hält ihn nichts auf. Nicht die bürokratischen Kollegen der Airport-Polizei. Nicht politische Überlegungen. Und schon gar nicht eine übermächtige Truppe durchtrainierter Söldner...
Fröhliche Weihnachten, Schweinebacke! Die Schlachtplatte zum Fest in zwei Teilen. Mit Stirb langsam schuf Regisseur John McTiernan einen lupenreinen Klassiker des Action - Kinos, der für Hauptdarsteller Bruce Willis die Eintrittskarte in die A-Liga Hollywoods war. Willis verkörpert keinen Supermann a la Arnold Schwarzenegger, sondern  einen zynisch-schnoddrigen Anti-Helden, der in der klaustrophobischen Atmosphäre eines abgeschotteten Hochhauses im Kampf gegen eine Übermacht über sich hinauswächst. Die Tatsache, daß die komplette Handlung in der Weihnachtsnacht - das Fest des Friedens- abläuft bietet einen größtmöglichen Kontrast zum ulta-brutalen Ablauf des Geschehens und sorgt für den ein oder anderen zynischen Kommentar (McClane: "Ich hab' gar nicht gewusst, dass sie in Japan auch Weihnachten feiern!? - Takagi: Pearl Harbor hat nicht funktioniert, jetzt bombardieren wir sie mit Videorecordern. Wir sind flexibel.") Immerhin gibt es nach dem grandiosen Showdown zumindest in familiärer Hinsicht - McClane lebt von seiner Frau vorübergehend getrennt und kurz vor dem Überfall im Hochhaus lag man sich noch in den Haaren - Aussicht auf einen versöhnlichen Ausklang des Weihnachtsfestes.
Action-Spezialist Renny Harlin knüpfte mit Stirb langsam II ( einfallsreicher Originaltitel: Die Harder) nahtlos an den ersten Teil an - McCLane: "Es ist Weihnachten und ich steck mal wieder bis zum Hals in der Terroristenscheiße!"- "Einmal, ein einziges Mal nur möchte ich normal Weihnachten feiern!"Trotz der im Grunde genommen etwas vorhersehbaren und konstruiert wirkenden Story, überzeugt auch der zweite Film als grandioser Action-Reißer. Das liegt an der perfekten, teilweise äußerst harten Inszenierung, an den tollen ( wenn auch zum Showdown hin ein wenig übertriebenen ) Actionszenen, an den guten Nebendarstellern und natürlich am charismatischen Hauptdarsteller Bruce Willis.

Versprochen ist versprochen - (Jingle All the Way)

Versprochen ist versprochenUSA, 1996

89 min.

Regie: Brian Levant

Darsteller: Arnold Schwarzenegger, Sinbad, Jack Lloyd, Phil Hartman, Rita Wilson, James Belushi

Howard Langston ist ein ganz normaler Angestellter, der seine Familie liebt aber nur wenig Zeit für sie hat. Sein kleiner Sohn Jamie wünscht sich zu Weihnachten den Turbo-Man, die angesagteste Spielzeugfigur der Saison. Doch leider hat sein Vater es versäumt, die Figur rechtzeitig zu besorgen. Und so macht sich Howard einen Tag vor Heiligabend auf, um für seinen Sohn, den er in der Vergangenheit allzuoft enttäuscht hat, doch noch ein Exemplar zu ergattern. Doch was als normaler Einkaufsbummel beginnt, entwickelt sich schnell zu einer verrückten Odyssee, denn der "Turbo Man" ist überall ausverkauft. Eine gnadenlose Jagd beginnt, in der ein verrückter Postbote keinen fiesen Trick auslässt, um sich Vorteile zu verschaffen. Nur ein kleines Spielzeug für seinen Sohn - doch dieses Mal braucht er mehr als Muskeln: Dieses Mal braucht er ein Wunder!

Ende der 80er Jahre hatte der durch Öktschn-Filme berühmt gewordene Arnold Schwarzenegger die Zeichen der Zeit erkannt und sein bislang doch eher beschränktes Rollenrepertoire durch zahlreiche Auftritte in Komödien erweitert. Eine der gelungeneren Ausflüge ins Comedy-Fach stellt zweifellos Versprochen ist Versprochen aus dem Jahre 1996 dar. Der Witz des Films resultiert im Wesentlichen aus Schwarzeneggers Mut zur Selbstironie, macht es doch einen Heidenspaß den einstigen Superhelden in seinem Kampf mit den Alltagsproblemen eines Familienvaters zu erleben. Der Film spricht wahrscheinlich auch vielen Eltern aus der Seele, die von ihren Kindern ihres letzten Nervs beraubt werden, wenn es um den Wunschzettel zu Weihnachten geht. Und natürlich hatte wohl jeder als Kind seinen ganz persönlichen "Turbo Man". Dem Film Konsum- oder Gesellschaftkritik zu bescheinigen wäre allerdings zu hoch gegriffen. Untermalt von einem "Rock Christmas" Soundtrack in einem winterlich-weihnachtlichen Ambiente  überwiegt vor allem kurzweilige Action auf Comic-Niveau, bei der Schwarzenegger vollen Körpereinsatz zeigen darf, und gelungene Gags, bei denen vor allem Sinbad als durchgeknallter Postbote oder James Belushi als Betrüger im Weihnachtsmannkostüm zu überzeugen wissen. Im großen Showdown darf Arnie dann Höchstselbst in die Rolle des Superhelden schlüpfen. Das ist zwar  des Guten etwas zu viel - typisch amerikanisch eben - passt aber dann doch irgendwie zur inneren Logik des gesamten Films.

Autor seit 7 Jahren
4 Seiten
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